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Mehr als jeder Sechste leidet unter chronischen Rückenschmerzen

Heilmittelbericht 2019
Mehr als jeder Sechste leidet unter chronischen Rückenschmerzen

Rückenschmerzen
Foto: © Andrey Popov - stock.adobe.com
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Mehr als jed­er sech­ste AOK-Ver­sicherte ist wegen chro­nis­ch­er, unspez­i­fis­ch­er Rück­en­schmerzen in ärztlich­er Behand­lung. Laut dem aktuellen Heilmit­tel­bericht des Wis­senschaftlichen Insti­tuts der AOK (WIdO) war mehr als ein Vier­tel (26,7 Prozent) von den 4,4 Mil­lio­nen Rück­en­schmerz­pa­tien­ten deswe­gen in den let­zten fünf Jahren dauer­haft beim Arzt, Frauen häu­figer als Män­ner.

„Die Zahlen zeigen, dass der Rück­en­schmerz zu Recht als Volk­skrankheit beze­ich­net wird. Neben der Behand­lung durch Ärzte und Phys­io­ther­a­peuten kön­nen Präven­tion­s­maß­nah­men gegen Bewe­gungs­man­gel und ein­seit­ige Belas­tun­gen, aber auch gegen Übergewicht helfen“, sagt Hel­mut Schröder, stel­lvertre­tender Geschäfts­führer des WIdO.

Rückenschmerzen nehmen mit dem Alter kontinuierlich zu

Chro­nis­che, unspez­i­fis­che Rück­en­schmerzen betr­e­f­fen mehr Frauen als Män­ner: 2017 waren knapp 2,6 Mil­lio­nen der 4,4 Mil­lio­nen AOK-Patien­ten weib­lich. Ins­ge­samt lei­den somit rund 20 Prozent aller AOK-Ver­sicherten Frauen und fast 15 Prozent der Män­ner unter chro­nis­chen, unspez­i­fis­chen Rück­en­schmerzen. Die Rate steigt mit zunehmen­dem Leben­salter kon­tinuier­lich an und ist in den let­zten Jahren vor dem Rentenein­tritt bei bei­den Geschlechtern am höch­sten.

Die Behand­lung zieht sich teil­weise über mehrere Jahre hin­weg: Unter den AOK-Ver­sicherten Rück­en­schmerz­pa­tien­ten des Jahres 2017 waren 65,5 Prozent bere­its 2016 in Behand­lung und 26,7 Prozent dauer­haft seit 2013.

Schmerzmittel und Physiotherapie

Während Schmerzmit­tel bei­den Geschlechtern in etwa gle­ich hohem Umfang verord­net wer­den  (Frauen  78,3 Prozent, Män­ner 76,7 Prozent), zeigen sich bei der Inanspruch­nahme von phys­io­ther­a­peutis­chen Ange­boten klare Geschlechterun­ter­schiede: Bei den Frauen nutzt rund ein Drit­tel der Pati­entin­nen (33,2 Prozent) eine Phys­io­ther­a­pie, bei den Män­nern nur ein Vier­tel (24,6 Prozent); Frauen erhal­ten die meis­ten Verord­nun­gen im Alter von 50 bis 54 Jahren (36,8 Prozent), Män­ner im Alter von 75 bis 79 Jahren (26,7 Prozent).

„Auch wenn Frauen und Män­ner Phys­io­ther­a­pie sehr unter­schiedlich nutzen, sind chro­nis­che, unspez­i­fis­che Rück­en­schmerzen bei bei­den Geschlechtern der häu­fig­ste Grund für Krankengym­nas­tik, Mas­sage und Co.“, so Hel­mut Schröder.

Behandlungsprogramm für Rückenschmerzpatienten

Für Patien­ten mit chro­nis­chen, unspez­i­fis­chen Rück­en­schmerzen hat der Gemein­same Bun­de­sauss­chuss am 1. Okto­ber 2019 die Grund­lage für soge­nan­nte Dis­ease-Man­age­ment-Pro­gramme (DMP) ver­ab­schiedet. Die darin enthal­te­nen Anforderun­gen für die Behand­lung basieren auf ein­er Recherche wis­senschaftlich­er Leitlin­ien und Stu­di­en.

Emp­fohlen wer­den ver­schiedene Maß­nah­men:

  • Die Basis bildet eine Aktivierung und Lebensstilän­derung
  • Sie kann durch indi­vidu­elle Ther­a­piemaß­nah­men wie Krankengym­nas­tik, Entspan­nungsver­fahren, psy­chother­a­peutis­che und psy­cho­so­ma­tis­che Behand­lun­gen sowie Schmerzther­a­pie mit Arzneimit­teln ergänzt wer­den.
  • Bei Erfol­glosigkeit kann eine teil­sta­tionäre oder sta­tionäre mul­ti­modale Schmerzther­a­pie ein­geleit­et wer­den. „Damit kön­nen betrof­fene Patien­ten mit chro­nis­chen Rück­en­schmerzen in Zukun­ft noch be- darf­s­gerechter unter­stützt wer­den“, so Schröder.

Der Heilmit­tel­bericht 2019 kann hier einge­se­hen wer­den.

www.wido.de

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