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Industrie- vor Umweltschutz?

Mikroplastik
Industrie- vor Umweltschutz?

Plastik und Mikroplastik sind gerade in vieler Munde - und unter heftiger Kritik. Foto: © CrimeScene - stock.adobe.com
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Ein Bünd­nis aus Umwel­tor­gan­i­sa­tio­nen hat der Europäis­chen Chemikalien­agen­tur (ECHA) man­gel­nde Objek­tiv­ität und falsche Geset­ze­san­wen­dung bei der Bew­er­tung von Mikro­plas­tik vorgeworfen.

In einem Brief an die Geschäfts­führung der ECHA kri­tisieren das Europäis­che Umwelt­büro, Clien­tEarth, die Health and Envi­ron­ment Alliance, Chem­sec, Women For a Com­mon Future und Green­peace die indus­triefre­undliche Art und Weise, mit der die Behörde die Gefahren von Mikro­plas­tik unter­sucht. Während Unternehmen, die Mikro­plas­tik ver­wen­den, dazu aufgerufen wur­den, Dat­en einzure­ichen, sei „kein Inter­esse an Infor­ma­tio­nen von anderen Inter­es­sen­grup­pen über die Gefahren und Risiken von Mikro­plas­tik“ gezeigt wor­den, so die Umweltorganisationen.

Datenerhebung

Die Chemikalien­be­hörde prüft derzeit, ob ein Ver­bot von absichtlich beige­fügten Mikro­plas­tikar­tikeln in Pro­duk­ten erstellt wer­den sollte, um die Ver­schmutzung durch die kleinen Par­tikel zu bekämpfen. Für diesen Zweck führte sie von März bis Mai eine öffentliche Kon­sul­ta­tion durch, in der Unternehmen aufgerufen wur­den, ihre Ver­wen­dung von Mikro­plas­tik darzulegen.

Ober­ste Pri­or­ität der Behörde solle es sein, „dass keine Risiken überse­hen oder unter­schätzt wer­den“, forderte Alice Bernard, Anwältin der Umwel­trecht­sor­gan­i­sa­tion Clien­tEarth. Die Kon­sul­ta­tion habe jedoch „einen starken Fokus auf den Schutz der Inter­essen der­jeni­gen Unternehmen offen­bart, die für die Mikro­plas­tikver­schmutzung ver­ant­wortlich sind.“

Mikro­plas­tik befind­et sich beispiel­sweise in Kos­metik- und Pflege­pro­duk­ten und Indus­tri­ere­inigern und –far­ben und gelangt über das Abwass­er in Flüsse und Meere. Dort ver­schmutzen die kleinen Par­tikel, die zu klein für gewöhn­liche Fil­ter sind, ganze Ökosysteme.

Die Behörde recht­fer­tigte sich für den ver­fol­gten Ansatz. Kon­sul­ta­tio­nen seien „darauf aus­gerichtet, spez­i­fis­che Infor­ma­tio­nen zu erhal­ten und nicht alle geset­zlich vorgeschriebe­nen Ele­mente“, erk­lärte ECHA-Ver­wal­tungsratsvor­sitzende Sharon McGuin­ness in ihrem Antwortschreiben an die Verbände.

 

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