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Bundesbürger sind mehrheitlich für eine Null-Promille-Grenze. Alkohol am Steuer großes Risiko

Umfrage zur Verkehrssicherheit
Deut­li­che Mehr­heit für Null-Promille-Grenze

Alkohol am Steuer gehört immer noch zu den größten Risikofaktoren im Straßenverkehr. (Foto: © rzoze19 – stock.adobe.com)
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Eine große Mehr­heit der Deut­schen fordert ein abso­lu­tes Alko­hol­ver­bot für Auto­fah­rer: Laut den Ergeb­nis­sen einer reprä­sen­ta­ti­ven Umfrage im Auftrag des TÜV-Verbands unter­stüt­zen 75 Prozent der Bundes­bür­ger eine Null-Promille-Grenze.

Für die Studie wurden 1.000 Perso­nen ab 16 Jahren befragt. „Wer Alko­hol trinkt, egal in welcher Menge, sollte für sich selbst klare Verhält­nisse schaf­fen und das Auto stehen­las­sen“, sagte Marc-Philipp Waschke, Verkehrs­si­cher­heits­ex­perte beim TÜV-Verband. „Verzich­ten Auto­fah­rer auf Alko­hol am Steuer voll­stän­dig, erspa­ren sie sich die Rech­ne­rei, nach wie vielen Gläsern Bier, Wein oder Schnaps die Promil­le­grenze vermut­lich erreicht ist – und sie leis­ten einen wirk­sa­men Beitrag zur Verkehrs­si­cher­heit.“

Ein abso­lu­tes Alko­hol­ver­bot sollte aus Sicht der meis­ten Bundes­bür­ger aber auch für Fahrer und Fahre­rin­nen ande­rer Fahr­zeuge gelten. Laut der Studie befür­wor­ten 69 Prozent der Befrag­ten eine Null-Promille-Grenze für Motor­rad­fah­rer, 66 Prozent für E‑Scooter-Nutzer und 57 Prozent auch für Fahr­rad­fah­rer. Aus Sicht des TÜV-Verbands soll­ten Alkohol- und Drogen­fahr­ten schär­fer sank­tio­niert, den Betrof­fe­nen aber auch Wege aufge­zeigt werden, wie sie ihr Verhal­ten ändern können. Waschke: „Verkehrs­psy­cho­lo­gi­sche Semi­nare und Kurse bieten den Teil­neh­mern die Möglich­keit, ihre Trink­ge­wohn­hei­ten zu hinter­fra­gen und zeigen Wege auf, wie sie Alko­hol­kon­sum und Fahr­zeug­nut­zung strickt tren­nen können.“

Trotz deut­li­cher Verbes­se­run­gen in den vergan­ge­nen Jahren gehört Alko­hol am Steuer immer noch zu den größ­ten Risi­ko­fak­to­ren im Stra­ßen­ver­kehr. Jedes Jahr stehen bei rund 35.000 Unfäl­len die Fahrer unter Alko­hol­ein­fluss. Beson­ders schwer­wie­gend sind die Folgen: Im Jahr 2018 wurden bei Alko­hol­un­fäl­len 244 Menschen getö­tet und rund 4.600 schwer verletzt. Das geht aus Daten des Statis­ti­schen Bunde­am­tes hervor. Die Erfah­run­gen zeigen, dass stren­gere Alko­hol­li­mits Wirkung zeigen. Seit Einfüh­rung der 0,5‑Promille-Grenze im Jahr 1998 hat sich die Zahl der Alko­hol­un­fälle halbiert. „Alkohol- und Drogen­fahr­ten dürfen nicht baga­tel­li­siert werden“, sagte Waschke. Daher seien Sank­tio­nen wie Bußgel­der, Führer­schein­ent­zug und früh­zei­tige Fahr­eig­nungs­nach­weise notwen­dig. Derzeit müssen Auto­fah­rer aber erst ab einem Blut­al­ko­hol­wert von 1,6 Promille ihre Fahr­eig­nung im Rahmen einer Medizinisch-Psychologischen Unter­su­chung (MPU) über­prü­fen lassen, wenn sie erst­ma­lig auffäl­lig gewor­den sind. Der TÜV-Verband fordert eine Senkung dieser Grenze auf 1,1 Promille – ab diesem Wert gelten Verkehrs­teil­neh­mer als abso­lut fahr­un­tüch­tig.

Darüber hinaus eignen sich aus Sicht des TÜV-Verbands alko­hol­sen­si­tive Wegfahr­sper­ren, so genannte Alko­hol Inter­lock Systeme, um Verkehrs­ge­fähr­dern wieder eine aktive Teil­nahme am Stra­ßen­ver­kehr zu ermög­li­chen. Voraus­set­zung dafür sind beglei­tende verkehrs­psy­cho­lo­gi­sche Reha­bi­li­ta­ti­ons­maß­nah­men.

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