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Tipps für den Start in die Ausbildung

Junge Beschäf­tigte und Arbeits­schutz

Im September beginnt für viele Jungendliche mit dem Beginn der Ausbildung ein neuer Lebensabschnitt, Foto: © Monkey Business - stock.adobe.com
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Im Septem­ber beginnt für viele junge Leute mit dem Beginn der Ausbil­dung ein neuer Lebens­ab­schnitt. Dabei gibt es vieles zu beach­ten und zu beden­ken – vor allem, was den Arbeits­schutz betrifft. Denn Auszu­bil­dende und junge Beschäf­tigte sind beson­ders unfall­ge­fähr­det. Woran das liegt und was sich dage­gen tun lässt, erklärt Ulrich Zilz, Experte der Berufs­ge­nos­sen­schaft Holz und Metall, im Inter­view.

Herr Zilz, welchen Risi­ken sind junge Beschäf­tigte ausge­setzt?

Zilz: Laut aktu­el­len Zahlen der DGUV hatten Auszu­bil­dende rund 32.000 melde­pflich­tige Arbeits­un­fälle im Jahr 2017, darun­ter waren 117 neue Unfall­ren­ten und drei Todes­fälle. Die Unfall­quo­ten der jünge­ren Beschäf­tig­ten liegen deut­lich über denen der älte­ren. Das hat vor allem zwei Ursa­chen. Zum einen das Risiko der Uner­fah­ren­heit: Mangelnde Kennt­nisse und Stress durch neue Aufga­ben führen gerade bei Berufs­an­fän­gern häufig zu Unfäl­len. Zum ande­ren das Risi­ko­ver­hal­ten: Jugend­li­che testen eher Gren­zen aus, mitun­ter ist die Bereit­schaft höher, Risi­ken einzu­ge­hen. Zudem befin­den sie sich in einer Über­gang­si­tua­tion, lösen sich vom Eltern­haus und müssen sich in der neuen Rolle am Arbeits­platz behaup­ten. Sie sind oft unsi­cher, trauen sich aber nicht, nach­zu­fra­gen.

Wo sind die Gefah­ren beson­ders groß?

Zilz: Konkret zum Beispiel bei Arbei­ten mit Hand­werk­zeu­gen oder dem Umgang mit Leitern. Es besteht aber auch hohe Gefahr für Schä­di­gun­gen, die eher mittel- bis lang­fris­tig entste­hen und die Gesund­heit beein­träch­ti­gen können und die etwa die Themen Lärm, Haut­schutz, Rücken­ge­sund­heit und zuneh­mend psychi­sche Belas­tun­gen betref­fen. Ein weite­res erhöh­tes Risiko ist der Stra­ßen­ver­kehr. Wege­un­fälle ohne Fremd­be­tei­li­gung sind dabei beson­ders auffäl­lig.

Was können Arbeit­ge­ber, Vorge­setzte und Ausbil­der dage­gen tun?

Zilz: Neben einer regel­mä­ßi­gen und fundier­ten Aufklä­rung spielt die Unter­neh­mens­kul­tur eine tragende Rolle. Alle Beschäf­tig­ten sollen jeder­zeit die Sicher­heit und Gesund­heit bei der Arbeit berück­sich­ti­gen, ältere Kolle­gen und Kolle­gin­nen soll­ten stets mit gutem Beispiel voran­ge­hen: Wenn sie beispiels­weise beim Tragen von Persön­li­cher Schutz­aus­rüs­tung vorbild­lich sind, helfen sie Azubis, sich im Unter­neh­men zurecht­zu­fin­den und sich sicher und gesund zu verhal­ten.

Wie spricht man junge Leute am besten an?

Zilz: Wich­tig ist zum Beispiel eine vertrau­ens­volle Bezie­hung zwischen Ausbil­der und Azubi, die sich unter ande­rem durch ein posi­ti­ves Lern­klima und einen offe­nen Umgang mit Fehlern auszeich­net. Deshalb hat sich das

Im Septem­ber beginnt für viele junge Leute mit dem Beginn der Ausbil­dung ein neuer Lebens­ab­schnitt. Dabei gibt es vieles zu beach­ten und zu beden­ken – vor allem, was den Arbeits­schutz betrifft. Denn Auszu­bil­dende und junge Beschäf­tigte sind beson­ders unfall­ge­fähr­det. Woran das liegt und was sich dage­gen tun lässt, erklärt Ulrich Zilz, Experte der Berufs­ge­nos­sen­schaft Holz und Metall, im Inter­view.

Welchen Risi­ken sind junge Beschäf­tigte ausge­setzt?

Zilz: Laut aktu­el­len Zahlen der DGUV hatten Auszu­bil­dende rund 32.000 melde­pflich­tige Arbeits­un­fälle im Jahr 2017, darun­ter waren 117 neue Unfall­ren­ten und drei Todes­fälle. Die Unfall­quo­ten der jünge­ren Beschäf­tig­ten liegen deut­lich über denen der älte­ren. Das hat vor allem zwei Ursa­chen. Zum einen das Risiko der Uner­fah­ren­heit: Mangelnde Kennt­nisse und Stress durch neue Aufga­ben führen gerade bei Berufs­an­fän­gern häufig zu Unfäl­len. Zum ande­ren das Risi­ko­ver­hal­ten: Jugend­li­che testen eher Gren­zen aus, mitun­ter ist die Bereit­schaft höher, Risi­ken einzu­ge­hen. Zudem befin­den sie sich in einer Über­gang­si­tua­tion, lösen sich vom Eltern­haus und müssen sich in der neuen Rolle am Arbeits­platz behaup­ten. Sie sind oft unsi­cher, trauen sich aber nicht, nach­zu­fra­gen.

Wo sind die Gefah­ren beson­ders groß?

Zilz: Konkret zum Beispiel bei Arbei­ten mit Hand­werk­zeu­gen oder dem Umgang mit Leitern. Es besteht aber auch hohe Gefahr für Schä­di­gun­gen, die eher mittel- bis lang­fris­tig entste­hen und die Gesund­heit beein­träch­ti­gen können und die etwa die Themen Lärm, Haut­schutz, Rücken­ge­sund­heit und zuneh­mend psychi­sche Belas­tun­gen betref­fen. Ein weite­res erhöh­tes Risiko ist der Stra­ßen­ver­kehr. Wege­un­fälle ohne Fremd­be­tei­li­gung sind dabei beson­ders auffäl­lig.

Was können Arbeit­ge­ber, Vorge­setzte und Ausbil­der dage­gen tun?

Zilz: Neben einer regel­mä­ßi­gen und fundier­ten Aufklä­rung spielt die Unter­neh­mens­kul­tur eine tragende Rolle. Alle Beschäf­tig­ten sollen jeder­zeit die Sicher­heit und Gesund­heit bei der Arbeit berück­sich­ti­gen, ältere Kolle­gen und Kolle­gin­nen soll­ten stets mit gutem Beispiel voran­ge­hen: Wenn sie beispiels­weise beim Tragen von Persön­li­cher Schutz­aus­rüs­tung vorbild­lich sind, helfen sie Azubis, sich im Unter­neh­men zurecht­zu­fin­den und sich sicher und gesund zu verhal­ten.

Wie spricht man junge Leute am besten an?

Zilz: Wich­tig ist zum Beispiel eine vertrau­ens­volle Bezie­hung zwischen Ausbil­der und Azubi, die sich unter ande­rem durch ein posi­ti­ves Lern­klima und einen offe­nen Umgang mit Fehlern auszeich­net. Deshalb hat sich das Präven­ti­ons­pro­gramm Jugend will sich-er-leben (JWSL) im Schul­jahr 2018/19 mit dem Hand­lungs­feld Fehler­kul­tur beschäf­tigt. Es ist auch immer wieder sinn­voll, junge Kolle­gin­nen und Kolle­gen in Entschei­dun­gen und Prozesse einzu­be­zie­hen. Das hilft, schwie­rige Themen nach­zu­voll­zie­hen und schafft Akzep­tanz. Die Ideen der Auszu­bil­den­den soll­ten genutzt werden, um Lösun­gen und Verbes­se­run­gen gemein­sam zu erar­bei­ten. So werden die Berufs­ein­stei­ger von Anfang an im Betriebs­all­tag für die Sicher­heit und Gesund­heit sensi­bi­li­siert.

Welches Thema steht bei JWSL für das Schul­jahr 2019/20 im Fokus?

Zilz: Es wird um das Thema „Sucht­prä­ven­tion“ gehen. Das Ziel ist, die Risi­ko­wahr­neh­mung und Risi­ko­kom­pe­tenz der Jugend­li­chen bei den Themen „Sucht“ und „Konsum“ zu schu­len und dadurch zu erhö­hen. Es geht neben stoff­ge­bun­de­nen Süch­ten, wie Alko­hol, Niko­tin oder Medi­ka­men­ten auch um die nicht stoff­ge­bun­de­nen, wie zum Beispiel Glücks­spiel oder Video­spiele (Anm. d. Red.: Mehr zum Motto des aktu­el­len Schul­jahrs 2019/20 lesen Sie hier). Für die Sicher­heit und Gesund­heit bei der Arbeit gilt: Nicht erst eine ausge­prägte Sucht ist gefähr­dend, bereits der einma­lige Konsum bei der Arbeit kann ausrei­chen, um sich und andere zu gefähr­den. Die BGHM vergibt im Rahmen ihres Sicher­heits­prei­ses einen Sonder­preis für beson­ders krea­tive Ideen von Auszu­bil­den­den zum Thema Sucht­prä­ven­tion. Weitere Infor­ma­tio­nen gibt es unter: http://www.sicherheitspreis.bghm.de/sonderpreis-fuer-azubis.html.

Vielen Dank für das Gespräch.

www.bghm.de

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