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IKKA-Score erleichtert die Risiko-Abschätzung für Betriebsärzte und Betriebsärztinnen

Schwerer Krankheitsverlauf bei COVID-19
Score-System zur Risiko-Abschätzung

Mit dem neuen Score-System können Betriebsärztinnen und Betriebsärzte das Risiko von Arbeitnehmern besser einschätzen. (Foto: © bongkarn – stock.adobe.com)
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Ein neues Score-Sys­tem zur Ein­schätzung des indi­vidu­ellen Risikos für einen schw­eren Ver­lauf ein­er COVID-19-Erkrankung haben Wis­senschaft­lerin­nen und Wis­senschaftler der Uni­ver­sität Erlan­gen-Nürn­berg und der LMU München vorgestellt. Dies meldet die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedi­zin und Umweltmedi­zin e.V. (DGAUM).

Die Krankheitsver­läufe bei ein­er Infek­tion mit SARS-CoV­‑2 sind sehr unter­schiedlich und hän­gen von indi­vidu­ellen Fak­toren, wie etwa Vor­erkrankun­gen oder Alter ab. Die Beurteilung des indi­vidu­ellen Risikos für einen schw­eren Krankheitsver­lauf stellt an Ärztin­nen und Ärzte somit hohe Anforderun­gen. Das neue Score-Sys­tem soll daher eine Hil­festel­lung zu ein­er ein­heitlichen Risiko-Abschätzung bieten. In Ken­nt­nis des indi­vidu­ellen Scores kann dann in einem zweit­en Schritt beurteilt wer­den, welche beru­flichen Ein­satzmöglichkeit­en bestehen.

Betriebe und Unternehmen haben eine Für­sorgepflicht für ihre Beschäftigten, ins­beson­dere für jene, die ein­er Risiko­gruppe ange­hören. Eine Beurteilung, ob ein erhöht­es Schutzbedürf­nis vor­liegt, set­zt fundierte Ken­nt­nisse des indi­vidu­ellen Gesund­heit­szu­s­tands sowie der jew­eili­gen Bedin­gun­gen am Arbeit­splatz voraus. Im Rah­men ein­er Gefährdungs­beurteilung ermit­teln die Arbeit­ge­ber mit Unter­stützung der Betrieb­särztin­nen und ‑ärzte die am Arbeit­splatz objek­tiv beste­hen­den gesund­heitlichen Belas­tungs­fak­toren. Hierzu zählt auch die Infektionsgefährdung.

Mit dem IKKA-Score haben die Erlanger und Münch­n­er Wis­senschaft­lerin­nen und Wis­senschaftler nun ein neues stan­dar­d­isiertes Instru­ment entwick­elt, das die Risikoein­schätzung des Arztes/der Ärztin für einen schw­eren Krankheitsver­lauf bei COVID-19 unter­stützt. Das Ver­fahren wurde in erster Lin­ie für die Anwen­dung im Arbeitss­chutz konzip­iert und dient als eine konkrete Entschei­dung­shil­fe im Prax­isall­t­ag. Der IKKA-Score set­zt sich aus den vier Kat­e­gorien Immun­sup­pres­sion, Krankheitss­chwere beste­hen­der Vor­erkrankun­gen, Komorbiditäten/Risikofaktoren nach RKI und Alter zusam­men und bew­ertet diese nach einem über­schaubaren und leicht ver­ständlichen Punk­tesys­tem. Je nach Aus­prä­gung der Risiko­fak­toren wer­den in jed­er Kat­e­gorie Punk­te vergeben. Anhand der Gesamt­punk­tzahl kann dann ein Abgle­ich mit der sich aus der Gefährdungs­beurteilung ergeben­den indi­vidu­ellen Infek­tion­s­ge­fährdung der Beschäftigten erfol­gen und risikoad­ap­tierte Ein­satzmöglichkeit­en für beson­ders gefährdete Arbeit­nehmerin­nen und Arbeit­nehmer gesucht wer­den. Die Stärke des neuen IKKA-Scores liegt in der Vere­in­heitlichung der Risikobeurteilung unter möglichst großer Über­sichtlichkeit und geringem Zeitaufwand sowie in der Berück­sich­ti­gung bere­its vor­liegen­der Empfehlun­gen des Bun­desmin­is­teri­ums für Arbeit und Soziales (BMAS).

Pro­fes­sor Hans Drexler, Direk­tor des Insti­tuts und der Polik­linik für Arbeits‑, Sozial- und Umweltmedi­zin an der Uni­ver­sität Erlan­gen-Nürn­berg und Präsi­dent der DGAUM zum IKKA-Score: „Bis­lang gab es keine ein­heitliche Vorge­hensweise bei der indi­vidu­ellen Risikobes­tim­mung von Arbeit­nehmerin­nen und Arbeit­nehmern. Mit der Entwick­lung des IKKA-Scores ist es uns gelun­gen, Ärztin­nen und Ärzten eine Entschei­dung­shil­fe für die Beurteilung der indi­vidu­ellen Gefährdung durch SARS-CoV­‑2 zur Ver­fü­gung zu stellen und somit einen Beitrag zum Schutz von vul­ner­a­blen Grup­pen am Arbeit­splatz zu leisten.“

Eine aus­führliche Darstel­lung des neuen Ver­fahrens ste­ht hier.

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