Überzeugen statt kontrollieren - verhaltensorientierter Arbeitsschutz
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Praxiskongress Verhaltensorientierter Arbeitsschutz

Über­zeu­gen statt kontrol­lie­ren

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Siche­res Arbei­ten ist kein Selbst­läu­fer. Das wissen die betrieb­li­chen Akteure im Arbeits­schutz nur zu gut. Doch wie errei­chen sie die Beschäf­tig­ten wirk­lich – mit einem Thema, das gemein­hin als „nicht sexy“ oder „uncool“ gilt? Um diese Frage drehte sich der Praxis­kon­gress „Verhal­tens­ori­en­tier­ter Arbeits­schutz“, zu dem Sicher­heits­in­ge­nieur, Sicher­heits­be­auf­trag­ter sowie die Si-Akademie Ende Novem­ber in das ITZ Fulda gela­den hatten. 

Acht Refe­ren­ten, 105 Teil­neh­mer und eine Begleit­aus­stel­lung mit zehn Anbie­tern sorg­ten für eine rundum gelun­gene Veran­stal­tung, von der alle Betei­lig­ten etwas mitneh­men konn­ten. Ausgangs­punkt für die viel­fäl­ti­gen Praxis­bei­träge und ange­reg­ten Diskus­sio­nen war die folgende Erkennt­nis: Die Möglich­kei­ten, Sicher­heit und Gesund­heit durch Vorschrif­ten und Über­wa­chung weiter voran­zu­brin­gen, sind prak­ti­sch ausge­reizt.

Gesetz­li­che Verpflich­tun­gen, Regel­werk und aktu­elle Sicher­heits­stan­dards haben zwar bewirkt, dass die Zahl der Arbeits­un­fälle deut­lich gesun­ken ist – doch die Entwick­lung bleibt auf diesem zwar nied­ri­gen, aber letzt­lich immer noch unbe­frie­di­gen­den Niveau stecken. Auf den letz­ten Metern zur „Vision Zero“, einer Arbeits­welt ohne Arbeits­un­fälle und arbeits­be­dingte Erkran­kun­gen, helfen Gesetze und Kontrol­len offen­bar nicht weiter. Statt­des­sen kommt der Faktor Mensch ins Spiel: Sein persön­li­ches Verhal­ten, gesteu­ert von inne­ren Über­zeu­gun­gen, ist das Züng­lein an der Waage.

Kultur der Präven­tion

Doch wie kann Präven­tion in Flei­sch und Blut über­ge­hen? Nur durch einen lang­fris­ti­gen Werte­wan­del, zeigte sich Erst­red­ner Dr. Walter Eichen­dorf, stell­ver­tre­ten­der Haupt­ge­schäfts­füh­rer der Deut­schen Gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung (DGUV), über­zeugt. Um Verän­de­run­gen in der Einstel­lung und damit im persön­li­chen Verhal­ten zu bewir­ken, müsse eine neue Kultur der Präven­tion in den Köpfen und Herzen Einzug halten. Exakt dieses Ziel verfolgt die neue Präven­ti­ons­kam­pa­gne der DGUV, die auf der A+A in Düssel­dorf einge­lei­tet wurde.

Für die sechs Hand­lungs­fel­der, die multi­me­dial thema­ti­siert und aufbe­rei­tet werden, sind insge­samt zehn Jahre Entwick­lungs­zeit ange­setzt: „Fakten­wis­sen ist an einem Tag vermit­tel­bar. Wenn Sie die Werte­skala von Menschen verän­dern wollen, können Sie das nicht in Tagen oder Mona­ten“, erklärte Eichen­dorf die lange Lauf­zeit. Verän­de­run­gen in der Einstel­lung und im Verhal­ten von Menschen benö­tig­ten fünf, in der Kultur von Unter­neh­men zehn Jahre.

Neugierde wecken

Eichen­dorf ist sich bewusst, was sich die DGUV hier vorge­nom­men hat: Sicher­heit und Gesund­heit seien Werte, unmit­tel­bar vergleich­bar mit aner­kann­ten hohen Gütern wie Ehe, Liebe und Vertrauen. „Aber das wird norma­ler­weise nicht so verstan­den.“ Um den Boden für diese Botschaft zu berei­ten, star­tete die Präven­ti­ons­kam­pa­gne am 18. Okto­ber zunächst als mediale Dach­kam­pa­gne. Sechs Wochen lang zeigen Plakate den Kampa­gnen­na­men komm­mit­mensch in verschie­de­nen Varia­tio­nen – bundes­weit und ohne Hinweis darauf, worum es eigent­lich geht. „Wir wollen Neugierde wecken.“

Um eine tief­grei­fende Werte­dis­kus­sion anzu­sto­ßen und vor allem auch die jüngere Gene­ra­tion ins Boot zu holen, setzt die neue Präven­ti­ons­kam­pa­gne nicht nur auf die bislang übli­chen Medien wie Hand­lungs­hil­fen und Check­lis­ten, sondern auch auf neue digi­tale Ange­bote. „Broschü­ren finden junge Leute zum Gähnen. Mit unse­rer App zum Thema Fehler­kul­tur stoßen wir bei ihnen auf höhere Akzep­tanz“, weiß der stell­ver­tre­tende Geschäfts­füh­rer. Gut ange­nom­men werde auch eine Dialog­box mit Handlungsfeld-Karten, die Betriebe per E-Mail an kommmitmensch@dguv.de bestel­len können.

Wir haben noch nie so posi­tive Rück­mel­dun­gen auf ein Medium bekom­men. Ich kann Ihnen verspre­chen, dass Sie mit dieser Dialog­box viel in Ihren Unter­neh­men machen können.“ Die Kampa­gne beschränkt sich aber nicht nur auf das Arbeits­le­ben, sondern weist weit darüber hinaus: „In dem Moment, wo Sie Sicher­heit und Gesund­heit zu einem Wert machen wollen, können Sie dies nur 24/7, Tag und Nacht, betrei­ben“, erklärte Eichen­dorf: Es gehe folg­lich nicht nur um sichere Arbeit, sondern darum, sicher und gesund zu leben.

Was bist du dir wert?

In einem eindrucks­vol­len Vortrag darüber, was Sicher­heit für ihn bedeu­tet, nahm Janis McDa­vid den Faden seines Vorred­ners auf. Für den 26-Jährigen, der ohne Arme und Beine gebo­ren wurde, gibt es keine Frei­heit ohne Sicher­heit. Der Sicher­heits­bü­gel an seinem Roll­stuhl, das drei­stu­fige Sicher­heits­sys­tem in seinem Auto, das soziale Sicher­heits­netz aus Freun­den – all dies ermög­licht ihm, seinen Hand­lungs­spiel­raum zu erwei­tern. „Warum kann und will ich meine Komfort­zone immer wieder verlas­sen? Weil ich ein Sicher­netz habe!“, erklärte der Autor und Moti­va­ti­ons­red­ner, der unter ande­rem schon für UNICEF in Südafrika unter­wegs war.

Als Jugend­li­cher habe er den Wert des Sicher­heits­bü­gels aller­dings noch nicht begrif­fen, räumte McDa­vid ein. „Ich fand es zunächst total uncool, ihn zu benut­zen.“ Das änderte sich mit einer neuen Einstel­lung zu sich selbst und zu seiner Behin­de­rung: „Ich habe ein neues Gehirn­pro­gramm gefah­ren und mich auf das Posi­tive in meinem Leben konzen­triert.“ Dreh- und Angel­punkt dafür war die eigene Wert­schät­zung: „Das Argu­ment, dass der Bügel mich schützt, hat mich vorher nicht erreicht.“ Inzwi­schen ist McDa­vid davon über­zeugt, dass er nur mit der nöti­gen Sicher­heit seine Gren­zen austes­ten und Neues wagen kann. Der Motor dafür steckt aller­dings in ihm selbst: „Ich habe erkannt: Keine Möglich­keit ist so effek­tiv, wie mein inne­rer Antrieb.“

Wirk­sam­keit entschei­dend

Prof. Dr. Rüdi­ger Trim­pop von der Friedrich-Schiller Univer­si­tät Jena bezeich­nete die Ausfüh­run­gen seiner Vorred­ner als Steil­vor­lage für seinen Beitrag zum Thema „Einstel­lun­gen, Moti­va­tion und (Risiko-)verhalten im Arbeits­schutz“. „Solange es uns persön­lich nicht berührt, machen wir nur ober­fläch­lich mit“, knüpfte der Profes­sor an McDa­vids Aussa­gen an. Aber auch orga­ni­sa­tio­nale Fehler sorg­ten dafür, dass sich das Enga­ge­ment der Fach­kräfte für Arbeits­si­cher­heit (Sifas) oft leer laufe.

Einer Studie aus seinem Hause zufolge habe ein Drit­tel der Sifas keinen Zugang zur Geschäfts­füh­rung. Die Unter­neh­mens­lei­tun­gen fungier­ten jedoch als Stell­schrau­ben im Betrieb. „Wie wollen Sie da etwas errei­chen?“, kriti­sierte Trim­pop. Sifas müss­ten stär­ker an Strategie-, Planungs- und Manage­ment­tä­tig­kei­ten teil­ha­ben, folgerte er. Dies habe auch direk­ten Einfluss auf die Moti­va­tion: „Ich bin dadurch moti­viert, dass ich wirk­sam bin.“

Risi­ko­kom­pe­tenz ausbil­den

Mit Geset­zen und Regeln allein sei es jeden­falls nicht getan. „Ich kann über massive Kontrolle alles Mögli­che beein­flus­sen, aber keine Eigen­ver­ant­wor­tung und Einsich­ten erzie­len.“ Führungs­kräfte müss­ten zudem Risi­ken einge­hen, um Chan­cen für ihre Unter­neh­men wahren zu können. „Wir brau­chen beides – Risiko und Kontrolle“, folgerte Trim­pop. Risi­ko­mi­ni­mie­rung ergebe keinen Sinn, das Stich­wort laute statt­des­sen „Risi­ko­op­ti­mie­rung“ bezie­hungs­weise Risi­ko­kom­pe­tenz: „Beschäf­tigte müssen abschät­zen können, was zu tun ist, um sich abzu­si­chern – gege­be­nen­falls auch außer­halb des Regel­werks.“ Der Gedanke, dass der Weg zur Sicher­heit über den Menschen führe, sei noch rela­tiv neu. Bei der Ausrich­tung auf den Faktor Mensch spiel­ten viele Diszi­pli­nen eine Rolle – so zum Beispiel auch die Pädago­gik. „Sie müssen das Thema aus verschie­de­nen Blick­win­keln betrach­ten“, empfahl Trim­pop. Dies schlage sich auch in der neuen Sifa-Ausbildung nieder.

Attrak­ti­ves Ziel: Gesund in die Rente

Ich als Führungs­kraft möchte das Risiko im Griff haben“, befand Josef Fischer. Dem Abtei­lungs­lei­ter Moto­ren­mon­tage und Lackie­rung bei der Firma MAN Diesel & Turbo ist der Rest­so­ckel an Arbeits­un­fäl­len, auf den sich der Betrieb einge­pen­delt hatte, ein Dorn im Auge. Diese Unfälle beruh­ten zu 96 Prozent auf mensch­li­chem Fehl­ver­hal­ten. Um das Bewusst­sein für unsi­che­res Verhal­ten zu stei­gern, werden solche Verhal­tens­wei­sen seit eini­ger Zeit konse­quent ange­spro­chen. „Nicht anspre­chen gilt als Zuspruch“, gab Fischer zu beden­ken. Da Verhal­tens­än­de­run­gen immer von oben nach unten ange­sto­ßen würden, müsse die Führung mit gutem Beispiel voran­ge­hen. Er selbst benutze beispiels­weise beim Trep­pen­stei­gen nunmehr immer den Hand­lauf.

Durch Selbst­ver­pflich­tungs­er­klä­run­gen, Work­shops und regel­mä­ßige Arbeits­si­cher­heits­ge­sprä­che sei es gelun­gen, Commit­ment in der gesam­ten Beleg­schaft zu erzie­len. In den Sicher­heits­ge­sprä­chen würden wohl­ge­merkt nicht nur Mahnun­gen vorge­tra­gen, sondern ausdrück­lich Lob und posi­tive Rück­mel­dun­gen gege­ben. Jeder Mitar­bei­ter solle sich als Sicher­heits­be­auf­trag­ter verste­hen, sodass Arbeits­schutz zur Selbst­ver­ständ­lich­keit werde. „Wir schaf­fen eine allge­meine Sicher­heits­kul­tur, in der unsi­chere Verhal­tens­wei­sen keine Chance mehr haben“, fasste Fischer zusam­men. Für Ansporn sorge dabei auch das „attrak­tive Ziel“, gesund in die Rente zu gehen. „Ich finde das gar nicht uncool. Arbeits­si­cher­heit ist doch sexy“, erklärte Fischer.

Last-Minute-Check in der Latz­hose

Auch für Dr. Volker Koch ist die Parti­zi­pa­tion der Mitar­bei­ter eng mit der Vorbild­rolle der Führungs­kräfte verknüpft. Der Geschäfts­füh­rer von etalon inter­na­tio­nal erläu­terte am Beispiel eines Bauun­ter­neh­mens, wie die Führungs­kräfte dort stär­ker in den Arbeits­schutz invol­viert wurden – etwa durch die Verpflich­tung zu Sicher­heits­rund­gän­gen, fest­ge­schrie­ben in der Ziel­ver­ein­ba­rung. Auf der Mitar­bei­ter­ebene wurden Über­kreuz­be­ge­hun­gen in den verschie­de­nen Werken orga­ni­siert. Mithilfe eines „Last Minute Risk Assess­ment“ im Einsteck­for­mat für die Latz­hose kann zudem jeder Bauar­bei­ter vor Arbeits­auf­nahme jetzt noch einmal persön­lich checken, ob alle nöti­gen Sicher­heits­vor­keh­run­gen getrof­fen wurden.

Der Impuls zur Aufwer­tung des Arbeits­schut­zes kam von außen – die Baufirma sah sich dazu veran­lasst, um bei Verga­ben nicht durchs Raster zu fallen. Auch bei einem zwei­ten Beispiel­un­ter­neh­men brachte erst ein folgen­schwe­res Ereig­nis den Stein ins Rollen: In dem mittel­stän­di­schen Betrieb war es zu einem tödli­chen Arbeits­un­fall gekom­men. Die Geschäfts­füh­rung musste Stel­lung bezie­hen und reagie­ren. Dies geschah unter ande­rem durch eine Neude­fi­ni­tion der Verant­wor­tung für die Sicher­heit, einer Aufwer­tung der Sicher­heits­be­auf­trag­ten und der Einfüh­rung von Sicher­heitsscouts. „Die Sicher­heits­kul­tur wird zunächst mit Manage­ment­werk­zeu­gen getrie­ben“, erklärte Koch. Für eine echte Kultur­ver­än­de­rung brau­che es jedoch Zeit. „Ich wünsche Ihnen viel Kraft und einen langen Atem“, schloss er seinen Vortrag.

Kommu­ni­ka­tion ist alles

Nicht nur im eige­nen Betrieb, sondern auch bei ihren 500 Part­ner­fir­men achtet die Syna GmbH auf ein hohes Arbeitsschutz-Niveau – vor allem mittels Kommu­ni­ka­tion. „Uns ist es egal, ob es um unsere eige­nen Mitar­bei­ter oder die Mitar­bei­ter einer beauf­trag­ten Fremd­firma geht“, betonte Roland Nitz­ler“, Leiter Betriebs­si­cher­heit der Syna GmbH. „Wir spre­chen ohne­hin nur noch von Part­ner­fir­men.“ Um den Erfah­rungs­schatz zu heben, der sich letzt­lich bei jedem Projekt ansammle, werden Safety Teams aus Vertre­tern beider Parteien gebil­det. Die Team­mit­glie­der besu­chen gemein­sam die Baustelle und nehmen zum Ende eine Abschluss­be­spre­chung vor.

Die Idee dahin­ter: „Alles, worüber nicht kommu­ni­ziert wird, findet nicht statt.“ Kommu­ni­ziert werde grund­sätz­lich part­ner­schaft­lich, respekt­voll und auf Augen­höhe – schließ­lich können Fehler auch auf eige­ner Seite passiert sein. Sein Unter­neh­men habe auf diese Weise vielen Klein­un­ter­neh­men gehol­fen, aber auch selbst eine ganze Menge gelernt, betonte Nitz­ler. Für ihr Konzept der Safety Teams wurde die Süwag Ener­gie AG, Mutter­un­ter­neh­men der Syna GmbH, mit dem Deut­schen Arbeits­schutz­preis 2015 ausge­zeich­net.

Inves­ti­tio­nen rech­nen sich

Auch bei ICL Laden­burg gibt es eine klare Einstel­lung zum Arbeits­schutz: „Tonnen machen kann jeder, aber bei uns bitte mit Quali­tät und ohne Unfälle“, erklärte Bernd Koch, Leitende Fach­kraft Arbeits­si­cher­heit, Gesund­heit und Umwelt. Dazu würden die Arbeit­neh­mer inten­siv in den Arbeits­schutz einbe­zo­gen und das Thema durch viel­fäl­tige Maßnah­men wie Jahres­ka­len­der, Aktio­nen mit Give Aways oder Sicher­heits­tipp auf der Gehalts­ab­rech­nung für Zuhause stän­dig präsent gehal­ten. Sicher­heits­kurz­ge­sprä­che finden regel­mä­ßig einmal im Monat statt. „Wir brau­chen keinen Unfall, um die Mitar­bei­ter zu unter­wei­sen.“

Insge­samt inves­tiere die Firma für die verschie­de­nen Maßnah­men rund 50 Euro pro Jahr und Mitar­bei­ter – eine Ausgabe, die sich rechne. „Der Return on Preven­tion wird mit 2,3 ange­ge­ben. Das halte ich noch für zu nied­rig ange­setzt“, bilan­zierte Koch. Arbeits­schutz gebe in jedem Fall Hilfe­stel­lung für einen geord­ne­ten Produk­ti­ons­ab­lauf – auch und gerade, wenn Mitar­bei­ter beauf­tragt seien, den Arbeits­gang bei Unsi­cher­hei­ten zu stop­pen. Verhal­tens­be­zo­ge­ner Arbeits­schutz sei der entschei­dende Entwick­lungs­schritt in die Zukunft und die Vision Zero gar nicht so weit weg.

Persön­lich­keits­recht versus Arbeit­ge­ber­in­ter­esse

Einen kurzen Einblick in die recht­li­chen Grund­la­gen gab abschlie­ßend Matthias Klagge, Rechts­an­walt LL.M., TIGGES Rechts­an­wälte Düssel­dorf. Der Leit­satz „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“, sei aus recht­li­cher Sicht mit Vorsicht zu genie­ßen, warnte der Jurist. Bei der Beob­ach­tung von Beschäf­tig­ten kolli­dier­ten Arbeit­ge­ber­in­ter­es­sen leicht mit Persön­lich­keits­rech­ten, so etwa mit dem Recht auf Privat­sphäre, dem Recht auf Vertrau­lich­keit am gespro­che­nen Wort, dem Recht am eige­nen Bild und dem Recht auf infor­melle Selbst­be­stim­mung.

In jedem Fall unzu­läs­sig sei die Total­über­wa­chung von Beschäf­tig­ten und dabei gewon­nene Erkennt­nisse vor Gericht auch nicht verwend­bar. Anders verhalte es sich, wenn Arbeit­neh­me­rin­nen oder Arbeit­neh­mer ihr Einver­ständ­nis zum Einsatz von tech­ni­schen Kontroll­in­stru­men­ten wie Body-Cams oder Fahr­zeu­g­or­tun­gen erteil­ten. Der Jurist gab den Versam­mel­ten noch einen allge­mein­gül­ti­gen Tipp mit auf den Weg, um Quer­elen zu vermei­den: „Mitein­an­der reden hilft immer…“

Markt­ein­blick bekom­men

In den Semi­nar­pau­sen kamen nicht nur Refe­ren­ten und Teil­neh­mer mitein­an­der ins Gespräch, sondern es bot sich auch die Gele­gen­heit, aktu­elle Produkte und Dienst­leis­tun­gen von zwölf Anbie­tern kennen­zu­ler­nen und sich kurzer­hand fach­kun­dig bera­ten zu lassen. Mit von der Partie waren die Firmen Honey­well Safety Products, HB Protec­tive Wear, Stabi­lus Safety, Mapa Profes­sio­nell, DSM-Dyneema, Hymer Leicht­me­tall­bau, Kee Safety, Phonak Commu­ni­ca­ti­ons, Flokk, Assmann Büro­mö­bel, domeba distri­bu­tion sowie der Fach­ver­lag ecomed-Storck. Auf diese Weise gewann so mancher Besu­cher Einblick in den neus­ten Stand von Schutz­klei­dung, Sicher­heits­schu­hen, Hand­schu­hen, Leitern, Absturz­si­che­run­gen, Hörschutz und Büro­mö­beln – zusätz­lich zu den zahl­rei­chen Impul­sen, die im Semi­nar gesetzt wurden. „Ich nehme hier viel mit“, hieß es deshalb viel­stim­mig zum Abschluss oder, auf den Punkt gebracht: „eine hervor­ra­gende Veran­stal­tung“.

Lebhafte Eindrü­cke des Praxis­kon­gres­ses „Verhal­tens­ori­en­tier­ter Arbeits­schutz“ vermit­telt dieser Kurz­film.

Weitere Infor­ma­tio­nen sowie die Präsen­ta­tio­nen der Refe­ren­ten finden Sie unter

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