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Golfer-Ellenbogen durch Rebschnitt?

Kein Vollbeweis für Krankheit
Golfer-Ellenbogen durch Rebschnitt?

Foto: © Jürgen Fälchle - stock.adobe.com
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Das Schnei­den von Reben kann bei entsprechen­der Inten­sität eine Epi­condyli­tis humeri ulnaris („Golfer-Ellen­bo­gen“) verur­sachen, die als Beruf­skrankheit anzuerken­nen ist. Das entsch­ied das Hes­sis­che Lan­dessozial­gericht (LSG). Die Erkrankung müsse aber im Voll­be­weis gesichert sein, so die Einschränkung.

Die 59-jährige Klägerin schnitt für einen land­wirtschaftlichen Betrieb in einem Zeitraum von zwei Jahren jew­eils einige Wochen Reben von Hand mit ein­er mech­a­nis­chen Schere. Beschw­er­den im recht­en Arm führte sie auf diese Tätigkeit zurück. Die Beruf­sgenossen­schaft lehnte die Anerken­nung ein­er Beruf­skrankheit ab, weil das Krankheits­bild nicht ein­deutig und der Reb­schnitt nicht ursäch­lich für die Armbeschw­er­den sei. Das LSG gab der Beruf­sgenossen­schaft Recht. Nach Auf­fas­sung des Gerichts gehört die Erkrankung am Sehne­nansatz des Ellen­bo­gen­ge­lenkes zwar zu den als Beruf­skrankheit Nr. 2101 geschützten Krankheits­bildern. Auch fie­len beim Reb­schnitt dur­chaus bio­mech­anisch rel­e­vante Bewe­gungsabläufe an, die einen soge­nan­nten Golfer-Ellen­bo­gen bewirken kön­nten. Im konkreten Fall sei das Krankheits­bild aber nicht im Voll­be­weis gesichert. Der medi­zinis­che Sachver­ständi­ge habe keine belast­baren Hin­weise für Verän­derun­gen am ellen­seit­i­gen Epi­condy­lus bei der Klägerin fest­stellen kön­nen. Außer­dem ließen sich die Beschw­er­den auch durch andere Erkrankun­gen der Frau wie Karpal­tun­nel­syn­drom und Ein­schränkun­gen der Hal­swirbel­säule erklären.

(Urteil des Hes­sis­chen Lan­dessozial­gerichts vom 29.01.2019, Az. L 3 U 90/15)

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