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Die Deutsche Herzstiftung informiert Herz-Kreislauf-Kranke zu Corona

Coronavirus
Infor­ma­tio­nen für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Menschen mit chronischer Erkrankung sind stärker gefährdet. (Foto: © Alexander Raths – stock.adobe.com)
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Ange­sichts jüngs­ter Fälle von Anste­ckun­gen mit dem neuar­ti­gen Coro­na­vi­rus (Covid-19/SARS-CoV‑2) klärt die Deut­sche Herz­stif­tung Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Risi­ken und zu ergrei­fende Maßnah­men auf. Grund­sätz­lich sei Vorsicht gebo­ten. Es bestehe jedoch kein Anlass zur Panik.

Ein Medi­ka­ment zur geziel­ten Virus­be­kämp­fung von COVID-19 gibt es derzeit noch nicht, es wird jedoch inten­siv an einem entspre­chen­den Wirk­stoff geforscht, heißt es in einer Pres­se­mit­tei­lung. Weiter infor­miert die Deut­sche Herz­stif­tung zu folgen­den Punk­ten:

Anste­ckung: Das Coro­na­vi­rus ist von Mensch zu Mensch über­trag­bar. Es besteht vermut­lich eine Inku­ba­ti­ons­zeit von im Mittel 5–6 Tagen (WHO). Eine Anste­ckung bei Erkrank­ten ist offen­bar möglich, auch wenn diese nur leichte oder unspe­zi­fi­sche Krank­heits­zei­chen zeigen. Die Über­tra­gung erfolgt laut RKI vorwie­gend über Sekrete der Atem­wege. Eine Infek­tion kann auch indi­rekt über die Hände erfol­gen, die dann mit der Mund- oder Nasen­schleim­haut sowie der Augen­bin­de­haut in Kontakt gebracht werden. Ob das neuar­tige Coro­na­vi­rus auch über den Stuhl über­tra­gen werden kann, ist noch nicht geklärt.

Symptome: In einer großen Studie aus China mit 1.099 Pati­en­ten waren bei den statio­när behan­del­ten Pati­en­ten die häufigs­ten Symptome Fieber (88,7 %) und Husten (67,8 %). Selte­nere Symptome waren Kopf­schmer­zen, Hals­schmer­zen, Durch­fall und eine verstopfte Nase. Schwerst­kranke Pati­en­ten klag­ten über hohes Fieber und Husten. Einen schwe­ren Verlauf (inten­siv­me­di­zi­ni­sche Versorgung/maschinelle Beatmung) hatten ca. 6 % der einge­lie­fer­ten Pati­en­ten.

Risi­ko­pa­ti­en­ten: Ein erhöh­tes Risiko bei einer COVID-19-Erkrankung haben Menschen, die älter als 60 Jahre sind und neben Lungen­er­kran­kun­gen auch an ande­ren chro­ni­schen Erkran­kun­gen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden.

Das neuar­tige Coro­na­vi­rus scheint nach Einschät­zung der Ameri­ka­ni­schen Kardiologie-Gesellschaft (ACC) auf Basis von Fall­be­rich­ten aus China gerade für Menschen mit Grund­er­kran­kun­gen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit einem höhe­ren Sterblichkeits- und Kompli­ka­ti­ons­ri­siko verbun­den zu sein. Mögli­che Paral­le­len aus frühe­ren Coronavirus-Epidemien (SARS/MERS) lassen laut ACC darauf schlie­ßen, dass bei Infek­tion mit COVID-19 mögli­cher­weise auch eine Herz­be­tei­li­gung auftre­ten kann. Gene­rell stel­len bakte­ri­elle oder virale Infek­tio­nen eine zusätz­li­che Belas­tung für das Herz-Kreislauf-System dar. Diese Zusatz­ar­beit kann ein durch Erkran­kung geschwäch­tes Herz über­for­dern. Vielen älte­ren Menschen fehlen außer­dem die Kraft­re­ser­ven, um dieser enor­men Belas­tung entge­gen­zu­wir­ken.

Wie riskant eine COVID-19-Ansteckung bei bestehen­der Herz-Kreislauf-Erkrankung werden kann, ist von Fall zu Fall unter­schied­lich. Ein erhöh­tes Risiko dürfte – unter Betrach­tung des Gefähr­dungs­po­ten­zi­als bei ande­ren Virus­in­fek­tio­nen – insbe­son­dere gelten für:

  • Pati­en­ten mit einer eigen­stän­di­gen Erkran­kung der Atem­wege (z. B. Lungen­ent­zün­dung, Lungen­em­phy­sem, Asthma, COPD, Hoch­druck im Lungen­kreis­lauf)
  • Pati­en­ten, die als Folge einer Herz­er­kran­kung eine Funk­ti­ons­ein­schrän­kung der Atem­wege haben (z. B. Blut­stau­ung im Lungen­kreis­lauf als Folge der Herz­schwä­che)
  • Pati­en­ten, die eine vonein­an­der unab­hän­gig bestehende Atemwegs- und Herz­er­kran­kung haben (z. B. COPD und koro­nare Herz­krank­heit)
  • Pati­en­ten, die immun­sup­pri­mie­rende Medi­ka­mente einneh­men (z. B. nach Herz­trans­plan­ta­tion oder Verpflan­zung eines ande­ren Organs)

Welche beson­de­ren Vorkeh­run­gen gelten für Pati­en­ten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und ange­bo­re­nem Herz­feh­ler?

  • Beson­ders hell­hö­rig werden soll­ten ältere, Menschen, die Husten und Fieber haben. Bei Ihnen muss das Vorlie­gen einer COVID-19 Infek­tion bedacht werden.
  • In einer solchen Situa­tion ist die konse­quente Einnahme der ärzt­lich verord­ne­ten Medi­ka­mente ganz beson­ders wich­tig.
  • Grip­pe­schutz­imp­fung: Beson­ders Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen soll­ten den übli­chen Impf­emp­feh­lun­gen (Influenza- und Pneu­mo­kok­ken­imp­fung) folgen, um etwa eine Doppel­in­fek­tion von Influ­enza und Covid-19 oder einer ande­ren Lungen­krank­heit zu vermei­den. Achtung: Besteht jedoch – beispiels­weise aufgrund von Erkran­kungs­fäl­len im eige­nen Umfeld – die Wahr­schein­lich­keit einer Erkran­kung am Coro­na­vi­rus, sollte man sich nicht impfen lassen.

Wie kann man sich vor dem Coro­na­vi­rus schüt­zen? Wich­tige Hygiene-Regeln:

  • Bei Verdacht auf COVID-19-Erkrankung nicht unan­ge­mel­det in eine Arzt­pra­xis gehen, sondern sich vorher tele­fo­nisch beim örtli­chen Gesund­heits­amt oder beim ärzt­li­chen Notdienst (116117) oder beim Haus­arzt melden.
  • In der aktu­el­len Coronavirus-Epidemie ist die Tele­me­di­zin eine Alter­na­tive zum Besuch einer Arzt­pra­xis: eine Beratungs- und Behand­lungs­op­tion in den eige­nen vier Wänden ohne zusätz­li­ches Anste­ckungs­ri­siko. Außer­dem werden die Arzt­pra­xen vor Ort entlas­tet. Verdachts­fälle und Pati­en­ten (z. B. Herz-Kreislauf-Patienten) mit Bera­tungs­be­darf soll­ten daher tele­me­di­zi­ni­sche Sprech­stun­den­an­ge­bote nutzen.
  • Wegdre­hen beim Niesen oder Husten. Zwischen sich selbst und der ande­ren Person mindes­tens einen Meter Abstand halten.
  • Beim Husten und Niesen die Armbeuge vor Mund und Nase halten. Papier­ta­schen­tü­cher nur einmal benut­zen und umge­hend in einem Müllei­ner mit Deckel entsor­gen.
  • Wich­tig: Gründ­li­ches Hände­wa­schen (mindes­tens 20 Sekun­den) nach dem Nase­put­zen, Niesen oder Husten – mit einem Desin­fek­ti­ons­mit­tel auf Alko­hol­ba­sis oder mit Wasser und Seife.
  • Desin­fek­ti­ons­mit­tel benut­zen, gerade nach Kontakt mit Gegen­stän­den, die von vielen ande­ren auch berührt wurden (z. B. Türgriffe, Halte­griffe in öffent­li­chen Verkehrs­mit­teln, Einkaufs­wa­gen, Gelän­der, Tasten im Aufzug, …).
  • Große Menschen­an­samm­lun­gen und Reisen in betrof­fene Länder eher meiden.
  • Beson­dere Risi­ko­pa­ti­en­ten (s. o.), die sich noch nicht durch eigen­ver­ant­wort­li­ches Handeln schüt­zen können, durch beson­dere Aufmerk­sam­keit und Einhal­tung sämt­li­cher Hygie­ne­maß­nah­men (siehe hier vor allem die Empfeh­lun­gen des Robert-Koch-Instituts) vor einer Anste­ckung bewah­ren.
  • Als Verdachts­fall zählt dem RKI zufolge bisher derje­nige, der sich in den vergan­ge­nen 14 Tagen in einem der inter­na­tio­na­len Risi­ko­ge­biete oder einem beson­ders betrof­fe­nen Gebiet in Deutsch­land aufge­hal­ten hat oder Kontakt zu einem Infi­zier­ten hatte.
  • Auf mögli­che Engpässe und Einschrän­kun­gen während einer inten­si­ven Über­tra­gungs­welle vorbe­rei­ten, durch – eine ausrei­chende Monats­menge an notwen­di­gen verschrei­bungs­pflich­ti­gen Medi­ka­men­ten, – Sicher­stel­lung der Betreu­ung von a) chro­nisch herz­kran­ken und damit beson­ders gefähr­de­ten Fami­li­en­mit­glie­dern sowie von b) bereits Infi­zier­ten durch Isolie­rung.

Die Deut­sche Herz­stif­tung rät Betrof­fe­nen, sich bei den Gesund­heits­be­hör­den regel­mä­ßig über die aktu­elle Nach­rich­ten­lage zu infor­mie­ren:

Infor­ma­tio­nen für Bürger, darun­ter Hygie­ne­tipps und Antwor­ten auf häufig gestellte Fragen (FAQ), stellt die BZgA hier zur Verfü­gung.

Infor­ma­tio­nen für die Fach­öf­fent­lich­keit über das neuar­tige Coro­na­vi­rus sind hier abruf­bar.

Das BMG, einige Bundes­län­der und Kran­ken­kas­sen haben Hotlines für Bürger geschal­tet. Infos des BMG stehen hier.

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