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Unfallversichrung Nachwuchsfußballerin gilt nicht als Berufsspielerin

Kein Unfallversicherungsschutz
Nach­wuchs­fuß­bal­le­rin gilt nicht als Berufs­spie­le­rin

Foto: © Alex - stock.adobe.com
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Die Verlet­zung einer Nach­wuchs­fuß­bal­le­rin während eines Spiels ist nach einem Urteil des SG Frank­furt nicht als Arbeits­un­fall anzu­er­ken­nen. Geklagt hatte eine junge Frau, die Mitglied eines Fußball­ver­eins der Frauen-Bundesliga war und zur Hessen­aus­wahl des Hessi­schen Fußball­ver­ban­des gehörte. Während eines Spiels mit der Hessen­aus­wahl
erlitt sie einen Kreuz­band­riss im rech­ten Knie­ge­lenk.

Die Kläge­rin hatte mit ihrem Verein einen soge­nann­ten Förder­ver­trag abge­schlos­sen mit dem Ziel, sie zu einer Bundesliga-Spielerin aufzu­bauen. Die Kläge­rin verpflich­tete sich dabei unter ande­rem zur Teil­nahme am Trainings- und Spiel­be­trieb sowie zu regel­mä­ßi­gen Leis­tungs­tests. An offi­zi­el­len Spie­len der 1. Mann­schaft des Vereins nahm sie nicht teil. Die Förder­maß­nah­men umfass­ten unter ande­rem Bera­tung und Unter­stüt­zung in schu­li­schen und beruf­li­chen Ange­le­gen­hei­ten, die Zahlung eines Fahrt­kos­ten­zu­schus­ses, die Ausstat­tung mit Fußball­klei­dung und ‑schu­hen sowie den Erlass des Mitglieds­bei­tra­ges. Die zustän­dige BG lehnte die Aner­ken­nung als Arbeits­un­fall ab, da die Kläge­rin nicht in einem Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis gestan­den habe.

Die dage­gen erho­bene Klage der jungen Frau hatte keinen Erfolg. Nach Auffas­sung des Sozi­al­ge­richts war die Kläge­rin keine Beschäf­tige des Vereins und hat daher während des Unfalls keine versi­cherte Tätig­keit ausge­übt. Die Einbin­dung der Kläge­rin in die Orga­ni­sa­tion des Vereins unter­scheide sich nicht deut­lich von der Einbin­dung der sons­ti­gen akti­ven Vereins­mit­glie­der. Diese seien bereits aufgrund ihrer Mitglied­schaft eben­falls etwa dazu verpflich­tet, am regel­mä­ßi­gen Trai­ning und am Verbands­spiel­be­trieb teil­zu­neh­men. Die Kläge­rin habe für ihre fußbal­le­ri­sche Tätig­keit von ihrem Verein auch kein Entgelt erhal­ten. Fahrt­kos­ten­zu­schüsse und der Erlass des Mitglieds­bei­tra­ges genüg­ten nicht für die Annahme einer entgelt­li­chen Tätig­keit.

(Urteil des Sozi­al­ge­richts Frank­furt vom 14.11.2019, Az. S 8 U 113/18)

Autorin: Tanja Saut­ter

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