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EU-OSHA mahnt, dass besserer Schutz vor biologischen Stoffen am Arbeitsplatz notwendig sei

Biologische Stoffe am Arbeitsplatz
Besse­rer Schutz ist notwen­dig

Die EU-OSHA mahnt eine stärkere Sensibilisierung für die Gefahren an. (Foto: © MACLEG – stock.adobe.com)
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Zu diesem Ergeb­nis kommt eine von der Euro­päi­schen Agen­tur für Sicher­heit und Gesund­heits­schutz am Arbeits­platz (EU-OSHA) in Auftrag gege­bene Studie, die sich mit Expo­si­tio­nen gegen­über biolo­gi­schen Stof­fen am Arbeits­platz und den damit verbun­de­nen gesund­heit­li­chen Auswir­kun­gen befasst.

Derzeit bestehe kein syste­ma­ti­scher Ansatz zur Präven­tion der arbeits­be­ding­ten Expo­si­tion gegen­über biolo­gi­schen Stof­fen und zur Aner­ken­nung der damit verbun­de­nen Gesund­heits­pro­bleme. Zwar gebe es einen recht­li­chen Rahmen, um Menschen am Arbeits­platz vor der Expo­si­tion gegen­über schäd­li­chen biolo­gi­schen Arbeits­stof­fen zu schüt­zen. Der im euro­päi­schen Rechts­rah­men verfolgte Präven­ti­ons­an­satz sieht eine Hier­ar­chie von Kontroll­maß­nah­men vor, bei der vorran­gig das Risiko voll­stän­dig besei­tigt und nur, wo dies nicht möglich ist, kollek­tive orga­ni­sa­to­ri­sche oder tech­ni­sche Maßnah­men ergrif­fen werden sollen. Indi­vi­du­elle Maßnah­men, wie zum Beispiel persön­li­che Schutz­aus­rüs­tung, sind ledig­lich als „letz­tes Mittel“ vorge­se­hen.

Das Bewusst­sein für diesen Rechts­rah­men müsse aber geschärft werden. Sowohl Arbeit­ge­bende als auch Arbeit­neh­mende müss­ten für die Bedeu­tung der Anwen­dung kollek­ti­ver, und nicht nur persön­li­cher Präven­ti­ons­maß­nah­men sensi­bi­li­siert werden.

Um Risi­ken struk­tu­riert ange­hen zu können, sieht die Studie es für notwen­dig an, Daten über Expo­si­tio­nen und die daraus resul­tie­ren­den Gesund­heits­pro­bleme zu bewer­ten. Auch die Bereit­stel­lung von mehr Schu­lun­gen und Anlei­tun­gen für Unter­neh­men und Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mer könn­ten dazu beitra­gen, eine syste­ma­ti­schere Präven­tion sicher­zu­stel­len.

Beson­ders betrof­fene Bran­chen und Perso­nen­grup­pen

Für die folgen­den fünf Sekto­ren iden­ti­fi­ziert die Studie ein beson­de­res Expo­si­ti­ons­ri­siko: in der Gesund­heits­vor­sorge, bei tier­be­zo­ge­nen Beru­fen, bei der Abfall- und Abwas­ser­be­hand­lung, in der Land­wirt­schaft und bei Beru­fen, die Reisen oder Kontakt mit Reisen­den beinhal­ten. In all diesen Sekto­ren, mit Ausnahme des Gesund­heits­we­sens und der Labo­ra­to­rien, bestehe kein Bewusst­sein für die Expo­si­tion gegen­über biolo­gi­schen Arbeits­stof­fen.

Darüber hinaus seien Grup­pen wie Jugend­li­che, Reini­gungs­kräfte und Wartungs­ar­bei­ter, Wander­ar­bei­ter und schwan­gere Frauen beson­ders gefähr­det. Die Verbes­se­rung des Zugangs zu Infor­ma­tio­nen und die Umset­zung spezi­fi­scher Maßnah­men zum Schutz solcher Grup­pen seien daher von wesent­li­cher Bedeu­tung.

Hinter­grund

Die Expo­si­tion gegen­über biolo­gi­schen Stof­fen bei der Arbeit ist weit verbrei­tet und mit einer Viel­zahl von Gesund­heits­pro­ble­men verbun­den, darun­ter Infek­ti­ons­krank­hei­ten, Aller­gien und Krebs. Welt­weit ster­ben nach Einschät­zung der EU-OSHA jähr­lich etwa 320.000 Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mer an arbeits­be­ding­ten Infek­ti­ons­krank­hei­ten, davon 5.000 in der Euro­päi­schen Union.

Die Studie wurde zwar vor der COVID-19-Pandemie durch­ge­führt, ange­sichts der aktu­el­len Lage sind die Ergeb­nisse der Unter­su­chung aber auch inso­fern von hoher Rele­vanz und unter­strei­chen die Notwen­dig­keit, Arbeit­neh­mende vor der Expo­si­tion gegen­über biolo­gi­schen Arbeits­stof­fen zu schüt­zen.

Neue SARS-CoV‑2 Arbeits­schutz­re­gel

So hat zum Beispiel das Bundes­mi­nis­te­rium für Arbeit und Sozia­les (BMAS) eine neue SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel frei­ge­ge­ben. Sie gilt für alle Wirt­schafts­be­rei­che und soll für den Zeit­raum der COVID-19-Pandemie die zusätz­lich erfor­der­li­chen Arbeits­schutz­maß­nah­men für den betrieb­li­chen Infek­ti­ons­schutz und die im SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard beschrie­be­nen allge­mei­nen Maßnah­men konkre­ti­sie­ren.

Ziel ist es, das Infek­ti­ons­ri­siko für Beschäf­tigte zu senken und Neuin­fek­tio­nen im betrieb­li­chen Alltag zu verhin­dern. Betriebe, die die in der SARS-CoV‑2 Arbeits­schutz­re­gel vorge­schla­ge­nen tech­ni­schen, orga­ni­sa­to­ri­schen und perso­nen­be­zo­ge­nen Schutz­maß­nah­men umset­zen, können davon ausge­hen, dass sie rechts­si­cher handeln. Für die Aufsichts­be­hör­den der Länder bildet sie eine einheit­li­che Grund­lage, um die Schutz­maß­nah­men in den Betrie­ben zu beur­tei­len.

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