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Im Kopierraum beschäftigt

Toner­staub macht nicht gene­rell krank

Foto: © Andrey Popov - stock.adobe.com
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Nach dem aktu­el­len wissen­schaft­li­chen Erkennt­nis­stand sind Tonerpartikel- oder Laser­dru­cker­emis­sio­nen nicht gene­rell geeig­net, beim Menschen Gesund­heits­schä­den zu verur­sa­chen. Im Einzel­fall kann eine Verur­sa­chung durch einen arbeits­platz­be­zo­ge­nen Inha­la­ti­ons­test nach­ge­wie­sen werden. Dies entschied das Hessi­sche Landes­so­zi­al­ge­richt.

Ein jetzt 63-jähriger Mann war knapp vier Jahre als Verviel­fäl­ti­ger in einem Kopier­raum tätig. Wegen zuneh­men­der Atem­wegs­be­schwer­den bean­tragte er die Aner­ken­nung einer Berufs­krank­heit. Er verwies darauf, täglich Kopier- und Druck­auf­träge im Umfang von 5.000
bis 10.000 Blatt in einem nur 30 Quadrat­me­ter großen Raum ausge­führt zu haben.

Nach Durch­füh­rung einer Arbeits­platz­ana­lyse und der Einho­lung von medi­zi­ni­schen Gutach­ten lehnte der Unfall­ver­si­che­rungs­trä­ger die Aner­ken­nung einer Berufs­krank­heit ab, weil ein Zusam­men­hang zwischen der beruf­li­chen Tätig­keit und der Atem­wegs­er­kran­kung nicht belegt werden könne.

Die Darm­städ­ter Rich­ter holten weitere Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten ein und gaben schließ­lich der Unfall­ver­si­che­rung Recht. Bei dem Versi­cher­ten, der bereits vor der Tätig­keit im Drucker­raum an Heuschnup­fen und Asthma bron­chiale gelit­ten habe, lägen zwar eine obstruk­tive Atem­wegs­er­kran­kung sowie eine Rhino­pa­thie vor. Auch sei davon auszu­ge­hen, dass Toner­staub aller­gi­sie­rende Stoffe enthalte. Es sei aber nicht nach­ge­wie­sen, in welchem Umfang der Versi­cherte diesen Stof­fen ausge­setzt gewe­sen sei. Dies lasse sich auch nicht mehr ermit­teln, da sein ehema­li­ger Arbeits­platz mitt­ler­weile umge­stal­tet worden sei. Einen arbeits­platz­be­zo­ge­nen Inha­la­ti­ons­test mit dem Nach­weis einer aller­gi­schen Reak­tion habe der Versi­cherte verwei­gert.

(Urteil des Hessi­schen Landes­so­zi­al­ge­richts vom 21.01.2019, Az. L 9 U 159/15)

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