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Kooperationsstudie von Bergmannsheil und dem Institut für Prävention und Arbeitsmedizin

Wenn Gerü­che von der Arbeit ablen­ken – Reiz­ef­fek­ten auf der Spur

Gerüche können unbemerkt die Aufmerksamkeit beeinflussen und so durch Fehlhandlungen Unfälle verursachen. Foto: © olly - stock.adobe.com
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Ein Geruch kann Übel­keit verur­sa­chen, zu Tränen reizen – und auch unsere Aufmerk­sam­keit stören. Die Mecha­nis­men des mensch­li­chen Nerven­sys­tems, die hinter den Wirkun­gen von Geruchs- und Reiz­stof­fen stehen, sind Thema eines neuen Forschungs­pro­jekts der Neuro­lo­gi­schen Univer­si­täts­kli­nik am Berg­manns­heil und des Insti­tuts für Präven­tion und Arbeits­me­di­zin der Deut­schen Gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung, Insti­tut der Ruhr-Universität Bochum (IPA). Die Ergeb­nisse sollen helfen, Sicher­heit und Gesund­heit an vielen Arbeits­plät­zen weiter zu verbes­sern.

Geruchs­emp­fin­den ist sehr subjek­tiv

Im Laufe seines Lebens kommt der Mensch mit ganz unter­schied­li­chen Gerü­chen in Kontakt, die beim Riechen mit indi­vi­du­el­len Erfah­run­gen und Erin­ne­run­gen verknüpft werden. Das führt beispiels­weise dazu, dass der Geruch von Anis die deut­sche Nase an Ouzo und Urlaub in Grie­chen­land erin­nert, die japa­ni­sche Nase jedoch an Desin­fek­ti­ons­mit­tel und Kran­ken­haus. Das Geruchs­emp­fin­den ist also subjek­tiv. Trotz­dem würden die meis­ten zustim­men, dass Vanille ange­nehm und verbrann­tes Plas­tik unan­ge­nehm riecht.

Der unter­schwel­li­gen Wirkung von Gerü­chen auf der Spur

Verschie­dene inter­na­tio­nale Unter­su­chun­gen bele­gen, dass Gerü­che weit­aus unbe­merk­ter die Aufmerk­sam­keit beein­flus­sen und so schlimms­ten­falls durch Fehl­hand­lun­gen Unfälle verur­sa­chen können. Die Studie soll nun klären, inwie­fern Perso­nen, die sensi­bel auf Gerü­che reagie­ren, mögli­cher­weise am Arbeits­platz durch Stoffe mit einer Geruchs- und Reizwir­kung abge­lenkt werden. Denn Reizwir­kun­gen und Geruchs­be­läs­ti­gun­gen durch chemi­sche Arbeits­stoffe sind für die Präven­ti­ons­ar­beit der Berufs­ge­nos­sen­schaf­ten und Unfall­kas­sen von zentra­ler Bedeu­tung.

Die Heraus­for­de­rung bei der Bewer­tung der gesund­heit­li­chen Rele­vanz von Luft­schad­stof­fen besteht darin, die Reizwir­kung von der bloßen Geruchs­wir­kung zu tren­nen“, so Thomas Brüning, Insti­tuts­di­rek­tor des IPA. „Erst wenn wir die Mecha­nis­men entde­cken und verste­hen, können die Unfall­ver­si­che­rungs­trä­ger besser präven­tiv tätig werden. Dazu gehört die Grenz­wert­fin­dung genauso wie die Arbeits­platz­ge­stal­tung.“

Gemein­same Forschung von Klinik und Arbeits­me­di­zin

Das nun von der DGUV geför­derte Projekt an der Schnitt­stelle zwischen klini­scher und arbeits­me­di­zi­ni­scher Forschung sowie der Sicher­heit und Gesund­heit am Arbeits­platz möchte genau dies im Laufe der kommen­den drei Jahre leis­ten: Mittels Unter­su­chungs­me­tho­den wie der funk­tio­nel­len Magnet­re­so­nanz­to­mo­gra­fie wird die Gehirn­ak­ti­vi­tät reiz­sen­si­ti­ver Perso­nen und Kontroll­per­so­nen direkt bei der Verar­bei­tung von Gerü­chen aufge­zeich­net und anschlie­ßend analy­siert. Zusätz­lich werden die Boten­stoffe, die das Zusam­men­spiel der Nerven­zel­len erst ermög­li­chen, in den betei­lig­ten Hirn­be­rei­chen analy­siert.

Die Ergeb­nisse sollen den Forschungs­teams um Martin Tegen­thoff und Thomas Brüning in der Konse­quenz erlau­ben, Empfeh­lun­gen für Präven­ti­ons­maß­nah­men auszu­spre­chen, die Sicher­heit und Gesund­heit am Arbeits­platz noch weiter verbes­sern.

Die Studie zum Thema Reiz­sen­si­ti­vi­tät wird von der Deut­schen Gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung (DGUV) mit rund 420.000 Euro geför­dert.

www.bergmannsheil.de
www.bg-kliniken.de
www.ipa-dguv.de

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