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Hohe Ri­siken für aus­län­di­sche Arbeits­kräfte

Stu­die zu den Gefähr­dungs­la­gen
Beson­dere Ri­siken für aus­län­di­sche Arbeits­kräfte

Foto: © Bangkok Click Studio - stock.adobe.com
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Die COVID-19-Pan­de­mie hat uns sicht­bar vor Augen geführt, wie sehr wir auf Arbeits­kräfte in den sys­tem­re­le­van­ten Berei­chen wie Pflege, Gesund­heit, Rei­ni­gung und Lebens­mit­tel ange­wie­sen sind. Eine große Anzahl die­ser Arbeits­kräfte sind Men­schen aus dem EU-Aus­land sowie aus Dritt­staa­ten. Die Situa­tion für aus­län­di­sche Arbeits­kräf­te ist aber schwie­rig. Die COVID-19-Pan­de­mie hat die Lage noch ver­schärft, wie eine im Juni 2020 ver­öf­fent­lichte Studie der Gemein­sa­men Forschungs­stelle (Joint Rese­arch Cen­ter) der EU-Kom­mis­sion zeigt.

Ein Bündel an Grün­den für die prekäre Situa­tion

Die Stu­die legt dar, dass die beson­dere Vul­nera­bi­li­tät die­ser Arbeits­kräfte aus einer Kom­bi­na­tion meh­re­rer Fak­to­ren resul­tiert:

  • Sie haben im Ver­hält­nis zu ein­hei­mi­schen Arbeits­kräf­ten eher befris­tete Ver­träge: Bei den sys­tem­re­le­van­ten Arbeits­kräf­ten haben EU-Aus­län­der eine 16% und Nicht-EU-Aus­län­der eine 48% höhere Wahr­schein­lich­keit, nur befris­tet ange­stellt zu sein. Diese befris­te­ten Ver­träge wer­den in Kri­sen­zei­ten oft­mals nicht ver­län­gert. Für sie besteht daher eine höhere Wahr­schein­lich­keit, arbeits­los zu wer­den.
  • Sie erhal­ten im Ver­gleich zu Ein­hei­mi­schen einen gerin­ge­ren Lohn. Hier­durch kön­nen sie weni­ger Rück­la­gen anspa­ren, auf die sie in der Kri­sen­zeit zurück­grei­fen könn­ten.
  • Wei­ter sind sie über­wie­gend in Berei­chen beschäf­tigt, in denen keine Tele­ar­beit mög­lich ist. Sie sind daher einem zusätz­li­chen gesund­heit­li­chen Risiko aus­ge­setzt, mit teil­weise nur beding­tem Zugang zu Gesund­heits­leis­tun­gen.  
  • Für Men­schen mit befris­te­ten Auf­ent­halts­er­laub­nis­sen gefähr­det die Situa­tion auch die Ver­län­ge­rung ihres Auf­ent­halts­ti­tels. Man­gels Ver­län­ge­rung des Visums müs­sen aus­län­di­sche Arbeits­kräfte zurück­keh­ren oder sich ille­gal im Land auf­hal­ten – ohne Zugang zu Sozi­al­leis­tun­gen.

Wie kann dieser Situa­tion begeg­net werden?

Die Stu­die for­dert poli­ti­sche Maß­nah­men. Bezüg­lich der Befris­tung von Arbeits­ver­trä­gen könn­ten Ver­län­ge­rungs­an­reize für Arbeit­ge­ben­de geschaf­fen wer­den, etwa durch Steu­er­be­güns­ti­gun­gen oder Sub­ven­tio­nen. Ent­spre­chende Sozi­al­leis­tun­gen könn­ten erwei­tert oder für aus­län­di­sche Arbeits­kräfte geschaf­fen wer­den, um der Pro­ble­ma­tik der Nied­rig­löhne zu begeg­nen. Schließ­lich schlägt die Stu­die vor, den Men­schen – zumin­dest tem­po­rär – voll­um­fäng­li­chen Zugang zu Gesund­heits­leis­tun­gen zu gewäh­ren.

Die COVID-19-Pan­de­mie hat ver­deut­licht: die Situa­tion von aus­län­di­schen Arbeits­kräf­ten muss ver­bes­sert wer­den – weil wir sie kurz- und lang­fris­tig brau­chen. Es bleibt abzu­war­ten, wel­che kon­kre­ten Maß­nah­men hier­für umge­setzt wer­den.

https://dsv-europa.de

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