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Jeder Vierte glaubt, er sei betroffen

Behandlungsfehler
Jeder Vierte glaubt, er sei betroffen

Weniger als die Hälfte der Patienten, die einen Fehler bei ihrer Behandlung vermuten, geben ihren Verdacht weiter. Foto: © santypan - stock.adobe.com

Mehr als jed­er Vierte (27 Prozent) hält es für wahrschein­lich, dass Pati­entin­nen und Patien­ten in Deutsch­land durch eine medi­zinis­che Behand­lung im Kranken­haus zu Schaden kom­men kön­nen. Fast jed­er Dritte (32 Prozent) geht zudem davon aus, dass Schä­den auch in der Arzt­prax­is vor Ort passieren kön­nen. Und jed­er Vierte (27 Prozent) glaubt, selb­st schon ein­mal einen Behand­lungs­fehler erlit­ten zu haben. Das zeigt der von der Tech­niker Krankenkasse (TK) veröf­fentlichte „TK-Mon­i­tor Patien­ten­sicher­heit 2021”.

40 Prozent melden Verdacht auf Behandlungsfehler weiter

„Risiken und Behand­lungs­fehler haben offen­sichtlich eine viel größere Rel­e­vanz für Pati­entin­nen und Patien­ten als offizielle Sta­tis­tiken nahele­gen”, sagt der stel­lvertre­tende Vor­standsvor­sitzende der TK, Thomas Bal­last. Laut TK-Mon­i­tor meldet noch nicht ein­mal die Hälfte (40 Prozent) der­jeni­gen, die einen Fehler ver­muten, ihren Ver­dacht auch weit­er. Die Mehrheit (57 Prozent) bleibt mit ihren Zweifeln allein und schweigt. Betrof­fene, die einen ver­muteten Fehler weit­er­melden, sprechen den behan­del­nden Arzt oder das Kranken­haus (70 Prozent), andere Ärzte (60 Prozent) oder die Krankenkasse (21 Prozent) an. Auf­fäl­lig ist, dass sich nur ein Prozent der Betrof­fe­nen an Patien­ten­ber­atungsstellen wendet.

„Medi­zinis­che Ver­sorgung ist immer kom­plex. Nicht alles, was aus Patien­ten­sicht nicht opti­mal läuft, hat tat­säch­lich Ein­fluss auf das Behand­lungsergeb­nis und ist tat­säch­lich ein Fehler”, so Bal­last weit­er. Um das Ver­trauen in das Ver­sorgungssys­tem zu stärken, Behand­lungs­fehler zu ver­mei­den und um Vor­würfe im Zusam­men­hang mit Behand­lungs­fehlern zu klären, soll­ten sich betrof­fene Ver­sicherte nicht scheuen, die Unter­stützung ihrer Krankenkasse in Anspruch zu nehmen.

„Never Events” — Falsches Bein operiert oder Patient verwechselt 

Ein weit­er­er Schw­er­punkt des TK-Mon­i­tors ist der Umgang mit sehr sel­te­nen, aber schw­er­wiegen­den Behand­lungs­fehlern wie beispiel­sweise ein­er Oper­a­tion der falschen Kör­per­seite oder die Ver­wech­slung eines Patien­ten oder ein­er Pati­entin. Fach­leute für Patien­ten­sicher­heit sprechen bei diesen sel­te­nen Ereignis­sen von „Nev­er Events”. Dabei kom­men Patien­ten zu Schaden, obwohl die Fehler als nahezu voll­ständig ver­mei­d­bar gel­ten, weil entsprechende Präven­tion­s­maß­nah­men vorhan­den sind und wirk­sam sein soll­ten. Zum Beispiel gehört es zur Kranken­haus­rou­tine, vor dem Ein­griff nach dem Patien­ten­na­men zu fragen. 

Die Tech­niker Krankenkasse fordert ein bun­desweites Nev­er Event-Reg­is­ter mit ver­lässlich­er Daten­er­he­bung, verpflich­t­en­der Analyse und trans­par­enter Darstel­lung der Ergebnisse.

https://www.tk.de

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