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Tag der Sicherheitsbeauftragten 2019

Tag der Sicherheitsbeauftragten 2019
Bitte warn mich!

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Arbeitssicher­heit ist ein ern­stes The­ma. Manche Ein­sicht­en reifen jedoch leichter mit Humor und all­ge­mein­er emo­tionaler Betrof­fen­heit. Nachvol­lziehbar wurde dies beim Tag der Sicher­heits­beauf­tragten auf der A+A 2019: Das unter­halt­same Rah­men­pro­gramm set­zte gezielt Impulse auf der Gefühls- und Humorebene.

Gle­ich zum Pro­gram­mauf­takt erwartete die Ver­sam­melten stark­er Tobak: Per­for­mance-Kün­stler Joachim Berg­er wech­selte in aller See­len­ruhe auf der Bühne seine Klei­dung, während eine Stimme aus dem Off Anforderun­gen und Nor­men für die Per­sön­liche Schutzaus­rüs­tung herun­ter­leierte. In einem hals­brecherischen Akt zer­legte er anschließend ein Schränkchen, indem er sich auf das wack­lige Möbel­stück stellte und krachend den Ham­mer her­ab­sausen ließ. Was macht­en die rund 300 ver­sam­melten Sicher­heits­beauf­tragten angesichts dieser haarsträuben­den Szene? Sie hiel­ten hör­bar den Atem an.

Warum greift keiner ein?

Dass nie­mand aus dem Pub­likum in das tol­lkühne Treiben auf der Bühne ein­griff, lag zum Großteil am Vor­führcharak­ter des Geschehens: Die Ver­sam­melten ver­fol­gten die gezielte Pro­voka­tion aus der Zuschauer­warte. „Das ist so gewollt“, dacht­en wohl die meis­ten. Eine gewisse Span­nung und Unsicher­heit nach dem Mot­to „Kann das gut gehen?“ oder „Wie soll das enden?“ lag aber auch in der Luft. Doch nie­mand fühlte sich dazu berufen, vorzutreten oder seine Stimme zu erheben. Schließlich han­delte es sich ja um eine Insze­nierung – und nicht etwa um einen realen Vor­gang im Betrieb.

299 können sich nicht irren

Die Vor­führung förderte gle­ich­wohl typ­is­che men­schliche Ver­hal­tens­muster zutage: „Warum ist es so schw­er einzu­greifen?“, nahm Mod­er­a­tor Rein­hard R. Lenz vom Insti­tut Input, den Faden auf. Eine Hemm­schwelle ist das Bedürf­nis, mit der Masse zu schwim­men. „Jed­er von Ihnen in diesem Raum trägt nur ein drei­hun­dert­s­tel Ver­ant­wor­tung. Vielle­icht hal­ten die anderen 299 die Sache ja für nicht so gefährlich. Somit fra­gen Sie sich ‚Ist meine Art des Ein­greifens kon­sens­fähig?‘“, kennze­ich­nete Lenz das Prob­lem. Ein weit­er­er Grund sei, nicht als Besser­wiss­er daste­hen zu wollen, der andere gern belehrt und damit her­ab­set­zt: „Wenn ich jemand sage, dass es bess­er geht, heißt das ja, dass der Ange­sproch­ene etwas nicht so gut macht.“

Fürsorge untereinander zulassen

Diese Hemm­schwellen und Zwiespälte ken­nt ver­mut­lich jed­er Sicher­heits­beauf­tragte aus seinem eige­nen Arbeit­sum­feld. Sich darüber hin­wegzuset­zen, ist keine leichte Auf­gabe: „Eigene Ver­hal­tens­muster zu ändern ist richtig schw­er. Das gelingt nur mit einem ganz starken Motiv“, weiß Lenz. Noch schwieriger sei es, das Ver­hal­ten ander­er zu ändern.

Bei sich selbst beginnen

„Es geht darum, Für­sorge untere­inan­der zuzu­lassen. Sie müssen sich ansprechen lassen, ohne aufzubrausen. Begin­nen Sie bei sich selb­st“, emp­fahl Lenz. Um das aufeinan­der Acht­en als Bestandteil ein­er gelebten Sicher­heit­skul­tur im eige­nen Betrieb leichter etablieren zu kön­nen, erhiel­ten die Anwe­senden Karten mit dem Aufk­le­ber „Warn mich!“ Die Stick­er, etwa ange­bracht auf Maschi­nen oder Spin­den, sig­nal­isieren, dass Sicher­heit­shin­weise dankbar angenom­men wer­den. „Redet darüber, sam­melt Reak­tio­nen, verbessert die Meth­ode und streut in die Fläche“, gab Lenz den Sicher­heits­beauf­tragten noch mit auf den Weg.

Es darf auch mal ein Kalauer sein

Für amüsante Zwis­ch­enein­la­gen mit Hin­ter­sinn sorgte Chef­pfört­ner Kalle Wiss­er alias Björn Jung, der den all­wis­senden Wächter aus der Schaltzen­trale eines Unternehmens mimte. „Ich predi­ge hier seit 13 Jahren das hohe Lied der Sicher­heit“, brüstete sich der kauzige Wichtigtuer, der auch einige Kalauer zum Besten gab. Eine Kost­probe: „Wenn du das Ohr auf die Herd­plat­te legst, kannst du riechen, wie blöd du bist.“ Dem ist wohl nichts hinzuzufügen.

Petra Jauch

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