Startseite » Aktuelles » Recht und Regelwerk » Kinder­gar­ten­weg bei Home‐Office nicht versi­chert

Unzeitgemäße Rechtslage

Kinder­gar­ten­weg bei Home‐Office nicht versi­chert

KiGa_AdobeStock_25463540_Dron.jpg
Auf dem Weg vom Kindergarten zur Arbeitsstätte sind Beschäftigte unfallversichert. Dies gilt nach derzeitiger Rechtslage allerdings nicht für Eltern, die im Home-Office arbeiten. Foto: © Dron - stock.adobe.com
Anzeige
Eltern, die ihr Kind auf dem Weg zur Arbeit in den Kinder­gar­ten brin­gen, sind gesetz­lich unfall­ver­si­chert. Dies gilt jedoch nicht für Eltern, die einen Heim­ar­beits­platz haben. Dies entschied das Landes­so­zi­al­ge­richt Niedersachsen‐Bremen (LSG) und kriti­siert die aktu­elle Geset­zes­lage.

Zugrunde lag der Fall einer Mutter, die für ihren Arbeit­ge­ber von zu Hause per Tele­wor­king arbei­tete. Sie erlitt auf dem Rück­weg vom Kinder­gar­ten ihrer Toch­ter zum häus­li­chen Tele­ar­beits­platz einen Unfall, als sie mit dem Fahr­rad auf Blitz­eis wegrutschte. Dabei brach sie sich den Ellen­bo­gen.

Die Berufs­ge­nos­sen­schaft hielt sich nicht für zustän­dig, da kein Arbeits‐ oder Wege­un­fall vorliege. Das Brin­gen der Toch­ter zum Kinder­gar­ten sei kein Weg, um zur Arbeit zu gelan­gen, sondern ein priva­ter Heim­weg.

Diese Auffas­sung bestä­tigte das Gericht. Der Geltungs­be­reich der Wege­un­fall­ver­si­che­rung sei zwar im Jahre 1971 um den Kinder­gar­ten­um­weg erwei­tert worden. Versi­che­rungs­schutz am häus­li­chen Arbeits­platz habe jedoch nie bestan­den, da die von der Unfall­ver­si­che­rung abge­deck­ten typi­schen Verkehrs­ge­fah­ren durch Heim­ar­beit gerade vermie­den würden. Liegen Wohnung und Arbeits­stätte in demsel­ben Gebäude, sei begriff­lich ein Wege­un­fall ausge­schlos­sen. Der Weg zum Kinder­gar­ten sei damit privat.

Gesetz­ge­ber gefor­dert

Allein der Gesetz­ge­ber könne entschei­den, ob ange­sichts der zuneh­men­den Verla­ge­rung von Büro­tä­tig­kei­ten der Versi­che­rungs­schutz auch auf Wege zum Heim­ar­beits­platz zu erwei­tern sei. Die Gerichte jeden­falls könn­ten mit der bestehen­den Rechts­lage aus dem Jahr 1971 kein Ergeb­nis erzie­len, das den heuti­gen Entwick­lun­gen im Berufs­le­ben gerecht werde.

(Urteil des Landes­so­zi­al­ge­richts Niedersachsen‐Bremen vom 26.09.2018, Az. L 16 U 26/16)

Anzeige

News­let­ter

Jetzt unse­ren News­let­ter abon­nie­ren

Meistgelesen

Jobs

Sicher­heits­be­auf­trag­ter

Titelbild Sicherheitsbeauftragter 6
Ausgabe
6.2019
ABO

Sicher­heits­in­ge­nieur

Titelbild Sicherheitsingenieur 7
Ausgabe
7.2019
ABO
Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de