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Die Angst Erste Hilfe zu leisten ist umso größer, je länger der Erste Hilfe Kurs her ist.

Studie zu Erster-Hilfe
Jeder Vierte traut es sich nicht zu

Bei jedem Vierten ist der Besuch eines Erste-Hilfe-Kurses mehr als 20 Jahre her. (Foto: © Pixel-Shot -. Stock.adobe.com)
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Es kann sehr schnell gehen: Ein Men­sch bricht auf offen­er Straße zusam­men, man ist Zeuge eines Autoun­falls oder am Arbeit­splatz hat ein Kol­lege plöt­zlich einen Herz­in­farkt. Hier ist schnelles Han­deln erforder­lich. Denn mit Erster Hil­fe kann man Leben retten.

Die gute Nachricht: Laut ein­er Umfrage im Auf­trag der Tech­niker Krankenkasse (TK) haben 93 Prozent der Men­schen in Deutsch­land nach eige­nen Angaben schon mal an einem Erste-Hil­fe-Kurs teilgenom­men. Allerd­ings: Bei fast jedem Vierten (23 Prozent) ist das mehr als 20 Jahre her. Bei den älteren Men­schen ab 60 bet­rifft das sog­ar fast jeden Zweit­en (46 Prozent). Sieben Prozent der Men­schen in Deutsch­land haben noch nie einen Erste-Hil­fe-Kurs besucht.

Dr. Jens Baas, Vor­standsvor­sitzen­der der TK: „Die Meis­ten haben ihren let­zten Erste-Hil­fe-Kurs im Zusam­men­hang mit dem Führerschein gemacht. Doch das ist zu wenig. In Skan­di­navien ler­nen bere­its Kinder­gartenkinder, wie Erste Hil­fe funk­tion­iert. Das zieht sich durch die Schule bis in die Arbeitswelt. Dieser selb­stver­ständliche Umgang mit Erster Hil­fe sollte auch bei uns in Deutsch­land wach­sen. 10.000 Men­schen kön­nten so jährlich durch Sofort-Maß­nah­men in ein­er Not­fall­si­t­u­a­tion gerettet werden.”

Je länger der let­zte Erste-Hil­fe-Kurs her ist, desto unsicher­er im Notfall

Doch im Umgang mit Herz­druck­mas­sage und Co. herrscht bei Vie­len Unsicher­heit. Ein Vier­tel aller Befragten traut sich nicht zu, im Not­fall Erste Hil­fe zu leis­ten. Dabei zeigt sich: Je länger der let­zte Erste-Hil­fe-Kurs her, desto größer die Unsicher­heit. So fühlen sich 98 Prozent der Befragten, die in den let­zten zwei Jahren einen Erste-Hil­fe-Kurs besucht haben, fit im Umgang mit ein­er Notall­si­t­u­a­tion. Bei zwei bis fünf Jahren, sind es nur noch 82 Prozent. Liegt der Kurs noch länger zurück, sind es nur noch 62 Prozent. Bei den Befragten, die noch nie einen Kurs besucht haben, traut sich noch nicht ein­mal die Hälfte zu, im Not­fall einzu­greifen (44 Prozent).

Erste Hil­fe mit Vir­tu­al Reality

Da man in Deutsch­land nicht geset­zlich verpflichtet ist, einen Erste-Hil­fe-Kurs zu wieder­holen, ist die Hemm­schwelle eher hoch, regelmäßig einen Kurs zu besuchen und das Gel­ernte aufzufrischen. Auch sind Präsen­zkurse durch die Coro­na-Pan­demie und Abstand­sregeln zurzeit nur erschw­ert durchzuführen. Daher hat die TK in Koop­er­a­tion mit dem Deutschen Rat für Wieder­bele­bung (GRC) eine Erste-Hil­fe-App fürs Smart­phone entwick­elt. Die Anwen­dung „TK-Res­cueMe VR” wird anlässlich des weltweit­en „World Restart a Heart Day” veröf­fentlicht und ste­ht allen Inter­essierten kosten­los zur Verfügung.

Mit­tels Vir­tu­al Real­i­ty lernt man in einem inter­ak­tiv­en Video die Herz­druck­mas­sage unter Real-Bedin­gun­gen. Dazu braucht man nur ein Smart­phone und ein soge­nan­ntes Card­board, das man bere­its für ein paar Euros in Online-Shops erhält. Die Schu­lung dauert rund zehn Minuten. Pro­fes­sor Dr. Bernd Böt­tiger, Vor­standsvor­sitzen­der des GRC: „Mit Hil­fe der App wird der Nutzer direkt in eine virtuelle Not­fall­si­t­u­a­tion gebracht. Dort muss er unter Zeit­druck unter Anleitung eine Wieder­bele­bung aus­führen. Durch die Sim­u­la­tion fühlt sich der Nutzer wie in ein­er echt­en Not­fall­si­t­u­a­tion, dort geht es dann ja auch um jede Sekunde”, so Böt­tiger. „Die App ist nach den neuesten medi­zinis­chen Erken­nt­nis­sen ein­gerichtet. So wird zum Beispiel auf die Mund-zu-Mund­beat­mung verzichtet.” Dr. Jens Baas ergänzt: „Die App erset­zt keinen Erste-Hil­fe-Kurs. Aber sie frischt altes Wis­sen auf und kann jed­erzeit genutzt wer­den, sowohl im pri­vat­en Bere­ich als auch in Unternehmen. Beispiel­sweise um die Ers­thelfer in den Betrieben zu schulen — und zwar niedrigschwellig und ohne viel Aufwand. Durch den Gam­i­fi­ca­tion-Ansatz und die Echtzeit­sim­u­la­tion ist der Lern­ef­fekt zusät­zlich sehr hoch.”

 

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