Neue Leiternorm ab 2018. Was ist zu beachten? -
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Was ist zu beachten?

Neue Leiter­norm ab 2018

Ab Januar 2018 tritt die überarbeitete sogenannte Leiternorm in Kraft. Foto: © Günzburger Steigtechnik
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Mangelnde Stand­fes­tig­keit ist die häufigste Unfall­ur­sa­che beim Einsatz von Leitern. Zum 1. Januar 2018 tritt nun die über­ar­bei­tete Leiter­norm DIN EN 131 in Kraft. Sie soll die Stand­fes­tig­keit von Leitern verbes­sern. Die neuen Richt­li­nien betref­fen vor allem Unter­neh­men, die Anlege- und Mehr­zweck­lei­tern verwen­den.

Trag­bare Anle­ge­lei­tern über drei Metern

Die wich­tigste Ände­rung der DIN EN 131 betrifft alle trag­ba­ren Anle­ge­lei­tern mit einer Leiter­länge von über drei Metern. Diese müssen in Zukunft eine größere Stand­breite aufwei­sen, entwe­der durch eine Quer­tra­verse oder durch eine soge­nannte koni­sche Bauweise.

Mehr­zweck­lei­tern mit aufge­setz­tem Schie­be­lei­ter­teil

Von der Norm betrof­fen sind auch Mehr­zweck­lei­tern mit einem aufge­setz­ten Schie­be­lei­ter­teil. Ist dieses länger als drei Meter, darf es nur von der Leiter trenn­bar sein, wenn es mit einer Traverse ausge­stat­tet ist, die die neuen Standbreiten-Anforderung erfüllt.

Aller­dings besteht in der Praxis die Gefahr, dass die Extra-Traverse als zusätz­li­che Stand­flä­che benutzt wird. Das wiederum kann Unfälle begüns­ti­gen. Hier­auf verweist die Norm mit einer Nutzungs­ein­schrän­kung hin“, erläu­tert Thomas Jacob von der Berufs­ge­nos­sen­schaft für Handel und Waren­lo­gis­tik (BGHW).

Zwei Nutzungs­grup­pen

Doch nicht nur die Stand­si­cher­heit wird durch die Norm über­ar­bei­tet. In Zukunft werden die Leitern in zwei Nutzungs­grup­pen unter­teilt:

  • Leitern für den gewerb­li­chen und
  • Leitern für den priva­ten Gebrauch.

Entspre­chende Pikto­gramme sorgen für die sicht­bare Klas­si­fi­zie­rung.

Was bedeu­tet die neue Norm für Betriebe?

Ältere Leiter­mo­delle, die nicht der aktu­el­len Norm und somit dem Stand der Tech­nik entspre­chen, können weiter­ver­wen­det werden, wenn deren Sicher­heit für den entspre­chen­den Arbeits­auf­trag gewähr­leis­tet ist. „Nur weil Produkte mit einem höhe­ren Sicher­heits­grad zur Verfü­gung stehen, bedeu­tet das nicht, dass die ande­ren Produkte verbo­ten sind. Wenn eine Leiter zum Zeit­punkt des Inver­kehr­brin­gens den gülti­gen Rechts­vor­schrif­ten entspricht, darf sie auch nach einer Aktua­li­sie­rung der Rechts­vor­schrift verwen­det werden“, erklärt Jacob.

Alle Betriebe müssen Gefähr­dungs­be­ur­tei­lun­gen ihrer Arbeits­mit­tel erstel­len. „Sollte dabei heraus­kom­men, dass die Stand­si­cher­heit der Leitern nicht gewähr­leis­tet ist, empfiehlt die DGUV – je nach Ergeb­nis der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung – die entspre­chen­den Leitern mit einer Traverse nach­zu­rüs­ten“, sagt Jacob. Für die Prüfung muss das Unter­neh­men soge­nannte befä­higte Perso­nen beauf­tra­gen, die durch Ausbil­dung, Berufs­er­fah­rung und Schu­lung das Know­how haben, um den Zustand einer Leiter rich­tig beur­tei­len zu können.

Hinter­grund

Wenn es in die Höhe geht, sind Leitern meist das Arbeits­mit­tel der Wahl. Aller­dings ist Leiter nicht gleich Leiter und viele Beschäf­tigte sind im Umgang fahr­läs­sig oder nicht rich­tig geschult worden. Ursa­chen für Leiter­un­fälle gibt es viele: Entwe­der war die Leiter für die Tätig­keit nicht geeig­net oder der Unter­grund nicht stand­fest und die Leiter gab nach. Laut der Statis­tik zum Arbeits­un­fall­ge­sche­hen der DGUV gab es im Jahr 2016 insge­samt knapp 23.700 melde­pflich­tige Unfälle, die im Zusam­men­hang mit Leitern statt­fan­den.

Fast jeder 15. Unfall hatte schwere Verlet­zun­gen zur Folge oder endete tödlich. Fast 90 Prozent aller Leiter­un­fälle, so das Ergeb­nis der BG BAU, fallen auf die mangel­hafte Stand­si­cher­heit zurück. Die über­ar­bei­tete Norm soll dafür sorgen, dass diese Gefah­ren­quelle bereits bei der Herstel­lung mini­miert wird.

Die Ände­rung der Leiter­norm wurde durch das Euro­päi­sche Komi­tee für Normung (CEN) unter Mitwir­kung der Berufs­ge­nos­sen­schaft der Bauwirt­schaft (BG BAU), der Berufs­ge­nos­sen­schaft für Handel und Waren­lo­gis­tik (BGHW) und der Sozi­al­ver­si­che­rung für Land­wirt­schaft, Fors­ten und Garten­bau (SVLFG) entwi­ckelt.

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