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Schnelltest für Atemschutzmasken ohne CE-Kennzeichnung

Angemessenes Sicherheitsniveau notwendig
Schnell­test für Atem­schutz­mas­ken (FFP2) ohne CE-Kennzeichnung

Foto: © Philippe Ramakers - stock.adobe.com
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Die Corona-Pandemie hat die Nach­frage nach Atem­schutz­mas­ken in allen Berei­chen der Gesell­schaft stark erhöht. Die Versor­gung medi­zi­ni­scher Fach­kräfte mit dieser Schutz­aus­rüs­tung ist mitt­ler­weile zum Erlie­gen gekom­men und damit stehen die Arbeits­fä­hig­keit und Sicher­heit der betrof­fe­nen Beschäf­tig­ten in den kommen­den Wochen in Frage.

Für die Dauer der derzei­ti­gen Sars-CoV-2-Pandemie hat die Euro­päi­sche Kommis­sion daher am 13. März 2020 den Mitglied­staa­ten die Möglich­keit eröff­net, zur Versor­gung der medi­zi­ni­schen Fach­kräfte auch Atem­schutz­mas­ken ohne CE-Kennzeichnung einzu­kau­fen. Voraus­set­zung hier­für ist, dass die Atem­schutz­mas­ken ein ange­mes­se­nes Gesundheits- und Sicher­heits­ni­veau gewähr­leis­ten.


Lesen Sie auch: Schnell­test für Pande­mie­atem­schutz – Aktu­elle Fragen und Antwor­ten

Aktu­elle Meldun­gen zur Coronavirus-Pandemie finden Sie hier.


Schnell­test jetzt verfüg­bar

Das Insti­tut für Arbeits­schutz der Deut­schen Gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung (IFA) und die DEKRA Testing and Certi­fi­ca­tion GmbH haben inner­halb weni­ger Tage einen Schnell­test entwi­ckelt, mit dem sich über­prü­fen lässt, ob auch Atem­schutz­mas­ken, die derzeit vieler­orts im Eilver­fah­ren herge­stellt werden und auf ihre Zulas­sung warten, für die Dauer der akuten Gesund­heits­be­dro­hung zum Schutz der Menschen im Gesund­heits­we­sen einge­setzt werden können.


Für welche Atem­schutz­mas­ken dies gilt, darauf antwor­tete uns (Redak­tion von www.sifa-sibe.de) auf Nach­frage Hans-Georg Nieder­meyer, Leiter der Zentral­stelle der Länder für Sicher­heits­tech­nik – ZLS

Mit dem verein­fach­ten Prüf­ver­fah­ren, auf das auf unse­rer Web-Site hinge­wie­sen wird, wurde eine Möglich­keit geschaf­fen, im Zwei­fels­fall kurz­fris­tig über­prü­fen zu können, ob der Dekla­ra­tion einer Atem­schutz­maske als FFP2 Maske vertraut werden kann. Für FFP3 Masken ist dieses Verfah­ren nicht geeig­net. Das Verfah­ren ist auch kein Ersatz für eine regu­läre EU-Baumusterprüfung. Masken, die die formel­len Voraus­set­zun­gen für das Inver­kehr­brin­gen auf dem Unions­markt nicht erfül­len, das verein­fachte Prüf­ver­fah­ren aber bestehen, können somit nur ausnahms­weise und für einen begrenz­ten Zeit­raum auf dem Markt bereit­ge­stellt werden. Die Entschei­dung darüber ist den jeweils zustän­di­gen Markt­über­wa­chungs­be­hör­den vorbe­hal­ten.“

Nieder­meyer weiter: „Der von ihnen ange­spro­chene Mund- und Nasen­schutz ist keine PSA, sondern ein Medi­zin­pro­dukt. Für diese Art von Produk­ten besitzt die ZLS keine Zustän­dig­keit. Wir können daher hier­für keine Fest­le­gun­gen tref­fen. Mund- und Nasen­schutz ist nach den Vorschrif­ten des Medi­zin­pro­duk­te­ge­set­zes in Verkehr zu brin­gen (das Gesetz sieht Ausnah­men durch die zustän­di­gen Behör­den vor). Um die  gesetz­lich gefor­derte Sicher­heit zu gewähr­leis­ten, sollte der Mund- und  Nasen­schutz mindes­tens den Anfor­de­run­gen der EN 14683 entspre­chen.“


Atem­schutz­mas­ken sind soge­nannte persön­li­che Schutz­aus­rüs­tung (PSA). Sie unter­lie­gen stren­gen Qualitäts- und Leis­tungs­an­for­de­run­gen und müssen für den Euro­päi­schen Markt von unab­hän­gi­gen Stel­len geprüft und zerti­fi­ziert werden. Nur dann darf der Herstel­ler sie mit dem CE-Kennzeichen verse­hen und in Europa vertrei­ben.

Das von IFA und DEKRA entwi­ckelte Prüf­ver­fah­ren soll diesen Nach­weis schnell möglich machen.

Der Prüf­grund­satz soll dabei helfen, das Ange­bot an Atem­schutz­mas­ken möglichst rasch zu erwei­tern und die sonst sehr aufwän­di­gen Prüfun­gen für diese Produkte auf wenige Tage – also auf einen Bruch­teil der erfor­der­li­chen Test­zeit – zu verkür­zen. Dabei ginge Geschwin­dig­keit vor hundert­pro­zen­ti­ger Gewiss­heit über die notwen­dige Schutz­wir­kung.

Dr. Peter Paszkie­wicz, Leiter der Prüf- und Zerti­fi­zie­rungs­stelle im IFA, sagte: „Es muss betont werden, dass der so geprüfte Pande­mie­atem­schutz keine regu­läre persön­li­che Schutz­aus­rüs­tung nach der euro­päi­schen PSA-Verordnung ist. Er ist als letzte Reserve für system­re­le­vante Perso­nen im Gesund­heits­dienst gedacht und soll nur dann verwen­det werden, wenn keine ande­ren zuge­las­se­nen Atem­schutz­mas­ken mehr zur Verfü­gung stehen – auch solche nicht, die in Ländern außer­halb Euro­pas zuge­las­sen sind.“

IFA und DEKRA bieten die Prüfung ab sofort an. Andere Prüf­stel­len können sich bei Inter­esse an die Zentral­stelle der Länder für Sicher­heits­tech­nik (ZLS) wenden.

Paszkie­wicz: „Wir planen selbst bereits zusätz­li­che Prüf­ka­pa­zi­tä­ten im Insti­tut ein, hoffen aber auf breite Unter­stüt­zung durch andere kompe­tente Stel­len.“

Geeig­nete Prüf­stel­len

Zunächst können die folgen­den Stel­len nach dem vorlie­gen­den Prüf­grund­satz arbei­ten:

Insti­tut für Arbeits­schutz der DGUV (IFA)

Alte Heer­straße 111

53757 Sankt Augus­tin

Email : ifa@dguv.de

Website : www.dguv.de/ifa

 

DEKRA Testing and Certi­fi­ca­tion GmbH

Hand­werk­straße 15

70565 Stutt­gart

Email : DTC-Certification-body@dekra.com

Website : www.dekra-testing-and-certification.de

 

Weitere Stel­len können sich bei der ZLS melden, um in diese Liste aufge­nom­men zu werden.

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