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Human-Biomonitoring-Projekt von BMU und VCI

BMU und VCI
Neue Messmethoden für 50 Chemikalien

Foto: © Shuo - stock.adobe.com
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Im Human-Bio­mon­i­tor­ing-Pro­jekt ist die Auswahl von 50 Stof­fen abgeschlossen wor­den, für die erst­mals Mess­meth­o­d­en entwick­elt wer­den. Diese Stoffe kön­nen über Lebens­mit­tel, Trinkwass­er, Kos­meti­ka oder Gebrauchs­ge­gen­stände vom men­schlichen Organ­is­mus aufgenom­men wer­den. Sie wur­den danach aus­gewählt, dass sie die All­ge­mein­bevölkerung belas­ten kön­nten oder beden­kliche toxikol­o­gis­che Eigen­schaften besitzen.

Seit 2010 arbeit­en BMU und VCI gemein­sam daran, diese Stoffe ver­lässlich messen zu kön­nen. Für 26 dieser Stoffe wur­den bere­its neue Mess­meth­o­d­en entwick­elt. Bis 2025 wer­den weit­ere fol­gen. Die neuen Analy­sev­er­fahren wer­den anschließend vom Umwelt­bun­de­samt (UBA) genutzt, um die Belas­tung der Bevölkerung mit den jew­eili­gen Stof­fen zu messen. Auf Basis der Ergeb­nisse entwick­elt das UBA bei Bedarf Empfehlun­gen für die Verbesserung des Schutzes der Bevölkerung vor uner­wün­scht­en Chemikalien­be­las­tun­gen.

Human-Biomonitoring

Im Rah­men des Human-Bio­mon­i­tor­ings nehmen BMU und VCI Stoffe in den Fokus, für die es bish­er keine geeignete Mess­meth­ode gibt. Die Auswahl beruht auf Empfehlun­gen eines hochrangiges Expertenkreis­es aus Forschung, Indus­trie und ein­schlägi­gen Fach­be­hör­den. Auswahlkri­te­rien sind, ob die Bevölkerung diesen Stof­fen ver­mehrt aus­ge­set­zt sein kön­nte oder ob die Stoffe toxikol­o­gisch oder gesund­heitlich beden­kliche Eigen­schaften besitzen. Unter den aus­gewählten Stof­fen sind zum Beispiel Weich­mach­er für Kun­st­stoffe, wie DINCH und DPHP, oder das Flamm­schutzmit­tel HBCDD. Auch häu­fig ver­wen­dete Kos­metik­in­haltsstoffe wie Geran­iol, Lysmer­al und Climbazol, Schädlings­bekämp­fungsmit­tel wie Fipronil oder Kon­servierungsmit­tel wie CIT/MIT und Bronopol wur­den aus­ge­sucht.

Abschließend aus­gewählt haben BMU und VCI jet­zt die let­zten drei Stoffe, die noch fehlten, um die Ziel­größe von 50 Stof­fen zu erre­ichen: (1) 2,4,7,9‑Tetramethyl-5-decin‑4,7‑diol (TMDD), ein Schaumhem­mer für Far­ben und Druck­ert­in­ten sowie in Mate­ri­alen mit Lebens­mit­telkon­takt; (2) Ben­zisoth­ia­zoli­non (BIT), ein Biozid-Wirk­stoff der vor­wiegend zur tech­nis­chen Kon­servierung einge­set­zt wird und (3) N‑Butylbenzolsulfonamid (NBBS), ein Weich­mach­er für Polyamid-Teile.

Während die Stof­fauswahl für das Human-Bio­mon­i­tor­ing-Pro­jekt damit abgeschlossen ist, läuft die Entwick­lung der Mess­meth­o­d­en im Auf­trag des VCI noch fünf Jahre weit­er. Die Meth­o­d­en sollen sehr empfind­lich und dafür geeignet sein, die im All­ge­meinen niedrige Hin­ter­grund­be­las­tung bei Men­schen zu bes­tim­men, die beru­flich nicht mit den gemesse­nen Stof­fen in Berührung kom­men.

Alle Analysemeth­o­d­en wer­den nach ihrer Fer­tig­stel­lung und Vali­dierung in anerkan­nten, inter­na­tionalen Fachzeitschriften mit Begutach­tungsver­fahren veröf­fentlicht, damit ihre hohe Qual­ität extern bestätigt wird, sie weltweit ver­füg­bar und nutzbar sind.

www.bmu.de

Human-Bio­mon­i­tor­ing (HBM) ist ein Werkzeug der gesund­heits­be­zo­ge­nen Umwelt­beobach­tung, mit dem Bevölkerungs­grup­pen auf ihre Belas­tung mit Schad­stof­fen aus der Umwelt unter­sucht wer­den. Die Ergeb­nisse sollen auch Hin­weise geben, ob (weit­ere) Schad­stoff­min­derungs­maß­nah­men zu tre­f­fen sind, oder wie sich beste­hende Maß­nah­men aus­gewirkt haben.

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