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Neun Regeln gegen Frust an der Lade­rampe

Deutscher Industrie- und Handelskammertag
Neun Regeln gegen Frust an der Lade­rampe

Mit neun einfachen Regeln will der Deutsche Industrie- und Handelskammertag die Arbeit an Laderampen effektiver machen. Foto: © industrieblick - stock.adobe.com
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Die Deut­sche Industrie- und Handels­kam­mer­tag (DIHK) hat neun „Golde­nen Rampen­re­geln“ zusam­men­ge­stellt, die den Empfang und das Verla­den von Waren verein­fa­chen. Dies soll auch den Beruf des LKW-Fahrers attrak­ti­ver machen.

Der tägli­che Frust an der Lade­rampe lässt sich mit dem guten Willen aller Betei­lig­ten zumin­dest zu einem großen Teil besei­ti­gen“, erklärt dazu der stell­ver­tre­tende Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Deut­schen Industrie- und Handels­kam­mer­tags (DIHK) Achim Dercks. „Wir haben daher bei der Suche nach Lösun­gen nicht nur die Logis­tik­bran­che, sondern vor allem auch beispiels­weise den Handel einge­bun­den.“ Aus den Vorschlä­gen und Anre­gun­gen der Betrof­fe­nen hat der DIHK neun einfa­che Rampen­re­geln entwi­ckelt.

Die neun Goldene Rampen­re­geln

  1. Regel: Ausrei­chende Kapa­zi­tä­ten an den Lade­ram­pen sicher­stel­len
    An den Lade­ram­pen soll­ten ausrei­chende Kapa­zi­tä­ten vorge­hal­ten werden. Dies betrifft die Rampen­zone, das Lager, das Perso­nal und die Lade­hilfs­mit­tel glei­cher­ma­ßen. Auch soll­ten bauli­che Voraus­set­zun­gen für reibungs­lose Umschla­ge­vor­gänge geschaf­fen werden. Dazu gehö­ren insbe­son­dere geeig­nete Maße für Rampen, Vordä­cher und so weiter sowie Unter­raum an der Rampe für Fahr­zeuge mit Hebe­bühne.
  2. Regel: Ausrei­chen­den Park­raum für Warte­zeit und Vorab­fer­ti­gung bereit­hal­ten
    Für den Hofver­kehr einschließ­lich Park- und Warte­zo­nen sollte ausrei­chend Fläche vorhan­den sein. Mit Blick auf den Mangel an LKW-Parkplätzen sollte der Fahrer dort möglichst auch seine Ruhe­zei­ten vor oder nach der Bela­dung verbrin­gen können. Werden warten­den Fahrern Funk­mel­de­emp­fän­ger ausge­hän­digt, können Fahr­zeuge jeder­zeit zügig abge­ru­fen und unnö­tige Wege in das Abfer­ti­gungs­büro vermie­den werden.
  3. Regel: Ausrei­chende Rampen­öff­nungs­zei­ten gewähr­leis­ten
    Die Rampen­öff­nungs­zei­ten soll­ten ausrei­chend lang sein und den Trans­port­un­ter­neh­men die Möglich­keit geben, Touren ohne Leer­lauf zu planen. Bei Restrik­tio­nen von Kommu­nen sollte geprüft werden, inwie­weit Locke­run­gen unter Wahrung der Inter­es­sen Drit­ter (Lärm­schutz für Anlie­ger) möglich sind. Insbe­son­dere in Saison­hoch­zei­ten und vor verkaufs­star­ken Feier­ta­gen soll­ten Rampen­öff­nungs­zei­ten dem gestei­ger­ten Anlie­fer­vo­lu­men ange­passt werden.
  4. Regel: Verein­barte Zeit­fens­ter einhal­ten
    Verein­barte Zeit­fens­ter soll­ten von Verla­dern, Trans­por­teu­ren und Empfän­gern glei­cher­ma­ßen als verbind­lich ange­se­hen werden. Es sollte bedacht werden, dass die Nicht­ein­hal­tung von Zeit­fens­tern bei Trans­port­un­ter­neh­men, Handel und Gewerbe glei­cher­ma­ßen zu erhöh­ten Kosten führt. Bei Verzö­ge­run­gen beispiels­weise durch Stau soll­ten Infor­ma­tio­nen schnel­ler flie­ßen, damit Zeit­fens­ter flexi­bel gehand­habt werden können und auch für Fahr­zeuge, die zu früh oder zu spät kommen, die Warte­zeit möglichst gering bleibt. Attrak­tive Zeit­fens­ter soll­ten nicht verkauft werden.
  5. Regel: Infor­ma­ti­ons­fluss verbes­sern
    Moderne Informations- und Kommu­ni­ka­ti­ons­tech­no­lo­gien sowie Big Data soll­ten dazu genutzt werden, die Part­ner möglichst früh­zei­tig über Verän­de­run­gen oder Störun­gen zu infor­mie­ren und den Daten­fluss über Lade­zei­ten und Waren zu verbes­sern. Hierzu gehö­ren beispiels­weise Zeit­fens­ter­ma­nage­ment­sys­teme, Avisie­rungs­ver­fah­ren, LKW-Abrufsysteme, eine digi­ta­li­sierte Fahr­zeug­ab­fer­ti­gung und die beleg­lose Waren­ein­gangs­prü­fung. Der Königs­weg wäre die Verar­bei­tung von Tele­ma­tik­da­ten in Echt­zeit.
  6. Regel: Vorhal­tung von Tausch­pa­let­ten sicher­stel­len
    Tausch­pa­let­ten soll­ten in ausrei­chen­der Zahl und in ange­mes­se­ner Quali­tät an den Lade­ram­pen zur Verfü­gung stehen und über­ge­ben werden.
  7. Regel: Zustän­dig­keit für Be- und Entla­dung klar regeln
    Be- und Entla­dung sowie beglei­tende Prozesse wie das Entfer­nen von Folien oder die Verein­ze­lung von Sand­wich­pa­let­ten fallen nicht in die Zustän­dig­keit des Fahrers. Die Unsi­cher­heit hier­über führt zu Konflik­ten und Miss­ver­ständ­nis­sen. Prozesse soll­ten verbind­lich gere­gelt werden. Klar­ge­stellt werden sollte auch die Verant­wor­tung für eine betriebs- und beför­de­rungs­si­chere Verla­dung.
  8. Regel: Persön­li­chen Umgang verbes­sern
    Fahrer und Perso­nal an den Lade­ram­pen sind mit der gebo­te­nen Wert­schät­zung zu behan­deln. Fahrern sollte der Zugang zu Sani­tär­ein­rich­tun­gen und Sozi­al­räu­men möglich sein. Diese soll­ten in ausrei­chen­der Anzahl und Quali­tät verfüg­bar sein. Die Fahrer ihrer­seits bemü­hen sich darum, diese Anla­gen ange­mes­sen zu nutzen.
  9. Regel: Sprach­kom­pe­tenz von Fahrern und Lade­per­so­nal verbes­sern
    Fehlende Sprach­kennt­nisse führen zu Miss­ver­ständ­nis­sen, Verzö­ge­run­gen und Gefah­ren an den Lade­zo­nen. Alle Betei­lig­ten bemü­hen sich darum, die Sprach­kom­pe­tenz der an der Lade­rampe täti­gen Perso­nen zu verbes­sern. Eine Verstän­di­gung auf Deutsch – zumin­dest aber auf Englisch – sollte möglich sein. Unter­stüt­zend können auch Pikto­gramme einge­setzt werden.

Die in der Praxis aufge­stell­ten Regeln sollen allen Betei­lig­ten nutz­ten, betont Dercks: den Verla­dern, den Waren-Empfängern, den Trans­port­un­ter­neh­mern, den Fahrern und der Umwelt. „Stand­zei­ten können so verkürzt und Planun­gen für alle Seiten verbes­sert werden. Damit lassen sich Arbeits­zei­ten und Perso­nal­ein­satz verbes­sern, weil der gerade von den Fahrern oft als frus­trie­rend empfun­dene Leer­lauf vermie­den werden kann.“

Gleich­zei­tig gehe es aber um wech­sel­sei­tige Aner­ken­nung: „Auch Fahrer und nicht nur die von ihnen gelie­fer­ten Waren soll­ten an der Rampe will­kom­men sein. So können die ‚Golde­nen Rampen­re­geln‘ letzt­lich mit dazu beitra­gen, die Attrak­ti­vi­tät des Fahrer­be­rufs wieder zu erhö­hen.“

www.dihk.de

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