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Rückblick: 1. Tag der Ergononmie — Erfolgreiche Premiere

30. September 2014, Heidelberg
Rückblick: 1. Tag der Ergononmie — Erfolgreiche Premiere

Der Tag der Ergonomie bot Ergonomie auch „zum Anfassen und Ausprobieren“ und holte seine Teilnehmer buchstäblich von den Stühlen. (Foto: Konradin Mediengruppe)
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Mehr als 100 Teil­nehmer ver­sam­melten sich am 30. Sep­tem­ber 2014 im futur­is­tis­chen Audi­to­ri­um der Hei­del­berg­er Print Media Acad­e­my, um sich in Sachen ergonomis­ch­er Gestal­tung von Arbeit­splätzen und der Gefährdungs­beurteilung psy­chis­ch­er Belas­tun­gen auf den neuesten Stand zu brin­gen – am „Tag der Ergonomie“.

Besuch­er, Ref­er­enten, Aussteller und Ver­anstal­ter waren sich einig: Die Pre­miere des Tags der Ergonomie war mehr als geglückt, gelang es doch, die Kom­plex­ität der The­men „ergonomis­che Gestal­tung von Arbeit­splätzen“ und „Gefährdungs­beurteilung psy­chis­ch­er Belas­tun­gen“ aufzubrechen und den Teil­nehmern Wis­sen und konkrete Hil­festel­lun­gen für den Betrieb­sall­t­ag zu ver­mit­teln – und dies auf vielfältige, unter­halt­same  und hoch kom­pe­tente Weise.

Die Ref­er­enten und Ihre The­men:

  • Ergonomie 5.0: Genereller Ansatz, Prinzip­i­en und Konzepte nach DIN 26800 und darüber hin­aus
    Dr. Man­fred Dan­gel­maier, Fraun­hofer IAO
  • Gefährdungs­beurteilung + Ergonomie: Ein­fach oder schwierig, Sie haben die Wahl!
    Prof. Dr.-Ing. Mar­tin Schmaud­er, TU Dres­den
  • Kör­p­er, Geist und Arbeitss­chutz: Möglichkeit­en und Gren­zen auf der Arbeit
    Ger­ald Schnei­der, BAD GmbH
  • Ein­fach anfan­gen — Gefährdungs­beurteilung psy­chis­ch­er Belas­tun­gen!
    Doris Laug­witz, VDSI
  • Die Band­scheiben: Zusam­men­hang zwis­chen Bewe­gung und Belas­tung
    Ass Prof. Mag. Dr. Chris­t­ian Haid, Medi­zinis­che Uni­ver­sität Inns­bruck
  • Work­shop „Bewegter Vor­trag“
    Dorothea Hilgert, IGR e.V.
  • „fresh ergonom­ics“: Ergonomisch richtiges Ver­hal­ten nach­haltig fördern
    Chris­t­ian Brun­ner, IGR e.V.
  • Schwere Arbeit: Anwen­dung der Leit­merk­mal­meth­o­d­en in der Prax­is
    Dr. Ing. André Kluß­mann, ASER Insti­tut
  • Dynamis­che Beleuch­tung: Men­schliche Arbeit bess­er gestal­ten
    Dr. Mar­tin Braun, Fraun­hofer IAO

Ergonomis­che Maß­nah­men ver­ständlich gemacht

Die medi­zinis­che Prä­gung der Diszi­plin Ergonomie verdeut­lichte Ass. Prof. Mag. Dr. Chris­t­ian Haid von der Medi­zinis­chen Uni­ver­sität Inns­bruck. Er stellte die Abhängigkeit der Belas­tung der Band­scheiben von der Stel­lung der Wirbelkör­p­er zueinan­der und dem durchge­führten Bewe­gungsaus­maß – und nicht etwa in erster Lin­ie  von der wirk­enden Kraft – ein­drück­lich dar und machte dadurch ergonomis­che Maß­nah­men begründ­bar und ver­ständlich. Wer das verin­ner­licht, so sein Cre­do, ist bestens vor Rück­en­lei­den gefeit.

Um Bewe­gung und ergonomis­che Ver­hal­tensweisen ging es Chris­t­ian Brun­ner von der Inter­es­sen­ge­mein­schaft der Rückenschullehrer/innen e.V. (IGR). Seine Botschaft: Nicht der „erhobene Zeigefin­ger“, son­dern Humor und vorgelebte Begeis­terung sind der Schlüs­sel zum Erfolg, wenn es um die erfol­gre­iche Ver­mit­tlung ergonomis­ch­er Lehren im Betrieb geht. Brun­ner nen­nt es Ergo­tain­ment. Ganz in diesem Sinne ver­anstal­tet die IGR bere­its seit län­gerem erfol­gre­ich die Sem­i­nar­rei­he „fresh ergonom­ics“.

Auf die Bar­rikaden!

Eine Kost­probe daraus präsen­tierte Dorothea Hilgert (IGR). Sie holte die Teil­nehmer des Tages der Ergonomie buch­stäblich von den Stühlen und ver­hin­derte so, dass das berühmte „Sup­penko­ma“ kurz nach dem wohlschmeck­enden Mit­tags­buf­fet gar nicht erst aufkam.

Dem eher the­o­retis­chen Part des The­mas Ergonomie im Arbeitss­chutz nahm sich Dr. Man­fred Dan­gel­maier vom Fraun­hofer-Insti­tut für Arbeitswirtschaft und Organ­i­sa­tion (IAO) an. Er erläuterte anhand der DIN EN ISO 26800, welche Konzepte und Ansätze in der Ergonomie heute wichtig sind. Verän­derte Randbe­din­gun­gen in der Wirtschaft haben, so Dan­gel­maier, das Ergonomie-Ver­ständ­nis verän­dert – und verän­dern es weit­er. Darauf basierend skizzierte er den Weg zu ein­er Ergonomie der Zukun­ft, ein­er Ergonomie 5.0.

Gelun­gene Inte­gra­tion

Wie die heuti­gen Erken­nt­nisse der Ergonomie in den Arbeitss­chutz inte­gri­ert wer­den kön­nen und mit welchen Maß­nah­men das Ziel der men­schgerecht­en Gestal­tung der Arbeit ver­fol­gt wer­den kann, verdeut­lichte Prof. Dr.-Ing. Mar­tin Schmaud­er von der Tech­nis­chen Uni­ver­sität Dres­den. Grund­lage ist für ihn die Analyse und Bew­er­tung der Arbeits­be­din­gun­gen inner­halb der Gefährdungs­beurteilung. Die Ergonomie lief­ere wiederum das fach­liche Wis­sen und die Instru­mente, um Belas­tun­gen im Hin­blick auf die men­schen­gerechte Gestal­tung bew­erten zu kön­nen.

Anhand anschaulich­er Prax­is­beispiele ging Dr.-Ing. André Kluß­mann vom Wup­per­taler ASER Insti­tut auf Hin­ter­gründe und geplante Weit­er­en­twick­lun­gen dreier Leit­merk­mal­meth­o­d­en der Bun­de­sanstalt für Arbeitss­chutz und Arbeitsmedi­zin und des Län­der­auss­chuss­es für Arbeitss­chutz und Sicher­heit­stech­nik zur Analyse, Bew­er­tung und Gestal­tung physis­ch­er Belas­tun­gen ein. In den Fokus stellte er die Leit­merk­mal­meth­o­d­en für manuelles Heben, Hal­ten und Tra­gen von Las­ten, für manuelles Ziehen und Schieben von Las­ten sowie für manuelle Arbeit­sprozesse.

Nur Mut!

All jenen, die eine Gefährdungs­beurteilung psy­chis­ch­er Belas­tun­gen scheuen, machte Doris Laug­witz vom VDSI (Ver­band für Sicher­heit, Gesund­heit und Umweltschutz bei der Arbeit) Mut.  Ein­fach unkom­pliziert anfan­gen und sich einen ersten Überblick ver­schaf­fen, war ihre Parole. Was es dafür an Vor­bere­itun­gen und Vorüber­legun­gen braucht, damit die Akteure hand­lungs­fähig wer­den, erk­lärte sie ihren Zuhör­ern umge­hend.

Die his­torische Dimen­sion des Schutzes von Kör­p­er und Geist im Arbeit­sleben zeigte Dr. Ger­ald Schnei­der von der B·A·D Gesund­heitsvor­sorge und Sicher­heit­stech­nik GmbH auf. Der Men­sch sehe sich spätestens seit Beginn der Indus­tri­al­isierung ein­er immer stärk­er wer­den­den Funk­tion­al­isierung und Rol­len­zuschrei­bung aus­ge­set­zt, die sein Bedürf­nis nach Indi­vid­u­al­ität zer­störe. Ger­ade heute aber sei es wichtig, die Ein­heit von Geist und Kör­p­er und die Kor­re­spon­denz von Leis­tungsan­forderung und Leis­tungsver­mö­gen soweit (wieder) herzustellen, dass Arbeit als selb­st­bestäti­gen­der und Frucht tra­gen­der Aspekt human­er Lebenswirk­lichkeit erfahrbar wird. Die ergonomis­che Aus­führung von Arbeit oder Arbeitssys­te­men ist laut Schnei­der eine Möglichkeit, dies zu erre­ichen.

Lichtkonzepte auf LED-Basis

Den Tag der Ergonomie been­dete Dr. Mar­tin Braun vom Fraun­hofer IAO mit einem the­ma­tis­chen Schlenker hin zur dynamis­chen Beleuch­tung als Mit­tel, Arbeit­squal­ität und Arbeit­sergeb­nis pos­i­tiv zu bee­in­flussen. Mit dem Blick auf inno­v­a­tive LED-Licht­tech­nolo­gien legte er grundle­gen­den Konzepte und Gestal­tungsan­sätze dar und präsen­tierte Unter­suchungsergeb­nisse sowie dynamis­che Beleuch­tungskonzepte. Schließlich gab er seinen Zuhör­ern noch eine Entschei­dungs­grund­lage für die prak­tis­che Licht­gestal­tung am Arbeit­splatz an die Hand.

Infor­ma­tive Pro­duk­tschau

Der Tag der Ergonomie bein­hal­tete außer­dem eine Ausstel­lung ergonomis­ch­er Pro­duk­te und Lösun­gen. Fol­gende Anbi­eter waren vor Ort: ASSTEC, AOS — Akustik Office Sys­teme, Basi, Bimos, Dataflex, ERGOSQUAD, Giroflex, IGR, LÖFFLER, Offi­ce­plus, LÖW Ergo

Der “Tag der Ergonomie” der Fachzeitschriften Sicher­heitsin­ge­nieur und Sicher­heits­beauf­tragter fand in Koop­er­a­tion mit dem Fraun­hofer-Insti­tut für Arbeitswirtschaft und Organ­i­sa­tion und der Tech­nis­chen Uni­ver­sität Dres­den statt.

 

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