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Ergonomie-Coach: Wie wird die Theorie im Berufsalltag angewendet?

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Ergonomie-Coach: Wie wird die Theorie im Berufsalltag angewendet?

von l. n. r.: Christiane Glatte (Foto: Sylwia Makris), Kristin Haesche (Foto: Meike Hempel) und Achim Schöbinger (Foto: Anne Treis)

Der Grund­kurs „Ergonomie-Coach Ver­wal­tung (IGR e.V. zert.)“, der von der SI-Akademie in Koop­er­a­tion mit der Inter­es­sen­ge­mein­schaft der Rückenschullehrer/innen e.V. ange­boten wird, ver­mit­telt umfassendes Ergonomie-Know-how. Die Teil­nehmer ler­nen wie Sie ergonomis­che Prob­leme in Ihrem Betrieb erken­nen, darauf in angemessen­er Weise hin­weisen und umfan­gre­iche Lösun­gen für eine dauer­hafte Verbesserung anbi­eten kön­nen. Nach der Aus­bil­dung kann das erlernte Wis­sen in pro­fes­sioneller Weise in den eige­nen Coach­ing-und Beratungsall­t­ag inte­gri­ert wer­den. Drei Kursteil­nehmer geben einen Ein­blick in Ihre Rolle als Ergonomie-Coach.

1.) Sie haben sich in einem Kurs zum Ergonomie Coach aus­bilden lassen. Was war der Grund dafür?

Chris­tiane Glat­te (Dipl.-Ing. Architek­tin, Krafträume): Ich bin durch eine Fir­ma, die betrieblich­es Gesund­heits­man­age­ment anbi­etet und noch Leute für ihr Team suchte, auf das The­ma Ergonomie aufmerk­sam gewor­den. Dies hat mein Inter­esse geweckt, her­auszufind­en, was eigentlich alles dazu gehört, damit der Men­sch gesund und gerne arbeitet.

Kristin Haesche (Assis­tentin der Geschäfts­führung, Wäh­ler GmbH): Bei einem Vor­trag über Ergonomie wurde ich auf das The­ma aufmerk­sam. Wir führten daraufhin zwei Sem­i­nare mit dem Schw­er­punkt Ergonomie am Arbeit­splatz für unsere Mitar­bei­t­erin­nen und Mitar­beit­er durch. Danach entsch­ieden wir uns, Arbeit­splatz­analy­sen anzu­bi­eten. Hierzu war es für mich wichtig den Kurs zum Ergonomie-Coach zu besuchen. Somit kon­nte ich Prax­is und The­o­rie opti­mal verknüpfen.

Achim Schöbinger (Inhab­er, PULSANA+ Cor­po­rate Health): Als ganzheitlich­er BGF-Dien­stleis­ter spielt natür­lich auch das The­ma Ergonomie eine wichtige Rolle und da wir unseren Kun­den immer die beste Qual­ität an Dien­stleis­tun­gen bieten wollen, ist es für uns selb­stver­ständlich und wichtig, sich ständig aus-und fortzu­bilden. Nur weil man ein gutes Fach­wis­sen über den Kör­p­er hat, ist man noch lange nicht für das The­ma Ergonomie qualifiziert.

2.) Haben sich Ihre Erwartun­gen an die Aus­bil­dung erfüllt?

Chris­tiane Glat­te: Ja, voll und ganz. Die Aus­bil­dung war sehr umfassend und hat mir noch weit­eres Werkzeug an die Hand gegeben, das ich brauche, um Men­schen einen gesun­den Arbeit­splatz zu schaf­fen, an dem sie sich wirk­lich wohlfühlen.

Kristin Haesche: Meine Erwartun­gen haben sich voll erfüllt. Die Aus­bil­dung war umfan­gre­ich und sehr gut aufge­baut. Die Inhalte wie z.B. Anatomie, Arbeit­splatzgestal­tung, Umge­bungs­fak­toren und Kom­mu­nika­tion waren alle gle­icher­maßen wichtig und inter­es­sant gestaltet.

3.) Was sind die Schw­er­punk­te in Ihrem Beratungsall­t­ag als Coach?

Chris­tiane Glat­te: Als Architek­tin, Feng Shui-und Farb-Bera­terin geht es in mein­er Arbeit immer um das Zusam­men­spiel von Men­sch und Raum. Ich berate Men­schen, die sich in ihren Räum­lichkeit­en nicht wohlfühlen oder gerne etwas anders in ihrem Leben hät­ten. In Unternehmen oder auch im pri­vat­en Arbeit­sz­im­mer sind Ergonomie sowie die Prü­fung und Gestal­tung der Arbeit­splatz-Umge­bung natür­lich ein wichtiger Bestandteil mein­er Beratungstätigkeit.

Achim Schöbinger: Bei uns ste­ht der Men­sch im Mit­telpunkt! Wir arbeit­en sehr ver­hal­tensori­en­tiert und ver­suchen das Ver­hal­ten der Mitar­beit­er opti­mal an die vorhan­de­nen Ver­hält­nisse des Arbeit­splatzes anzu­passen. Dabei arbeit­en wir eng im Dia­log mit dem jew­eili­gen Mitar­beit­er. Jed­er Mitar­beit­er muss seinen indi­vidu­ellen Nutzen von der Ver­hal­tensän­derung erken­nen oder bess­er noch spüren.

4.) Wer­den Sie in Ihrem Unternehmen/von Ihren Kun­den auch als Ver­hal­tensän­der­er akzeptiert?

Kristin Haesche: Ja, das kann ich bestäti­gen. Viele sehen es für sich per­sön­lich als Vorteil Ihren Arbeit­splatz, hin­sichtlich gesund­heitlich­er Aspek­te zu über­denken. Oft kommt auch ein pos­i­tives Feed­back, wenn gesund­heitliche Prob­leme durch die Verän­derung nicht mehr vorhan­den sind oder die Gesamt­si­t­u­a­tion sich verbessert hat.

Achim Schöbinger: Ja abso­lut, die Mitar­beit­er sind meist sehr offen und dankbar. Wenn die Mitar­beit­er merken, dass man Ahnung hat von dem was man tut und zudem ihre „Äng­ste“ und Sor­gen ernst nimmt und somit eine Ver­trauens­ba­sis auf­baut, ist es ein­fach­er dauer­haft ergonomis­ches Ver­hal­ten zu verankern.

5.) Wie gehen Sie mit kri­tis­chen Gesprächspart­nern um?

Kristin Haesche: Mit ein biss­chen Feinge­fühl sehe ich rel­a­tiv schnell, wer beim ersten Gespräch eher auf Abwehr gepolt ist. Eine ein­deutige Kör­per­sprache wie z.B. ver­schränk­te Arme zeigen mir dann deut­lich, dass dieser Mitar­beit­er nicht dazu bere­it ist, über das The­ma Ergonomie mit mir zu sprechen. Der Arbeit­splatz des Mitar­beit­ers ist sein ganz per­sön­lich­er Bere­ich und somit gehe ich mit kleinen, behut­samen Schrit­ten auf den Mitar­beit­er zu und nehme nicht radikale Verän­derun­gen vor. Ich unter­bre­ite dem Mitar­beit­er Vorschläge und lasse ihm Raum, alles sel­ber auszuprobieren.

Achim Schöbinger: Es ist wichtig dass man eine gewisse Empathie für die Mitar­beit­er auf­bringt. Wir gehen nicht mit erhobe­nen Zeigefin­ger durch die Fir­men, son­dern ver­suchen durch Gespräche und Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen Hand­lungs-und Effek­twissen zu ver­mit­teln und den per­sön­lichen Nutzen her­aus zu stellen.

Vie­len Dank für das Interview!

Haben wir Ihr Inter­esse geweckt und wollen Sie auch den Kurs zum “Ergonomie-Coach” besuchen? Die Ter­mine der näch­sten Kurse find­en Sie hier.

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