Fehlzeiten-Report 2018. Arbeit und Sinn -
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Arbeit und Sinn

Fehlzeiten-Report 2018

Zufriedenheit im Job wirkt sich auch positiv auf den Krankenstand aus. Der Mensch ist halt vor allem ein "Gefühlstier". Foto: © YakobchukOlena - stock.adobe.com
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Erle­ben Beschäf­tigte ihre Arbeit als sinn­stif­tend, so wirkt sich das posi­tiv auf ihre Gesund­heit aus: Sie fehlen selte­ner am Arbeits­platz, haben deut­lich weni­ger arbeits­be­dingte gesund­heit­li­che Beschwer­den und halten sich im Krank­heits­fall häufi­ger an die ärzt­lich verord­nete Krank­schrei­bung. Zu diesem Ergeb­nis kommt das Wissen­schaft­li­che Insti­tut der AOK (WIdO) in einer Reprä­sen­ta­tiv­be­fra­gung von über 2.000 Erwerbs­tä­ti­gen, die exklu­siv im Fehlzeiten-Report 2018 mit dem Schwer­punkt „Sinn erle­ben – Arbeit und Gesund­heit“ erschie­nen ist.

Dafür hat das WIdO auch erfragt, was den Menschen am Arbeits­platz beson­ders wich­tig ist. „Sichere und gesunde Arbeits­be­din­gun­gen sowie das Gefühl, etwas Sinn­vol­les zu tun, sind Beschäf­tig­ten deut­lich wich­ti­ger als ein hohes Einkom­men“, sagt Helmut Schrö­der, stell­ver­tre­ten­der Geschäfts­füh­rer des WIdO und Mither­aus­ge­ber des Fehlzeiten-Reports.

Sinnerle­ben und Gesund­heit

Durch­schnitt­lich 12,1 Tage haben die Befrag­ten nach eige­nen Anga­ben im vergan­ge­nen Jahr krank­heits­be­dingt am Arbeits­platz gefehlt. Passen der eigene Anspruch an das Sinnerle­ben im Beruf und die Wirk­lich­keit in der Wahr­neh­mung des Beschäf­tig­ten gut zuein­an­der, berich­ten sie nur von 9,4 krank­heits­be­ding­ten Fehl­ta­gen.

Unter­schei­den sich Wunsch und Wirk­lich­keit stark vonein­an­der, liegen die Zeiten mit 19,6 Fehl­ta­gen mehr als doppelt so hoch. Dieser Zusam­men­hang zeigt sich auch bei den jobbe­ding­ten körper­li­chen und psychi­schen Beschwer­den. Im Durch­schnitt berich­ten

  • 38,1 Prozent der Befrag­ten über Rücken- und Gelenk­schmer­zen
  • 35,9 Prozent über Erschöp­fung.

Empfin­den Beschäf­tigte ihre Arbeit als sinn­stif­tend, werden alle Beschwer­den selte­ner genannt (Rücken- und Gelenk­schmer­zen: 34 Prozent; Erschöp­fung: 33,2 Prozent). Ist das nicht der Fall, berich­ten 54,1 Prozent über Rücken- und Gelenk­schmer­zen und 56,5 Prozent über Erschöp­fung. Unter­schiede gibt es laut der WIdO-Befragung auch bei der Anwe­sen­heit am Arbeits­platz trotz Krank­heit, dem soge­nann­ten Präsen­tis­mus: Mehr als jeder fünfte Befragte (21,1 Prozent) war entge­gen dem Rat des Arztes im letz­ten Jahr krank zur Arbeit gegan­gen. Wer seine Arbeit sinn­stif­tend findet, ist jedoch selte­ner betrof­fen (18,5 Prozent) als Beschäf­tigte, bei denen das nicht der Fall ist (24,8 Prozent).

Wenn Unter­neh­men die Gesund­heit ihrer Mitar­bei­ter fördern und als Arbeit­ge­ber attrak­tiv blei­ben möch­ten, soll­ten sie gegen­über ihren Beschäf­tig­ten mehr Loya­li­tät vermit­teln und die vertrau­ens­volle Zusam­men­ar­beit quer durch die Hier­ar­chie­ebe­nen gezielt fördern“, resü­miert Helmut Schrö­der.

Die weichen Fakto­ren machen den Unter­schied

Laut der reprä­sen­ta­ti­ven Umfrage des Wissen­schaft­li­chen Insti­tuts der AOK (WIdO), für die 2.030 Perso­nen zwischen 16 und 65 Jahren befragt wurden, ist

  • 98,4 Prozent der Befrag­ten im Job am wich­tigs­ten, sich am Arbeits­platz wohl­zu­füh­len
  • auch eine gute Zusam­men­ar­beit mit den Kolle­gen (97,9 Prozent)
  • ein gutes Betriebs­klima (96,8 Prozent)
  • die Loya­li­tät des Unter­neh­mens gegen­über den Mitar­bei­tern (96,8 Prozent)
  • ein gutes Verhält­nis zum Vorge­setz­ten (92,4 Prozent)

bedeut­sam. „Für das Sinnerle­ben sind den meis­ten Beschäf­tig­ten vor allem persön­lich und sozial moti­vierte Aspekte ihrer Arbeit wich­tig“, sagt Helmut Schrö­der. „Leider stim­men gerade hier Wunsch und Wirk­lich­keit oft nicht über­ein.“ So äußer­ten nur 69,3 Prozent der Befrag­ten, dass sich ihr Arbeit­ge­ber ihnen gegen­über loyal verhält. Ein posi­ti­ves Betriebs­klima erle­ben laut WIdO-Umfrage nur 78 Prozent der Beschäf­tig­ten.

Betrieb­li­che Gesund­heits­för­de­rung baut Brücken

Unab­hän­gig von der Bran­che kann Betrieb­li­che Gesund­heits­för­de­rung (BGF) Unter­neh­men dabei unter­stüt­zen, diese Ziele zu errei­chen. So wie die Berli­ner Stadt­rei­ni­gung (BSR). Seit 2017 ist Betrieb­li­ches Gesund­heits­ma­nage­ment dort eine eigen­stän­dige Geschäfts­ein­heit deren Themen­pa­lette von der Arbeits­me­di­zin über das Betrieb­li­che Einglie­de­rungs­ma­nage­ment bis hin zu Themen wie Arbeits­or­ga­ni­sa­tion, Auswir­kun­gen der Digi­ta­li­sie­rung, Verein­bar­keit von Beruf und Fami­lie sowie gastro­no­mi­scher Versor­gung reicht.

Über diese Arbeit berich­tet die Leite­rin des Gesund­heits­ma­nage­ments, Anke Brink­mann, im Fehlzeiten-Report 2018: „In den nächs­ten zehn Jahren wird die Anzahl der leis­tungs­ge­min­der­ten Mitar­bei­ter um zirka zehn Prozent pro Jahr anstei­gen, wenn wir heute keine besse­ren Rahmen­be­din­gun­gen schaf­fen.“ Mit eigens erar­bei­te­ten Ange­bo­ten wie einem Liegen­schafts­pro­jekt wirke die BSR dieser Entwick­lung erfolg­reich entge­gen. Die Beschäf­tig­ten in diesem Projekt werden eigens dafür geschult und ausge­bil­det. „Das Ergeb­nis der ersten Monate sind moti­vierte, zufrie­dene Mitar­bei­te­rin­nen und Mitar­bei­ter, die krank­heits­be­ding­ten Abwe­sen­hei­ten sind um fünf Prozent gesun­ken. Einer der Haupt­gründe dafür ist, dass die Mitar­bei­ter ihre jetzige Tätig­keit als sinn­stif­tend erle­ben und dafür gern die Verant­wor­tung über­neh­men“, so Brink­mann.

Kran­ken­stand 2017 stabil

Der Fehlzeiten-Report 2018 enthält zusätz­lich detail­lierte Arbeits­un­fä­hig­keits­ana­ly­sen auf der Grund­lage der Daten von 13,2 Millio­nen AOK-versicherten Arbeit­neh­mern, die 2017 in mehr als 1,6 Millio­nen Betrie­ben beschäf­tigt waren.

Entspre­chend dieser Daten ist der Kran­ken­stand bei den erwerbs­tä­ti­gen Mitglie­dern der AOK 2017 wie in den beiden Vorjah­ren mit 5,3 Prozent konstant geblie­ben. Dabei bezeich­net der Kran­ken­stand den Anteil der im gesam­ten Jahr 2017 ange­fal­le­nen Arbeits­un­fä­hig­keits­tage am Kalen­der­jahr. Damit hat jeder AOK-versicherte Beschäf­tigte im Durch­schnitt 19,4 Tage aufgrund einer ärzt­li­chen Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung am Arbeits­platz gefehlt. Am häufigs­ten waren Atem­wegs­er­kran­kun­gen (49,9 Fälle je 100 AOK-Mitglieder) und Muskel-Skelett-Erkrankungen (34,1 Fälle je 100 AOK-Mitglieder). Psychi­sche Erkran­kun­gen traten bei 11,2 Fällen je 100 AOK-Mitglieder auf. Aller­dings ist die Zahl der Fehl­tage aufgrund psychi­scher Erkran­kun­gen in den letz­ten zehn Jahren konstant ange­stie­gen, zwischen 2007 und 2017 um 67,5 Prozent. Außer­dem führen diese Erkran­kun­gen zu langen Ausfall­zei­ten. Mit 26,1 Tagen je Fall dauer­ten sie 2017 mehr als doppelt so lange wie der Durch­schnitt mit 11,8 Tagen je Fall.

Mehr Infor­ma­tio­nen auf www.wido.de

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