Startseite » Aktuelles »

Berufskrankheiten: Lungenkrebs und Hüftgelenksathrose aufgenommen

Liste der Berufskrankheiten ergänzt
Lungenkrebs durch Passivrauch und Hüftgelenksarthrose aufgenommen

Lungenkrebs durch Passivrauchen kann ab 1. August 2021 unter bestimmten Voraussetzungen als Berufskrankheit anerkannt werden. Foto: vchalup - stock.adobe.com
Anzeige

Der Bun­desrat hat kür­zlich ein­er Änderung der Beruf­skrankheit­en-Verord­nung (BKV) zuges­timmt. Darauf weisen Beruf­sgenossen­schaften und Unfal­lka­ssen hin. Damit wer­den zwei neue Krankheit­en in die Beruf­skrankheit­en-Liste der Anlage 1 zur BKV aufgenom­men. Es han­delt sich dabei um Hüft­ge­lenksarthrose durch Heben und Tra­gen schw­er­er Las­ten sowie Lun­genkrebs durch Passivrauchen.

Die Anpas­sung der Verord­nung sowie der Beruf­skrankheit­en-Liste erfol­gt auf Basis entsprechen­der wis­senschaftlich­er Empfehlun­gen des Ärztlichen Sachver­ständi­gen­beirats Beruf­skrankheit­en (ÄSVB) beim Bun­desmin­is­teri­um für Arbeit und Soziales. Sie tritt ab 1. August 2021 in Kraft.

Hüftgelenksarthrose durch Heben und Tragen

Die Hüft­ge­lenksarthrose erhält die Beruf­skrankheit­en-Num­mer 2116. Sie kann anerkan­nt wer­den, wenn:

  • das Krankheits­bild die Diag­nose „Koxarthrose“ im Sinne der wis­senschaftlichen Begrün­dung erfüllt,
  • die erkrank­te Per­son während ihres Arbeit­slebens min­destens zehn­mal pro Tag Las­ten mit einem Gewicht von min­destens 20 Kilo­gramm gehand­habt hat und
  • das Gesamt­gewicht der im Arbeit­sleben bewegten Last min­destens 9.500 Ton­nen beträgt.

Lungenkrebs durch Passivrauchen

Lun­genkrebs durch Pas­sivrauch erhält die Beruf­skrankheit­en-Num­mer 4116. Die Beruf­skrankheit kann anerkan­nt wer­den, wenn

  • das Krankheits­bild die Diag­nose „Lun­genkrebs“ erfüllt,
  • die erkrank­te Per­son am Arbeit­splatz viele Jahre inten­siv Pas­sivrauch aus­ge­set­zt war (Pas­sivrauch­ex­po­si­tion) und
  • die erkrank­te Per­son selb­st nie oder max­i­mal bis zu 400 Zigaret­tenäquiv­a­lente aktiv ger­aucht hat. Dabei wer­den etwa Zigar­ren, Zigar­il­los und andere Tabakpro­duk­te entsprechend ihrer Zusam­menset­zung umgerech­net und Zigaret­ten gleichgestellt.

Vorab-Status als Wie-Berufskrankheiten

Bere­its vor der Auf­nahme in die Beruf­skrankheit­en-Liste kon­nten bei­de Erkrankun­gen nach § 9 Abs. 2 Sozialge­set­zbuch VI als soge­nan­nte Wie-Beruf­skrankheit entschädigt wer­den. Möglich wurde dies durch Veröf­fentlichung der entsprechen­den neuen medi­zinisch-wis­senschaftlichen Erken­nt­nisse des ÄSVB.

Als Beruf­skrankheit­en kom­men generell nur jene Erkrankun­gen in Frage, die nach den Erken­nt­nis­sen der Medi­zin durch beson­dere Ein­wirkun­gen wie beispiel­sweise Lärm oder Staub bei der Arbeit verur­sacht sind. Bes­timmte Per­so­n­en­grup­pen müssen diesen durch ihre Arbeit in erhe­blich höherem Grad als die übrige Bevölkerung aus­ge­set­zt sein. Zusät­zlich muss im Einzelfall die Krankheit wesentlich durch die schädi­gende Ein­wirkung bei der Arbeit verur­sacht sein.

Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung

Liegt eine Beruf­skrankheit vor, beste­ht das vor­rangige Ziel darin, mit allen geeigneten Mit­teln die Fol­gen der Beruf­skrankheit zu mildern und eine Ver­schlim­merung zu ver­mei­den. Um dieses Ziel zu erre­ichen, erbringt die geset­zliche Unfal­lver­sicherung Leis­tun­gen, die von der medi­zinis­chen Ver­sorgung bis hin zu beru­flichen Maß­nah­men reichen kön­nen. Verbleiben trotz qual­i­fiziert­er Reha­bil­i­ta­tion schw­er­wiegende kör­per­liche Beein­träch­ti­gun­gen, erhal­ten Ver­sicherte eine Rente.

www.dguv.de

Anzeige
Newsletter

Jet­zt unseren Newslet­ter abonnieren

Gewinnspiel
Meistgelesen
Jobs
Sicherheitsbeauftragter
Titelbild Sicherheitsbeauftragter 8
Ausgabe
8.2021
ABO
Sicherheitsingenieur
Titelbild Sicherheitsingenieur 7
Ausgabe
7.2021
ABO
Anzeige

Industrie.de Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de