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Der Herd, die unterschätzte Brandursache

Schadendatenbank des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer
Der Herd, die unterschätzte Brandursache

Foto: © cunaplus - stock.adobe.com
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Während manche Risiken leicht über­schätzt wer­den – weil sie zum Beispiel große Schlagzeilen bekom­men oder beson­ders furchte­in­flößend klin­gen –, wer­den All­t­agsrisiken häu­fig unter­schätzt. Eine Recherche in der Schaden­daten­bank des Insti­tuts für Schaden­ver­hü­tung und Schaden­forschung der öffentlichen Ver­sicher­er e.V. (IFS) ergab, dass jed­er fün­fte Woh­nungs­brand auf dem Küchen­herd beginnt.

Der Herd erscheint vie­len vol­lkom­men kon­trol­lier­bar. Gle­ich­wohl ist er die mod­erne Feuer­stelle, und wenn damit etwas schief geht, eskaliert die Sit­u­a­tion meist so schnell, dass man sie nicht mehr allein unter Kon­trolle brin­gen kann.

Herd nach dem Kochen anlassen

Feuer­wehren im ganzen Land kön­nen das bestäti­gen: „Wir wer­den täglich zu Ein­sätzen mit Herd­brän­den gerufen“, sagt Fabi­an Wal­heim von der Press­es­telle der Feuer­wehr Ham­burg. Eine typ­is­che Sit­u­a­tion ist, dass jemand ver­gisst, den Herd nach dem Kochen auszustellen und anschließend das Haus ver­lässt. Dann brutzeln die Essen­sreste vor sich hin, es kommt zu ein­er starken Rauchen­twick­lung, und der Rauch­warn­melder alarmiert die Nach­barn. Häu­fig müssen die Ein­satzkräfte dann lediglich die Woh­nung lüften. Allerd­ings müssen sie sich vorher natür­lich Zutritt verschaffen.

Kochfeld aus Versehen eingeschaltet

„Schlim­mer ist es, wenn brennbare Gegen­stände auf dem Kochfeld liegen und es zu einem Feuer mit offen­er Flam­men­bil­dung kommt“, so Wal­heim. Das passiert nach Erfahrung des IFS häu­fig: In zwei von drei Herd­brand-Fällen wird das Kochfeld aus Verse­hen eingeschal­tet, zeigen unsere Dat­en. Ger­ade in kleinen Küchen ist jede zusät­zliche Stell­fläche willkom­men, und da bleibt für die neue Kaf­feepad­mas­chine manch­mal nur das Cer­ankochfeld. Herd­ab­deck­plat­ten aus Holz sind sog­ar dafür vorge­se­hen, den Herd in Abstell­fläche zu ver­wan­deln. Was passiert, wenn Gegen­stände auf dem eingeschal­teten Herd in Brand ger­at­en, kann man in unserem virtuellen Brand­la­bor aus­pro­bieren unter www.gefahr-erkannt.de.

Brennendes Fett

Eben­so wie die Wahrschein­lichkeit, dass man aus Verse­hen und ohne es zu merken, den Herd ein­schal­tet, wird auch die Zeit unter­schätzt, in der Fett sich so weit erhitzt, dass es zur Bran­dentste­hung kommt. In einem kür­zlich vom IFS unter­sucht­en Fall hielt sich eine Frau ger­ade im Arbeit­sz­im­mer auf, als der Rauch­melder Alarm schlug. In der Küche war ein Topf mit Fett für Schmalzge­bäck in Brand ger­at­en. Bei dem Ver­such, das Feuer im Topf abzulöschen, zog sich ein Haus­be­wohn­er schwere Ver­let­zun­gen zu.

„Vom Ein­schal­ten des Kochfeldes bis zur Entzün­dung dauert es manch­mal nur wenige Minuten“, sagt IFS-Gutachter Dr. Ste­fan Schall­moser. Die Zeit hängt vom Herd und der gewählten Ein­stel­lung, vom Kochgeschirr und der „Brand­last“ ab. Ein eingeschal­teter Herd sollte darum nicht allein gelassen wer­den, auch nicht, um nur schnell ein Paket anzunehmen oder etwas aus einem anderen Raum zu holen. Denn auch hier ist unser Zeit­ge­fühl kein gutes Maß. Ger­ade wenn wir, etwa durch ein Tele­fonat, abge­lenkt sind, unter­schätzen wir die Zeitspanne der Abwesenheit.

www.ifs-ev.org/solche-einsaetze-haben-wir-taeglich / (is)

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