LKWs für Radfahrer weiterhin gefährlich. Toter Winkel lässt sich nicht ganz vermeiden -
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Toter Winkel lässt sich nicht ganz vermeiden

LKWs für Radfah­rer weiter­hin gefähr­lich

Für Fahrradfahrer ist der Aufenthalt in der Nähe von LKWs immer noch gefährlich. Foto: © Kara - stock.adobe.com
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Der Tote Winkel an Last­wa­gen ist für Radfah­rer noch immer eine große Gefahr. Verbes­serte Spiegel- und Kame­ra­sys­teme haben den für den Lkw-Fahrer nicht einseh­ba­ren Bereich zwar verklei­nert, konn­ten ihn aber noch nicht völlig besei­ti­gen. Darauf weist die Prüf­or­ga­ni­sa­tion Dekra hin.

Eigent­lich eine ganz normale Situa­tion: Ein Last­wa­gen hält an einer Kreu­zung und will nach rechts abbie­gen. Für den nach­fol­gen­den Radfah­rer ist alles klar: Die Lücke zwischen Bürger­steig und Last­wa­gen oder gar eine Radspur lädt dazu ein, rechts vorbei bis nach vorn zu fahren und mit dem Brummi zu warten, bis die Straße frei ist.

Toter Winkel kann tödlich sein

Was der Radfah­rer meist nicht weiß: Der Lkw-Fahrer kann ihn oft nicht sehen, zumin­dest nicht, wenn der Radfah­rer im Toten Winkel wartet – in dem Bereich, den der Brummi-Fahrer nicht oder nur sehr schwer einse­hen kann. Fährt der Lkw nun los und biegt nach rechts ab, ist ein schwe­rer Unfall die Folge. Nach einer Hoch­rech­nung der Bundes­an­stalt für Stra­ßen­we­sen für das Jahr 2012 kamen so 22 Menschen ums Leben, weitere 70 wurden schwer verletzt. Kinder sind ebenso betrof­fen wie Erwach­sene.

Was kann man dage­gen tun?

Der Dekra-Unfallforscher Walter Niewöh­ner rät: „Eltern soll­ten ihren Kindern einschär­fen, an Kreu­zun­gen zu Last­wa­gen Abstand zu halten, und das auch selbst beach­ten. Manch­mal lässt sich ein Halt neben dem Lkw nicht vermei­den, zum Beispiel auf dem Radweg. Dann heißt es, den Brummi im Auge behal­ten und wenn möglich Blick­kon­takt mit dem Fahrer aufneh­men.“

Vorsicht, wenn der LKW ausholt

Deutet sich an, dass der Lkw ausholt, um abzu­bie­gen, ist das ein Warn­si­gnal. Deshalb: Als Radfah­rer nicht auf der Vorfahrt bestehen und lieber warten, bis der Lkw weg ist. „Ein Lkw-Vorderreifen hat eine Radlast von rund drei Tonnen. Die Folgen eines Unfalls möchte man sich nicht ausma­len.“

Hinter­grund

Für Lkw sind seit 2009 verbes­serte Spie­gel vorge­schrie­ben, die den Toten Winkel weiter redu­zie­ren. Dennoch ist es für den Fahrer oft schwie­rig, komplexe Situa­tio­nen zu über­bli­cken. Der Unfall­for­scher empfiehlt den Lkw-Fahrern, schon beim Heran­fah­ren an die Kreu­zung zu beob­ach­ten, ob ein Radfah­rer auf der rech­ten Seite heran­fährt. Damit der Tote Winkel möglichst klein ausfällt, müssen die Spie­gel außer­dem rich­tig einge­stellt sein.

Deshalb soll­ten sich die Fahrer mit dem Spie­gel­sys­tem ihres Fahr­zeu­ges vertraut machen. Eine Hilfe­stel­lung bietet eine Anlei­tung, die von der Dekra Unfall­for­schung zusam­men mit den Lkw-Herstellern Daim­ler und MAN entwi­ckelt wurde. Passend dazu besteht auch das Ange­bot, mit gerin­gem Aufwand entspre­chende Spie­gel­ein­stell­plätze einrich­ten zu lassen – etwa auf großen Park­plät­zen oder den Betriebs­hö­fen von Spedi­tio­nen.

Moderne Tech­nik kann kriti­sche Berei­che erfas­sen

Auch die moderne Tech­nik kann einen Beitrag zu mehr Sicher­heit leis­ten. Lkw, so der Unfall­for­scher, soll­ten rasch radar- und kame­ra­ge­stützte Assis­tenz­sys­teme erhal­ten, welche die kriti­schen Berei­che rund um das Fahr­zeug erfas­sen und den Fahrer warnen, wenn sich dort Zwei­rad­fah­rer oder Fußgän­ger aufhal­ten.

Aufklä­rung nötig

Ein wich­ti­ger Punkt ist auch die Aufklä­rung. „Erfah­run­gen aus den Nieder­lan­den zeigen, dass die Zahlen solcher Unfälle stark zurück­ge­hen, wenn die Menschen wissen, wann es gefähr­lich wird“, sagt Niewöh­ner. Deshalb führen beispiels­weise die Dekra Nieder­las­sun­gen immer wieder an Schu­len Aktio­nen durch, in denen Schü­ler die Gefah­ren des Toten Winkels in eige­ner Erfah­rung kennen­ler­nen können. Dabei können sie sich selbst ans Lenk­rad eines schwe­ren Lkw setzen und spie­le­ri­sch erle­ben, wie ihre Klas­sen­ka­me­ra­den neben dem Fahr­zeug plötz­lich im Toten Winkel verschwin­den.

www.dekra.de

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