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Zu großer Umweg

Kein Unfallversicherungsschutz
Zu großer Umweg

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Es liegt kein ver­sichert­er Wege­un­fall vor, wenn statt dem direk­ten Arbeitsweg ein acht­mal län­ger­er Weg nach Hause gewählt wird. Dies hat das Sozial­gericht Osnabrück entsch­ieden und damit die Klage eines Auszu­bilden­den zum Met­all­bauer abgewiesen. Der junge Mann war mit seinem Motor­rad verunglückt, als ihm ein abbiegen­des Auto die Vor­fahrt nahm. Der Azu­bi ver­let­zte sich an bei­den Füßen und am recht­en Handgelenk.

Die beklagte Beruf­sgenossen­schaft lehnte die Anerken­nung als Arbeit­sun­fall mit der Begrün­dung ab, der Kläger habe sich zum Unfal­lzeit­punkt nicht auf dem direk­ten Weg von sein­er Arbeitsstätte befun­den. Am Unfall­t­ag sei auf der A 30 zwar ein Stau gewe­sen. Jedoch sei der von dem Kläger gewählte Weg verkehrs­be­d­ingt nicht nachzu­vol­lziehen. Dieser wandte dage­gen ein, dass sich durch den Stau auf der Auto­bahn auch auf anderen Straßen ein erhe­blich­er Rück­stau gebildet habe. Er sei daher lediglich verkehrs­be­d­ingt einen Bogen gefahren, um nach Hause zu kom­men. Das Sozial­gericht sah dies anders: Beim Abwe­ichen vom direk­ten Weg sei der Mann nur noch cir­ca 550 Meter von seinem Zuhause ent­fer­nt gewe­sen. Bis zur Unfall­stelle sei er bere­its 1,4 Kilo­me­ter von seinem üblichen Weg abgekom­men. Hätte er seine Fahrt wie vor­ge­tra­gen fort­ge­set­zt, wäre der gewählte Umweg mehr als acht­mal so lang wie der nor­male restliche Heimweg aus­ge­fall­en. Zur Überzeu­gung des Gerichts haben für diesen län­geren Weg keine Gründe vorgele­gen, die einen Wege­un­fallschutz rechtfertigen.

(Urteil des Sozial­gerichts Osnabrück vom 01.08.2019, Az. S 19 U 251/17)

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