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Kindergartenweg bei Home-Office nicht versichert

Unzeitgemäße Rechtslage
Kindergartenweg bei Home-Office nicht versichert

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Auf dem Weg vom Kindergarten zur Arbeitsstätte sind Beschäftigte unfallversichert. Dies gilt nach derzeitiger Rechtslage allerdings nicht für Eltern, die im Home-Office arbeiten. Foto: © Dron - stock.adobe.com
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Eltern, die ihr Kind auf dem Weg zur Arbeit in den Kinder­garten brin­gen, sind geset­zlich unfal­lver­sichert. Dies gilt jedoch nicht für Eltern, die einen Heimar­beit­splatz haben. Dies entsch­ied das Lan­dessozial­gericht Nieder­sach­sen-Bre­men (LSG) und kri­tisiert die aktuelle Gesetzeslage.

Zugrunde lag der Fall ein­er Mut­ter, die für ihren Arbeit­ge­ber von zu Hause per Tele­work­ing arbeit­ete. Sie erlitt auf dem Rück­weg vom Kinder­garten ihrer Tochter zum häus­lichen Telear­beit­splatz einen Unfall, als sie mit dem Fahrrad auf Blitzeis wegrutschte. Dabei brach sie sich den Ellenbogen.

Die Beruf­sgenossen­schaft hielt sich nicht für zuständig, da kein Arbeits- oder Wege­un­fall vor­liege. Das Brin­gen der Tochter zum Kinder­garten sei kein Weg, um zur Arbeit zu gelan­gen, son­dern ein pri­vater Heimweg.

Diese Auf­fas­sung bestätigte das Gericht. Der Gel­tungs­bere­ich der Wege­un­fal­lver­sicherung sei zwar im Jahre 1971 um den Kinder­gartenumweg erweit­ert wor­den. Ver­sicherungss­chutz am häus­lichen Arbeit­splatz habe jedoch nie bestanden, da die von der Unfal­lver­sicherung abgedeck­ten typ­is­chen Verkehrs­ge­fahren durch Heimar­beit ger­ade ver­mieden wür­den. Liegen Woh­nung und Arbeitsstätte in dem­sel­ben Gebäude, sei begrif­flich ein Wege­un­fall aus­geschlossen. Der Weg zum Kinder­garten sei damit privat.

Gesetzgeber gefordert

Allein der Geset­zge­ber könne entschei­den, ob angesichts der zunehmenden Ver­lagerung von Bürotätigkeit­en der Ver­sicherungss­chutz auch auf Wege zum Heimar­beit­splatz zu erweit­ern sei. Die Gerichte jeden­falls kön­nten mit der beste­hen­den Recht­slage aus dem Jahr 1971 kein Ergeb­nis erzie­len, das den heuti­gen Entwick­lun­gen im Beruf­sleben gerecht werde.

(Urteil des Lan­dessozial­gerichts Nieder­sach­sen-Bre­men vom 26.09.2018, Az. L 16 U 26/16)

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