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Ich möcht‘ so gern …

Glosse: Die Gefährdungsbeurteilung
Ich möcht‘ so gern …

Gefährdungsbeurteilung Thema auf der Arbeitsschutz Aktuell
Im Schwabenländle werden auf der Arbeitsschutz Aktuell 2018 wieder viele wegweisende Informationen gegeben werden. Ob die staatlichen Arbeitsschützer dies auch mitbekommen? Nun, aussterbende Spezies sollten besonders behandelt werden. Foto: ©Juergen Wiesler - stock.adobe.com
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Ach, es kön­nte so schön ein­fach mit der Gefährdungs­beurteilung sein.

Im Prinzip passt das Ding, im Gegen­satz zu ein­er Steuer­erk­lärung, näm­lich auf einen Bierdeck­el. Ja, wirk­lich! Dem Geset­zge­ber ist nur wichtig, dass sie gemacht wird und man am Ende erken­nen kann, welch­es Ziel und welch­es Ergeb­nis die Beurteilung hat. Er hat dabei völ­lig offen gelassen, welchen Umfang sie haben soll. Zwar gibt es da die ein oder andere aus­führliche Check­liste, aber im Prinzip geht auch ein Bierdeckel.

Der Bierdeck­el ist, so meine Erfahrung, let­zten Endes auch nicht das Prob­lem. Die Dinger kann man Stapel­weise im Inter­net bestellen. Viele Unternehmen scheit­ern daher auch nicht am Schreib­ma­te­r­i­al, son­dern vielmehr am „Machen“ der Gefährdungs­beurteilung. Und der Geset­zge­ber, also in vorder­ster Front die Kon­trol­linstanzen, scheit­ert auf ganz­er Lin­ie an der Kon­trolle, ob die Gefährdungs­beurteilung gemacht wurde und ob das Ergeb­nis in irgend ein­er Form zielo­ri­en­tiert aus­ge­fall­en ist.

A bissle isch emmer no bessr wia gar nix“, hört man es in diesen Tagen zum Beispiel aus den Rei­hen der Kon­troll­be­hör­den in Baden-Würt­tem­berg (und woan­ders natür­lich auch) rufen, wenn nach langer Diskus­sion ein Unternehmer endlich doch mal einen aufgewe­icht­en Bierdeck­el mit ein­er Gefährdungs­beurteilung ein­re­icht; natür­lich ohne wirk­liche Stel­lung­nahme (Beurteilung!) sein­er­seits und ohne­hin vol­lkom­men am Ziel vor­bei geschrieben.

 Aber damit ist es glück­licher­weise bald vor­bei, denn das Region­al­fo­rum mit seinem Rah­men­pro­gramm auf der Arbeitss­chutz Aktuell in Stuttgart wird endlich den Durch­bruch im betrieblichen Arbeits- und Gesund­heitss­chutz bringen!

Im Rah­men des Region­al­fo­rums, das vom 23. – 25. Okto­ber 2018 als Teil der Arbeitss­chutz Aktuell in Stuttgart stat­tfind­et, wer­den Vertreter regionaler Unternehmen und Experten aus Wirtschaft und Forschung die wichti­gen Fra­gen rund um einen zeit­gemäßen Arbeits- und Gesund­heitss­chutz in der Arbeitswelt 4.0. erörtern und dabei ihren Blick auf die beson­deren Her­aus­forderun­gen der Region richten.

Beson­ders im Fokus – so kon­nte ich es der Pressemit­teilung zur Arbeitss­chutz Aktuell ent­nehmen – haben die Ver­ant­wortlichen dabei endlich die kleinen und mit­tleren Unternehmen. „Hier sehen wir noch große Poten­ziale. So möcht­en wir gerne, dass auch kleine Fir­men eine Gefährdungs­beurteilung durch­führen und entsprechend der Analyse gezielte Maß­nah­men ein­leit­en. Das wollen wir mit Messe und Region­al­fo­rum unter­stützen und ver­stärken“, so Dr. Johannes Warm­brunn, Refer­at­sleit­er Arbeit und Gesund­heit im Min­is­teri­um für Wirtschaft, Arbeit und Woh­nungs­bau Baden-Würt­tem­berg. „Wir haben ein schönes Pro­gramm zusam­mengestellt mit vie­len wichti­gen The­men, mit sehr guten Experten, die sich den Schw­er­punk­t­the­men aus Baden-Würt­tem­berg wid­men.“, betont Dr. Johannes Warmbrunn.

„Na, wenn des nix isch! Es gibd oi schönes Bro­gramm!“

Neben sehr guten Experten gestal­tet im Herb­st ver­mut­lich auch eine schwäbis­che Tra­cht­en­gruppe das Rah­men­pro­gramm der Vor­tragsver­anstal­tun­gen und tanzt – gemein­sam mit den Experten – in his­torischen Tra­cht­en ver­mut­lich mehrfach die Arbeitss­chutz-Pol­ka und den Gesund­heitss­chutz-Walz­er, woraufhin sich spon­tan mehrere Inhab­er von Klein­be­trieben zur Durch­führung ein­er Gefährdungs­beurteilung mit anschließen­der Maß­nahmenein­leitung entschließen werden.

Nun, der Früh­ling war dieses Jahr beson­ders heiß, aber allein der Son­nen­schein kann es nicht gewe­sen sein…

Also, ich möchte unbe­d­ingt im Lot­to gewin­nen. Und die (Klein-)Unternehmer möcht­en ganz sich­er ein schönes Pro­gramm bei einem Region­al­fo­rum haben. Ob diese allerd­ings Gefährdungs­beurteilun­gen machen wer­den, nur weil staatliche Instanzen das möcht­en, da habe ich dann doch so meine Zweifel.

Aber die Gefährdungs­beurteilung muss gemacht wer­den! Und das muss jet­zt auch mal irgend­wann klar und deut­lich gesagt wer­den. Vorgeschrieben wird sie seit Mitte der 1990er-Jahre durch das Arbeitss­chutzge­setz. Seit Juli 2010 ist sie auch in der Arbeitsstät­ten­verord­nung (Arb­Stätt V) ver­ankert und muss sei­ther von allen Unternehmen doku­men­tiert wer­den, auch von Kleinunternehmen.

Wer zudem noch Infor­ma­tio­nen zum „Machen“ der Gefährdungs­beurteilung braucht, dem sei ganz beson­ders die seit Juli 2017 gel­tende ASR V3 „Gefährdungs­beurteilung ans Herz gelegt.

Ihr Heiko Mittelstaedt


 

Wichtiger Hinweis:

 … Wis­sen Sie, was die „Indus­trie 4.0“ ist? Also, ich dachte im ersten Augen­blick an eine neue Soft­ware oder an ein neues Smart­phone. Doch weit gefehlt! Bei der „Indus­trie 4.0“ han­delt es sich in Wirk­lichkeit um ein Pro­jekt in der High­tech-Strate­gie der Bun­desregierung, die den Beginn ein­er neuen indus­triellen Rev­o­lu­tion einläutet. … 

Soll­ten Sie auch die Glosse “Rev­o­lu­tion im Arbeitss­chutz — Auf in den K®ampf …” von Heiko Mit­tel­staedt lesen wollen, dann kön­nen Sie dies tun.

Genauso wichtiger Hinweis:

Soll­ten Sie mal einen richtig inter­es­san­ten Beitrag zum The­ma “Gefährdungs­beurteilung psy­chis­che Belas­tun­gen” lesen wollen, mit viel Hin­ter­grund­wis­sen, dann ein­fach HIER anklicken.

 

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