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DGUV Information 205-035 Hygiene und Kontamination bei der Feuerwehr

Neue DGUV Information „Hygiene und Kontamination bei der Feuerwehr"
Wo Ruß ist, sind Schad­stoffe

Foto: © benjaminnolte - stock.adobe.com
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Lösch­trupps sind bei der Brand­be­kämp­fung zahl­rei­chen Schad­stof­fen ausge­setzt. Wie sich die 1,3 Millio­nen frei­wil­li­gen Feuer­wehr­leute in Deutsch­land schon mit einfa­chen Mitteln besser davor schüt­zen können, zeigt die Deut­sche Gesetz­li­che Unfall­ver­si­che­rung (DGUV) in einer neuen Broschüre. Ein Kurz­film gehört auch dazu.

Atem­schutz­ge­räte bei der Brand­be­kämp­fung – für Lösch­trupps selbst­ver­ständ­lich

Brand­rauch enthält auch krebs­er­re­gende Stoffe wie etwa poly­zy­kli­sche aroma­ti­sche Kohlen­was­ser­stoffe (PAK). Diese und andere Schad­stoffe können nicht nur über die Atem­wege in den Körper gelan­gen, sondern auch über die Haut und den Verdau­ungs­trakt. Viele Feuer­wehr­leute sind sich dieser Risi­ken jedoch nicht bewusst: Nach­dem der Brand gelöscht ist, setzen sie sich in ihren verqualm­ten Schutz­an­zü­gen in das Einsatz­fahr­zeug, nehmen mit rußver­schmier­tem Gesicht schnell einen Schluck aus der Wasser­fla­sche und legen verschmutzte Ausrüs­tung in den Wagen. „Wo Ruß ist, sind Schad­stoffe“, sagt der Leiter des DGUV-Fachbereichs „Feuer­weh­ren, Hilfe­leis­tun­gen und Brand­schutz“, Tim Pelzl, „darum kommt es auf die Hygiene am Einsatz­ort an.“

Für einen besse­ren Schutz vor dem Schmutz hat die gesetz­li­che Unfall­ver­si­che­rung jetzt die DGUV Infor­ma­tion 205–035 „Hygiene und Konta­mi­na­tion bei der Feuer­wehr“ und einen vier­mi­nü­ti­gen Kurz­film veröf­fent­licht. Ange­lehnt an ein Compu­ter­spiel zeigt er die korrekte Einsatz­stel­len­hy­giene.

Umfas­sen­des Hygiene-Konzept nötig

Hygiene beginnt aber nicht erst am Einsatz­ort, sondern erfor­dert ein Konzept. „In vielen Feuer­weh­ren wird die Feuer­wehr­klei­dung nach einem Einsatz nicht gewa­schen, sondern nur getrock­net und gelüf­tet“, weiß Pelzl. Schad- und Gefahr­stoffe häufen sich auf diese Weise an. „Am nächs­ten Tag stehen die Einsatz­kräfte bei einem Verkehrs­un­fall auf der Straße, sie schwit­zen und die Schad­stoffe können sich aus der Klei­dung lösen, es kommt zu einer zwei­ten Konta­mi­na­tion.“ Doch nicht alle Feuer­weh­ren verfü­gen über geeig­nete Wasch­ma­schi­nen, zudem fehle es häufig an Einsatz­klei­dung zum Wech­seln. Auf keinen Fall dürfe der verschmutzte Schutz­an­zug daheim gewa­schen werden. „Damit trägt man die Gefahr­stoffe in die private Umge­bung, das ist abso­lut tabu“, sagt der Experte. Hier seien die Kommu­nen gefor­dert, denen als Träger der Frei­wil­li­gen Feuer­weh­ren die Verant­wor­tung für den Gesund­heits­schutz und die Finan­zie­rung obliege.

Bürger­meis­te­rin­nen und Bürger­meis­ter müssen sich Gedan­ken machen, wie die fach­ge­rechte Reini­gung sicher­ge­stellt wird, wie sie die Frei­wil­lige Feuer­wehr ausstat­ten, etwa mit Reser­ve­klei­dung, und wie die Konta­mi­na­tion im Feuer­wehr­haus orga­ni­sa­to­risch und baulich vermie­den werden kann.“ Zudem müssen die Einsatz­kräfte entspre­chend geschult werden. Daher rich­tet sich die DGUV-Information an die Kommu­nen wie auch an Führungs­kräfte der Feuer­wehr. Auf 40 Seiten erläu­tert sie kompakt praxis­er­probte Lösun­gen und enthält zahl­rei­che Abbil­dun­gen.

Hinter­grund: Forschungs­pro­jekt zum Krebs­ri­siko im Feuer­wehr­dienst

Das Insti­tut für Präven­tion und Arbeits­me­di­zin der DGUV (IPA) unter­sucht derzeit in einem Forschungs­pro­jekt das Krebs­ri­siko im Feuer­wehr­dienst, es handelt sich um die erste Studie dieser Art im deutsch­spra­chi­gen Raum. Bei 200 Feuer­wehr­kräf­ten in Berlin und Hamburg wird die Schad­stoff­be­las­tung vor und nach Brand­ein­sät­zen gemes­sen. Ein Ziel ist, Stra­te­gien und Verhal­tens­wei­sen zu entwi­ckeln, die eine wirk­same Expo­si­ti­ons­ver­mei­dung im Einsatz­all­tag ermög­li­chen. Lang­fris­tig sollen damit berufs­be­dingte oder durch die ehren­amt­li­che Tätig­keit erwor­bene Erkran­kun­gen vermie­den werden. Inner­halb des Forschungs­pro­jekts sind auch der Erklär­film und die Broschüre entstan­den.

Die DGUV Infor­ma­tion 205–035 „Hygiene und Konta­mi­na­tion bei der Feuer­wehr“ kann hier herun­ter­ge­la­den werden.

Zum Kurz­film „Einsatz­stel­len­hy­giene bei der Feuer­wehr“ geht es hier.

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