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Erstickungsgefahr durch CO2-Löscher in beengten Räumen

Löschen mit CO2-Feuerlöschern
Ersti­ckungs­ge­fahr in beeng­ten Räum­lich­kei­ten

CO2-Löscher in engen Räumen einsetzen kann lebensgefährlich sein.
Das Löschen mit Kohlendioxidlöschern ist in engen Räumen gefährlicher, als bisher in Deutschland angenommen. Dies zeigten Löschversuche. Foto: © K.C. Adobe.com
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Das Sach­ge­biet „Betrieb­li­cher Brand­schutz“ der DGUV warnt vor dem Gebrauch von CO2-Feuerlöschern in klei­nen und engen Räumen. In einem Projekt mit prak­ti­schen Lösch­ver­su­chen wurde fest­ge­stellt, dass der Einsatz dieser Geräte an Orten mit gerin­gem Raum­vo­lu­men lebens­ge­fähr­lich sein kann.

Das Lösch­mit­tel Kohlen­di­oxid (CO2) wird sowohl in statio­nä­ren Lösch­an­la­gen wie auch in trag­ba­ren und fahr­ba­ren Feuer­lö­schern bereit­ge­stellt. Da es rück­stands­frei löscht, kommt es bevor­zugt in elek­tri­schen Betriebs­räu­men, Server­an­la­gen und Labo­ra­to­rien zum Einsatz.

Kohlen­di­oxid ist farb­los, geruch­los und schwe­rer als Luft. Beim Lösch­vor­gang selbst kann aller­dings in Sekun­den­schnelle eine gefähr­lich hohe Konzen­tra­tion von CO2 in der Raum­luft entste­hen. Bereits ab 5 bis 8 Volu­men­pro­zent CO2 in der Atem­luft droht Ersti­ckungs­ge­fahr. Mögli­che Warn­zei­chen dafür sind ein verstärk­ter Atem­an­trieb oder Atem­not.

Gefähr­dun­gen vermei­den

Um keiner Gefähr­dung durch das frei­ge­setzte CO2 ausge­setzt zu sein, muss für eine agie­rende Person im Raum pro Kilo­gramm CO2-Löschmittel mindes­tens eine freie Grund­flä­che von 5,5 Quadrat­me­tern vorhan­den sein. Es gilt:

  • 2 kg CO2-Feuerlöscher erfor­dern mindes­tens
    11 Quadrat­me­ter freie Grund­flä­che,
  • 5 kg CO2-Feuerlöscher erfor­dern mindes­tens
    27,5 Quadrat­me­ter freie Grund­flä­che.

Ist das Verhält­nis von Raum­größe zu Lösch­mit­tel­menge klei­ner als 5,5 (m2/kg), muss der Brand von außen durch den Türspalt gelöscht werden. Anschlie­ßend ist die Tür zu schlie­ßen. Der Brand­raum darf darauf­hin nur nach wirk­sa­men Belüf­tungs­maß­nah­men oder geschützt mit umluft­un­ab­hän­gi­gem Atem­schutz­ge­rät betre­ten werden, zum Beispiel durch die Feuer­wehr.

Im Rahmen der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung hat der Unter­neh­mer die bereit­ge­stell­ten Feuer­lö­scher zu prüfen und gege­be­nen­falls weitere Maßnah­men zur Brand­lö­schung zu tref­fen. Das Sach­ge­biet hat die neuen Erkennt­nisse und Schutz­maß­nah­men in einer Stel­lung­nahme zusam­men­ge­fasst und arbei­tet derzeit an einer DGUV Infor­ma­tion zu diesem Thema.

www.dguv.de (Webcode d133189)

 


Anmer­kung der Redak­tion: Weisen Sie in Unter­wei­sun­gen auf die bestehen­den Gefähr­dung durch CO2-Löscher in Räumen mit gerin­gem Volu­men hin. Nur durch eine Aufklä­rung und Sensi­bi­li­sie­rung der Mitar­bei­ter errei­chen Sie, dass im Brand­fall auch das Bewusst­sein für die Gefähr­dung durch CO2-Löscher vorhan­den ist. Und nicht über­trie­be­nes Helden­tum das eigene Leben gefähr­det – denn Menschen­le­ben geht immer vor Sach­wer­ten.

 

 

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