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Dies zeigt eine neue Studie des IFA

Arbeiten in Frühschicht
Auch Früh­auf­ste­her leiden unter Schlaf­man­gel

Beschäftigte in Frühschicht sind oft unausgeschlafen – auch wenn sie eigentlich Frühaufsteher sind (Foto: Maurice Tricatelle – stock.adobe.com)
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Früh­schich­ten sind auch für viele Früh­auf­ste­her ein Problem. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Insti­tuts für Arbeits­schutz der Deut­schen Gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung (IFA). Sie zeigt, dass dauer­haf­ter Schlaf­man­gel bei Beschäf­tig­ten in Früh­schich­ten sehr häufig vorkommt, und das unab­hän­gig davon, ob sie eher zu den Früh- oder Spät­auf­ste­hern zählen.

Bislang war die Wissen­schaft davon ausge­gan­gen, dass durch Früh­schich­ten kein Schlaf­de­fi­zit entsteht, insbe­son­dere nicht für Früh­ty­pen, soge­nannte Lerchen. Die Studie hat unter ande­rem Bedeu­tung für die Verhü­tung von Unfäl­len: Beschäf­tige, die regel­mä­ßig zu wenig schla­fen, haben ein erhöh­tes Risiko für Arbeits- und Wege­un­fälle.

Wann und wieviel ein Mensch schläft, ist Typsa­che. Hier­bei spielt vor allem der soge­nannte Chro­no­typ eine Rolle, also die innere biolo­gi­sche Uhr für Schla­fen und Wach­sein. Stän­dig weni­ger als sieben Stun­den zu schla­fen gilt aller­dings für frühe wie späte Chro­no­tpyen als unge­sund, weil die Konzen­tra­tion leidet und damit das Unfall­ri­siko steigt. „Proble­ma­tisch ist vor allem, dass dauer­haf­ter Schlaf­man­gel häufig gar nicht mehr wahr­ge­nom­men wird“, sagt Barbara Hirsch­wald, Biolo­gin beim IFA. Stän­dige, aber unbe­merkte Unkon­zen­triert­heit könne dann zu Unfäl­len führen. So ergab eine Unter­su­chung des AAA Foun­da­tion for Traf­fic Safety aus dem Jahr 2016 bereits ein signi­fi­kant erhöh­tes Unfall­ri­siko bei weni­ger als sieben Stun­den Nacht­ruhe.

Dass Nacht­schicht­ar­beit meist mit Schlaf­man­gel einher­geht, ist belegt. Bei Menschen, die in Früh­schicht arbei­ten, also mit einem Arbeits­be­ginn zwischen 6:00 und 7:00 Uhr, ging die Wissen­schaft bislang nicht von einem Schlaf­de­fi­zit aus.

Beschäf­tigte zu Schlaf­ge­wohn­hei­ten befragt

Die Frage, welchen Einfluss die Lage der Arbeits­zeit und der Chro­no­typ auf die Schlaf­dauer haben und damit indi­rekt auf das Unfall­ge­sche­hen bei der Arbeit, war Gegen­stand einer Nach­un­ter­su­chung melde­pflich­ti­ger Arbeits­un­fälle durch das IFA. Es befragte 374 Beschäf­tigte aus verschie­de­nen Mitglieds­be­trie­ben der Berufs­ge­nos­sen­schaft Holz und Metall zu ihren Schlaf­ge­wohn­hei­ten. Anga­ben über Aufsteh- und Zubettgeh-Zeiten an Arbeits­ta­gen und in freien Zeiten ermög­lich­ten Rück­schlüsse auf die Schlaf­dauer. Die innere biolo­gi­sche Uhr der Beschäf­tig­ten, der Chro­no­typ, wurde dabei eben­falls berück­sich­tigt.

Dauer­haf­ter Schlaf­man­gel betrifft demnach auch Menschen, die regel­mä­ßig in Früh­schicht arbei­ten. Hirsch­wald: „Das Risiko weni­ger als sieben Stun­den Schlaf zu bekom­men, steigt bei ihnen um das Vier­zehn­fa­che im Vergleich zu Beschäf­tig­ten, die später zur Arbeit gehen.“

Vor einer Früh­schicht wird durch­schnitt­lich knapp sechs­ein­halb Stun­den geschla­fen, ohne Schicht­ar­beit sind es fast 45 Minu­ten mehr. Späte Chro­no­tpyen schla­fen erwar­tungs­ge­mäß an Früh­schicht­ta­gen noch weni­ger als die mitt­le­ren und frühen Chro­no­ty­pen, die soge­nann­ten Lerchen. Trotz­dem gilt: Die meis­ten Beschäf­tig­ten in Früh­ar­beit – auch die mitt­le­ren und frühen Chro­no­ty­pen – müssen sehr viel früher aufste­hen, als es für sie passend und damit gesund wäre.

Hirsch­wald: „Die Arbeit später begin­nen lassen, den Chro­no­typ bei der Schicht­pla­nung berück­sich­ti­gen, Schlaf­stö­run­gen in der arbeits­me­di­zi­ni­schen Unter­su­chung thema­ti­sie­ren, all das kann dazu beitra­gen, dass Beschäf­tigte in Schicht­ar­beit ausge­schla­fen sind. Davon profi­tie­ren ihre Gesund­heit, ihre Aufmerk­sam­keit und letzt­lich gibt es auch weni­ger Unfälle.“

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