Präventionskultur in Deutschland. Spielraum für mehr Arbeitsschutz -
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Spielraum für mehr Arbeitsschutz

Präven­ti­ons­kul­tur in Deutsch­land

Verhältnisprävention ist besser als individuelle Verhaltensprävention. Doch in der Praxis wird zu oft Wert auf Verhaltensprävention gelegt. Foto: © lichtmeister - stock.adobe.com
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Der gesetz­li­chen Pflicht, eine Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung durch­zu­füh­ren, kommen in Deutsch­land laut den GDA‐Betriebsbefragungen 2011 und 2015 nur etwa die Hälfte der Betriebe nach. Dabei ist eine umfas­sende Präven­ti­ons­kul­tur entschei­dend, um die Sicher­heit und den Gesund­heits­schutz der Beschäf­tig­ten bei der Arbeit zu gewähr­leis­ten. Die Bundes­an­stalt für Arbeits­schutz und Arbeits­me­di­zin (BAuA) ging in einem Forschungs­pro­jekt unter ande­rem den Fragen nach, warum entspre­chende gesetz­li­che Vorga­ben nur selten umge­setzt werden und wie es um die betrieb­li­che Gesundheits‐ und Sicher­heits­kul­tur in Deutsch­land bestellt ist. 
Der nun veröf­fent­lichte Forschungs­be­richt „Formen von Präven­ti­ons­kul­tur in deut­schen Betrie­ben“ arbei­tet fünf verschie­dene Arten von Präven­ti­ons­kul­tur heraus. Auf der Basis quan­ti­ta­ti­ver Auswer­tun­gen schätzt er zudem die Vertei­lung der Typen in der Grund­ge­samt­heit aller deut­schen Betriebe ab.
Ein gene­rel­ler Befund der vorlie­gen­den Studie ist, dass die oftmals prekäre wirt­schaft­li­che Lage von Klein‐ und Kleinst­be­trie­ben offen­bar einen Typ von Präven­ti­ons­kul­tur ausbil­det, der eher nicht oder zu wenig auf Verhält­nis­prä­ven­tion setzt. Betriebe dieses zumeist Inha­ber geführ­ten Typs kennen Präven­tion demnach nur als Bestand­teil der eige­nen fach­li­chen Eignung bezie­hungs­weise als Inves­ti­tion in die eigene Fitness oder die Fähig­kei­ten ihrer Beschäf­tig­ten. Die Autorin­nen bezeich­nen diesen Typ als „Do‐it‐Yourselfer“.
Gene­rell geht die Studie davon aus, dass der Präventionskultur‐Typ „Fehler­ver­mei­der“ am häufigs­ten in deut­schen Betrie­ben vorkommt – und zwar in allen Bran­chen und vom Klein­be­trieb bis hin zu Betrie­ben mitt­le­rer Größe mit bis zu mehre­ren hundert Beschäf­tig­ten. Für ein knap­pes Drit­tel der Betriebe in Deutsch­land gelten demnach die Beschäf­tig­ten als die wich­tigste Ressource des Unter­neh­mens, zugleich aber auch als die Haupt­ur­sa­che von Unfäl­len und ande­ren Scha­dens­er­eig­nis­sen. Dies hat zur Folge, dass der Verhal­tensprä­ven­tion der Vorzug vor der Verhält­nis­prä­ven­tion gege­ben wird.
Insge­samt vier der fünf im Bericht heraus­ge­ar­bei­te­ten Typen von Präven­ti­ons­kul­tur seien dadurch gekenn­zeich­net, dass sie blinde Flecken in ihrem Arbeits­schutz­ver­ständ­nis, der Gefähr­dungs­rah­mung oder bezüg­lich des Inter­ak­ti­ons­fo­kus aufwei­sen. Sie besit­zen damit in unter­schied­li­chen Berei­chen Spiel­raum für eine Stei­ge­rung ihres Enga­ge­ments im Arbeits­schutz.
Die Autorin­nen beto­nen jedoch auch, dass Betriebe dieser vier Typen Quali­tä­ten ausge­bil­det haben, die auf ande­ren Feldern bereits gute Erfolge gezeigt haben und auf große Erfah­rung verwei­sen. Diese soll­ten in Aufsicht und Bera­tung immer zuerst aner­kannt und wert­ge­schätzt werden.
 Der Forschungs­be­richt schließt mit Empfeh­lun­gen, wie Unter­neh­men der fünf heraus­ge­ar­bei­te­ten Präventionskultur‐Typen jeweils am besten bei der Stei­ge­rung oder dem Erhalt ihrer Präven­ti­ons­kul­tur unter­stützt werden können.
Den Bericht „Formen von Präven­ti­ons­kul­tur in deut­schen Betrie­ben“ finden Sie hier. 
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