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Sichere Spielplätze, sicherere Spielgeräte - Neufassung der DIN EN 1176

Neuerungen der DIN EN 1176
Sicherere Spielplätze

Seit Dezember 2017 gilt die Neufassung der Normenreihe DIN EN 1176 – 1:2017 für Spielplatzgeräte.
Mit dem so genannten Fisch werden v-förmige Öffnungen überprüft. Foto: Massstab Mensch
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Seit Dezem­ber 2017 gilt die Neu­fas­sung der Nor­men­rei­he DIN EN 1176 – 1:2017 für Spielplatzgeräte. Noch sind nicht alle Teile abschließend über­ar­beit­et wor­den. Neben redak­tionellen Änderun­gen wurde zudem die gesamte Norm kom­plett neu über­set­zt. Manch­es, was auf den ersten Blick wie eine inhaltliche Änderung erscheint, ist stel­len­weise nur eine sprach­liche Anpassung.

Um ihrer Verkehrssicherungspflicht nach zu kom­men, müssen Spielplatzprüfer eben­so wie Betreiber und Plan­er kün­ftig diese Änderun­gen ken­nen und berück­sichti­gen. Fol­gende Teile sind von der aktuellen Neuerung umfasst, mit ein­er Über­gangs­frist bis 31. Okto­ber 2018:

  • Teil 1: All­ge­meine sicher­heit­stech­nis­che Anforderun­gen und Prüfver­fahren sowie „zusät­zliche beson­dere sicher­heit­stech­nis­che Anforderun­gen und Prüfver­fahren“ für
  • Teil 2: Schaukeln
  • Teil 3: Rutschen
  • Teil 4: Seil­bah­nen (nur unwesentliche Änderungen)
  • Teil 6: Wippgeräte
  • Teil 11: Raumnetze

Allgemeine sicherheitstechnische Anforderungen

Teil 1 legt die all­ge­meinen Sicher­heit­san­forderun­gen für stan­dort­ge­bun­dene öffentliche Spielplatzgeräte und ‑böden fest. Alle Kinder sind eingeschlossen, auch Kleinkinder sowie weniger geschick­te oder leis­tungs­fähige Kinder. Die Norm geht von ein­er alters­gemäßen Beauf­sich­ti­gung aus.

Mit der neuen Regelung gel­ten europaweit ein­heitliche Sicher­heit­san­forderun­gen für „leicht zugängliche“ Spielplatzgeräte. Damit ent­fällt die deutsche A‑Abweichung und es entste­ht ein ein­heitlich­es Sicher­heit­sniveau für alle Kinder. Die Berück­sich­ti­gung der stren­geren Anforderun­gen bei „leichter Zugänglichkeit“ erset­zt jedoch nicht die Auf­sicht­spflicht der Eltern oder Erziehungsberechtigten.

Mit dem so genan­nten „Sprung­gerät“ führt die DIN EN 1176 einen neuen Geräte­typ ein. Hier­bei han­delt es sich um Boden­tram­po­line. Mit dieser expliziten Erwäh­nung wird deut­lich, dass sie zuge­lassene Spielplatzgeräte im Sinne dieser Norm sind. Sie sind damit deut­lich von den weit ver­bre­it­eten Tram­po­li­nen mit CE-Kennze­ich­nung abge­gren­zt, die keine Sprun­gan­la­gen im Sinne der DIN EN 1176 sind.

Ein neuer Abschnitt erläutert die unter­schiedlichen Fall­höhen. Hier wurde die Benutzungsart “sprin­gend” speziell für Sprung­geräte einge­führt. Anhang F ergänzt diesen Abschnitt mit ein­er Tabelle zur Ermit­tlung der freien Fall­höhe bei unter­schiedlichen Nutzungsarten.

Sichere Spielplätze: Zusätzliche sicherheitstechnische Anforderungen

Teile 2, 3, 4, 6 und 11 leg­en zusät­zliche sicher­heit­stech­nis­che Anforderun­gen an dauer­haft instal­lierte und für die Benutzung durch Kinder vorge­se­hen Spielplatzgerät fest.

Die Neuerun­gen in Teil 2 (Schaukeln) definieren den Schaukel­be­griff neu und beziehen jet­zt auch die weit ver­bre­it­eten Nestko­rb­schaukeln ein, als Spezial­fall des Typ 1 (Schaukel als Gruppenschaukel).

Teil 3 bet­rifft Rutschen. Davon ausgenom­men sind Wasser­rutschen, Rol­len­bah­nen oder Rutschan­la­gen, die mit Hil­f­s­geräten, wie zum Beispiel Mat­ten oder Schlit­ten, benutzt wer­den, sowie geneigte Flächen, die den Benutzer nicht umschließen und führen, zum Beispiel sog. “Ban­is­ter Rails” (geneigte par­al­lele Stan­gen). Die Neuerung reduziert für bes­timmte Fälle die freie Fall­höhe und nimmt einige Spez­i­fika­tio­nen vor.

Teil 6 (Wippgeräte) nimmt in der neuen Fas­sung Wip­pen vom Typ 2 bis 4 von den Anforderun­gen für erzwun­gene Bewe­gun­gen aus. Tabelle 1 konkretisiert die Anforderun­gen, bei welchem Gerät eine Boden­frei­heit vorhan­den sein muss.

Zu Raum­net­zen im Sinne von Teil 11 zählen neben den klas­sis­chen Mit­tel­mast­geräten auch Net­zstruk­turen mit außen liegen­der Tragstruk­tur und übere­inan­der ange­ord­nete Flächen­net­ze. Die Regelung konkretisiert die Anforderun­gen an zwei zusam­men­laufende Teile und führt eine geeignete Meth­ode zur Prü­fung dieses Winkels ein.

Ausblick

Die weit­eren noch in Bear­beitung befind­lichen Teile der Norm wer­den bis Ende des Jahres 2018 erwartet, eben­so wie eine abschließende Neuau­flage des neuen DIN Taschen­buchs 105. Zudem kön­nen mod­erne Soft­warelö­sun­gen, wie Zeit­padXT, Spielplatzprüfer und Betreiber bei der Ein­hal­tung der Nor­mvorschriften und damit bei der Erfül­lung ihrer Verkehrssicherungsplicht­en unter­stützen. Entwick­elt von Prak­tik­ern für die Prax­is, führt das Pro­gramm den Prüfer Schritt für Schritt durch die Inspek­tion, gle­icht sämtliche Eingaben mit dem aktuell gülti­gen Norm­stand ab und weist den Prüfer auf Ver­stöße hin. Es gener­iert anschließend kon­sis­tente Berichte mit Mängellisten.

 

Massstab Men­sch ver­mit­telt in Tagessem­inare die Neuerung der DIN EN 1176.

Ter­mine: 12. Juni 2018 und 10. Okto­ber 2018

 


Die DIN EN 1176 for­muliert die konkreten Anforderun­gen an Spielplatzgeräte hin­sichtlich Kon­struk­tion, Instal­la­tion und Wartung. Darüber hin­aus definiert sie alle Maße, die einzuhal­ten sind, damit Kinder diese Geräte sich­er nutzten kön­nen: Von den Vor­gaben für stoßdämpfende Böden und den Maß­gaben, welch­er Boden für welche Fall­höhe geeignet und zuge­lassen ist, bis hin zu den ver­schiede­nen zuge­lasse­nen Maßen, zur Ver­mei­dung von Fangstellen.

 

Autor: Peter Schraml

Er berät mit sein­er Fir­ma Massstab Men­sch alle mit der Pla­nung, dem Bau, der Ein­rich­tung, Inspek­tion und Wartung von Kindertagesstät­ten und Spielplätzen Beschäftigte. Als Geschäfts­führer vere­inigt er in Massstab Men­sch wesentliche Fachken­nt­nisse unter einem Dach: In sein­er zehn­jähri­gen Tätigkeit als Auf­sichtsper­son bei einem Unfal­lver­sicherungsträger etablierte er fundiertes Wis­sen um die geset­zlichen Vor­gaben zur Spielplatzsicher­heit, die er als aktives Mit­glied in ver­schiede­nen Nor­mauss­chüssen wesentlich mit gestal­tet. Hinzu kommt seine Exper­tise als Diplom Inge­nieur (FH) Architek­tur und die Kom­pe­tenz als Aus­bilder für “Qual­i­fizierte Spielplatzprüfer”.

Weit­ere Infor­ma­tio­nen: www.massstabmensch.de

 

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