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Neue Methoden zur verbesserten Gefährdungsbeurteilung bei der Beurteilung von Muskel-Skelett-Belastungen

Neue Methoden zur verbesserten Gefährdungsbeurteilung
Beurteilung von Muskel-Skelett-Belastungen

Foto: © Robert Kneschke - stock.adobe.com
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Krankheit­en und Beschw­er­den des Muskel-Skelett-Sys­tems verur­sachen gut ein Fün­f­tel aller Arbeit­sun­fähigkeit­stage in Deutsch­land. Sie gehören auch zu den häu­fig­sten anerkan­nten Beruf­skrankheit­en. Ziel­gerichtete Präven­tion solch­er Gesund­heit­sprob­leme set­zt voraus, dass sich die zugrun­deliegen­den kör­per­lichen Belas­tun­gen so genau wie möglich erfassen und beurteilen lassen. Dabei hil­ft ein neues Meth­o­d­en­in­ven­tar, das ein Forschungsver­bund um das Insti­tut für Arbeitss­chutz der Deutschen Geset­zlichen Unfal­lver­sicherung (IFA) erar­beit­et hat: Arbeits­be­zo­gene Gefährdun­gen des Muskel-Skelett-Sys­tems lassen sich damit auch dann präzise bes­tim­men, wenn die Belas­tun­gen kom­plex sind und ein­fache Screen­ing-Ver­fahren nicht mehr ausreichen.

Im Jahr 2018 ent­fie­len laut Bun­desmin­is­teri­um für Arbeit und Soziales 125 Mil­lio­nen Arbeit­sun­fähigkeit­stage auf Krankheit­en des Muskel-Skelett-Sys­tems und des Bindegewebes. Im sel­ben Jahr reg­istri­erte die geset­zliche Unfal­lver­sicherung 457 neue anerkan­nte Beruf­skrankheit­en allein auf­grund von band­scheibenbe­d­ingten Erkrankun­gen der Lenden­wirbel­säule durch Heben, Tra­gen und Zwang­shal­tun­gen des Oberkör­pers. Neben den damit verknüpften volk­swirtschaftlichen Kosten bedeuten Schädi­gun­gen des Bewe­gungsap­pa­rates durch kör­per­liche Fehlbe­las­tun­gen bei der Arbeit immer auch einen Ver­lust von Leben­squal­ität für die Betroffenen.

“Belas­tungssi­t­u­a­tio­nen in der Prax­is, die das Muskel-Skelett-Sys­tem fordern, sind oft sehr kom­plex und lassen sich dann nicht mit ein­fachen, beobach­tungs­basierten Meth­o­d­en erfassen”, sagt Dr. Brit­ta Weber, Pro­jek­tver­ant­wortliche beim IFA. “Ander­er­seits wis­sen wir: Je präzis­er die Belas­tungser­mit­tlung, desto genauer die Gefährdungs­beurteilung und desto zuver­läs­siger die Ableitung wirk­lich wirk­samer Maßnahmen.”

In einem arbeit­steili­gen Gemein­schaft­spro­jekt “Mehrstu­fige Gefährdungs­analyse physis­ch­er Belas­tun­gen am Arbeit­splatz — MEGAPHYS” stellte das IFA ver­füg­bare Meth­o­d­en auf den Prüf­s­tand, zusam­men mit der Bun­de­sanstalt für Arbeitss­chutz und Arbeitsmedi­zin (BAuA), dem Insti­tut für Arbeitswis­senschaft der Tech­nis­chen Uni­ver­sität Darm­stadt (IAD) und dem Leib­niz-Insti­tut für Arbeits­forschung an der Tech­nis­chen Uni­ver­sität Dort­mund (IfA­Do).

Das IFA erar­beit­ete und evaluierte in diesem Rah­men Bew­er­tungsal­go­rith­men für messtech­nisch ermit­telte Muskel-Skelett-Belas­tungs­dat­en. Die Algo­rith­men basieren auf der bio­mech­anis­chen Analyse von Bewe­gun­gen und Kräften und der leis­tungsphys­i­ol­o­gis­chen Betra­ch­tung von Anpas­sungsreak­tio­nen des Kör­pers auf die Belas­tung. Nun liegen ins­ge­samt 28 Bew­er­tungsver­fahren für ver­schiedene Kör­per­re­gio­nen vor: vom Nack­en bis zum Knie sowie für das Herz-Kreislauf-System.

Das mit Pro­jek­tab­schluss ver­füg­bare Meth­o­d­en­in­ven­tar lässt unter­schiedlich detail­lierte Beurteilun­gen für unter­schiedlich kom­plexe Arbeit­sauf­gaben zu. Damit haben Fach­leute aus Ergonomie, Medi­zin und ähn­lichen Diszi­plinen ab sofort die Möglichkeit, Muskel-Skelett-Belas­tun­gen jed­er Art präzise zu beurteilen und auf dieser Grund­lage wirk­same Präven­tion­s­maß­nah­men abzuleiten.

Hier der Link zum Report.

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