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Praxiskongress Recht

Mein Rat: Blei­ben Sie am Ball!“

Rechts­an­walt Dr. Michael Neupert, Referent beim Praxiskongress Recht (Foto: privat)
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Dr. Michael Neupert, Rechts­an­walt in der Kanz­lei Kümmer­lein Rechts­an­wälte & Notare in Essen, gehört zu den Refe­ren­ten beim „Praxis­kon­gress Recht“, der am 5. Dezem­ber 2018 in Leinfelden‐Echterdingen statt­fin­det. Wir frag­ten nach, was Indus­trie 4.0 aus recht­li­cher Sicht für den Arbeits­schutz bedeu­tet.

Herr Dr. Neupert, wer haftet, wenn der „Kollege Robo­ter“ einen Fehler macht?

Neupert: Kurz gesagt haftet der Bedie­ner in der Regel nicht, außer er mani­pu­liert die Maschine oder macht absicht­lich etwas falsch. Je selbst­stän­di­ger eine Maschine wird, desto wich­ti­ger wird das Thema „Safety by design“ – und das liegt in erster Linie beim Herstel­ler. Da das Sicher­heits­de­sign von Maschi­nen schon jetzt immer aufwän­di­ger wird, werden auch die Fälle, in denen Bedie­ner einen Fehler machen, immer selte­ner. In der zwei­ten Reihe steht das Unter­neh­men, das die Maschine bestellt: Je indi­vi­du­el­ler die Einsatz­sze­na­rien, desto wich­ti­ger ist es, dem Herstel­ler im Planungs­pro­zess die rich­ti­gen Infor­ma­tio­nen zu geben. Diese spie­geln sich im Programm der selbst­stän­di­gen Maschine wider. Da die Herstel­ler die konkre­ten Gefähr­dun­gen im Betrieb nicht kennen, sondern nur mehr oder weni­ger allge­meine Erfah­rungs­werte haben, müssen sich Herstel­ler und Unter­neh­mer gemein­sam über die betriebs­spe­zi­fi­schen Gefähr­dun­gen Gedan­ken machen.

Was ändert sich in der Indus­trie 4.0 für die Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung?

Neupert: In der Indus­trie 4.0 setzen Unter­neh­men Maschi­nen ein, die auto­no­mer und vernetz­ter arbei­ten als zuvor. Bei der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung kommt es nun darauf an, Szena­rien zu entwi­ckeln, in denen diese erwei­ter­ten Fähig­kei­ten der Maschi­nen entspre­chend berück­sich­tigt werden. Auch hier ist die Kommu­ni­ka­tion wich­tig: Herstel­ler und die für die Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung verant­wort­li­chen Perso­nen soll­ten gemein­sam über­le­gen, welche Gefähr­dun­gen im Sicher­heits­de­sign der Maschi­nen bereits berück­sich­tigt sind bezie­hungs­weise welche betriebs­spe­zi­fi­schen Risi­ken hinzu­kom­men. Auf der Seite der verant­wort­li­chen Perso­nen ist wich­tig zu verste­hen, welche neuen Fähig­kei­ten eine Maschine mitbringt. Fliegt beispiels­weise eine Drohne auf vorge­ge­be­nen Pfaden oder sucht sie jeweils den kürzes­ten Weg?

Was können Arbeit­ge­ber und Sifas konkret tun?

Neupert: Eine Möglich­keit besteht darin, ein Kapi­tel in die Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung aufzu­neh­men, das sich mit 4.0 Szena­rien beschäf­tigt. Als erster Schritt sollte ein Denk­pro­zess über 4.0-Prozesse im eige­nen Betrieb ange­sto­ßen werden. Bei vielen Unter­neh­men wird zunächst heraus­kom­men, dass es noch keine 4.0-Szenarien gibt. Dennoch ist es wich­tig, jetzt zu lernen, in diese Rich­tung zu denken, denn wir können davon ausge­hen, dass sich die Entwick­lung deut­lich beschleu­ni­gen wird. Mein Rat lautet also: „Werden Sie nicht nervös, aber blei­ben Sie am Ball!“


Praxis­kon­gress Recht
Termin: 5. Dezem­ber 2018 (09:30 – ca. 16:00 Uhr)
Ort: Konra­din Medi­en­gruppe, Ernst‐Mey‐Str. 8, 70771 Leinfelden‐Echterdingen
Teil­nah­me­ge­bühr: 345,00 Euro netto
Früh­bu­cher bis zum 30.08.2018: 295,00 Euro netto

Weitere Infos und Anmel­dung:
www.praxiskongress-recht.de

 

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