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Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege informiert

Wann ist Gewalt gegen Arbeit­neh­mer ein Arbeits­un­fall?

Gewalt gegen Beschäftigte ist vielfältig - auch verbale Attacken können dazu gehören. Foto: © gpointstudio - stock.adobe.com
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Viele Beschäf­tigte in Kran­ken­häu­sern, Pflege‐ und Betreu­ungs­ein­rich­tun­gen erle­ben im Arbeits­all­tag verbale oder körper­li­che Gewalt. Aber wann zählt ein solcher Vorfall als Arbeits­un­fall, und wann sollte ein Gewalt­er­eig­nis gemel­det werden? Darüber infor­miert die BGW und stellt außer­dem einen neuen Ratge­ber vor, der zeigt, wie Betriebe hier effek­tiv vorbeu­gen können.

Arbeits­un­fall?

Verur­sacht ein Gewalt­vor­fall im Zusam­men­hang mit der Arbeit einen körper­li­chen Scha­den oder eine psychi­sche Erkran­kung, handelt es sich versi­che­rungs­recht­lich um einen Arbeits­un­fall“, erklärt Clau­dia Drechsel‐Schlund, Reha‐Expertin der Berufs­ge­nos­sen­schaft für Gesund­heits­dienst und Wohl­fahrts­pflege (BGW). „Je nach Einzel­fall kann das auch bei verba­len Über­grif­fen gege­ben sein.“

Gewalt­er­eig­nis melden?

Wie bei ande­ren Arbeits­un­fäl­len, so gilt auch bei Gewalt­vor­fäl­len: Melde­pflicht besteht, wenn sie mehr als drei Kalen­der­tage Arbeits­un­fä­hig­keit verur­sa­chen. Bei Gewalt‐ und ande­ren Extre­mer­eig­nis­sen können psychi­sche Folgen jedoch auch zeit­ver­zö­gert auftre­ten. Die BGW empfiehlt daher:

  • Extre­mer­eig­nisse immer melden: insbe­son­dere schwere Körper­ver­let­zun­gen, Sexu­al­de­likte oder (Raub-)Überfälle, auch auf dem Arbeits­weg. Berück­sich­tigt werden müssen auch Beschäf­tigte, die das Gesche­hen miter­lebt oder Betrof­fe­nen gehol­fen haben und dadurch eben­falls psychisch belas­tet sein können.
  • Gewalt­er­eig­nisse immer dann melden, wenn psychi­sche Auffäl­lig­kei­ten bei direkt oder indi­rekt betrof­fe­nen Beschäf­tig­ten bemerk­bar werden.
  • Bei häufi­gem Auftre­ten von Gewalt‐ oder Extre­mer­eig­nis­sen im Betrieb indi­vi­du­ell Kontakt mit der BGW aufneh­men.

Hinweis: Sofern keine Melde­pflicht für den jewei­li­gen Arbeits­un­fall besteht, muss für eine fall­be­zo­gene Meldung an die Berufs­ge­nos­sen­schaft die Zustim­mung der betref­fen­den versi­cher­ten Person vorlie­gen.

Neuer Präven­ti­ons­rat­ge­ber

Die neue Broschüre „Präven­tion von Gewalt und Aggres­sion gegen Beschäf­tigte“ der BGW hilft bei der Präven­tion solcher Vorfälle: Sie zeigt Unter­neh­men im Gesund­heits­dienst und in der Wohl­fahrts­pflege, wie sie Über­griffe auf Beschäf­tigte vorbeu­gen können, was nach einem Vorfall zu tun ist und welche Unter­stüt­zung die BGW ihren Mitglieds­be­trie­ben und Versi­cher­ten bietet.

Die Broschüre sowie weitere Infor­ma­tio­nen finden Inter­es­sierte unter www.bgw-online.de/gewalt

BGW forum 2019

Im Rahmen ihres dies­jäh­ri­gen Fach­kon­gres­ses „BGW forum – Gesund­heits­schutz in Kran­ken­haus und Klinik“ veran­stal­tet die Berufs­ge­nos­sen­schaft am 2. Septem­ber in Hamburg ein Satel­li­ten­sym­po­sium „Gewalt gegen ärzt­li­ches und medi­zi­ni­sches Fach­per­so­nal“. Beim Kongress selbst steht am 3. Septem­ber ein Plenum zur Präven­tion von Gewalt gegen Beschäf­tigte im Kran­ken­haus auf dem Programm.

Weitere Infor­ma­tio­nen finden Inter­es­sierte unter www.bgwforum.de.

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