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A+A 2015 – der Kongress

Haupttreffen und Weltmarktplatz des Arbeitsschutzes
A+A 2015 – der Kongress

Bruno Zwingmann Geschäftsführer Bundesarbeitsgemeinschaft für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (Basi) Mail: bruno.zwingmann@basi.de
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Vom 27. bis 30. Okto­ber 2015 find­et der mit­tler­weile 34. inter­na­tionale Kongress der A+A – Sicher­heit und Gesund­heit bei der Arbeit – im Kon­gresszen­trum der Messe Düs­sel­dorf statt. In 60 Ver­anstal­tungsrei­hen referieren 350 hochrangige Fach­leute aus Poli­tik, Forschung und Prax­is. Die par­al­lel stat­tfind­ende inter­na­tionale Fachmesse der A+A verze­ich­net mit mehr als 1.800 Ausstellern (2013 über 1.600) das beste Ergeb­nis ihrer Geschichte.

Bruno Zwing­mann

Die A+A ist mit inter­na­tionalem Kongress und Fachmesse gle­ichzeit­ig Hauptver­anstal­tung und weltweit führen­der Mark­t­platz für Sicher­heit, Gesund­heit und Ergonomie. Sie präsen­tiert nicht nur die gesamte Bre­ite der Fachthe­men und –konzepte, Pro­duk­te und Dien­stleis­tun-gen, son­dern reflek­tiert auch die über­greifend­en Her­aus­forderun­gen und spiegelt die Sit­u­a­tion des Arbeitss­chutzes in Poli­tik und Öffentlichkeit. Als Präsen­ta­tion des Hand­lungs­feldes ist sie selb­st ein wichtiges Moment der öffentlichen Diskussion.
„Arbeit, Gesund­heit und Stress“ in der öffentlichen Diskussion
In der öffentlichen Diskus­sion ist die hohe Aufmerk­samkeit für das The­ma „Arbeit, Gesund­heit und Stress“ und die Notwendigkeit von Präven­tion und Gesund­heits­förderung unge­brochen, wen­ngle­ich der Neuigkeitswert von Burn-out-Mel­dun­gen abn­immt. Dies bedeutet allerd­ings nicht, dass die Diskus­sio­nen im und um den Arbeitss­chutz herum ins­ge­samt kon­flik­t­frei sind. Sobald verbindliche Stan­dards tech­nis­ch­er, baulich­er oder organ­isatorisch­er Art ver­langt wer­den, wie jüngst bei der Nov­el­le der Arbeitsstät­ten­verord­nung, sehen das vor allem die Nor­madres­sat­en oft anders.
Im weitesten Sinne „psy­chis­che“ Anforderun­gen sind in der Tat Spitzen­re­it­er des Belas­tungs­geschehens in der mod­er­nen, weltweit ver­net­zten (Arbeits-)Welt, die aktuell in eine neue Phase tief­greifend­er Verän­derun­gen durch die Dig­i­tal­isierung ein­tritt. Und vieles deutet darauf hin, dass der „aus­ge­bran­nte“ Men­sch — der sich ein­er Art Kom­mu­nika­tions-Overkill aus­ge­set­zt sieht, immer kreativ und pos­i­tiv sein muss sowie sich per­fekt ver­mark­ten und man­a­gen soll — gewis­ser­maßen Pro­to­typ für die neg­a­tiv­en gesund­heitlichen Fol­gen der mod­er­nen Arbeits- (und Lebens-) Welt ist.
Die her­aus­ge­hobene Bedeu­tung von psy­chis­chen Belas­tun­gen bedeutet keineswegs, dass physis­che Belas­tun­gen durch Lärm, Gefahrstoffe oder schwere Las­ten irrel­e­vant gewor­den wären. Mit Aus­nahme kör­per­liche Schw­er­st­be­las­tun­gen und tödlich­er Unfall­risiken haben sie keineswegs durchgängig abgenom­men, ja nehmen in vie­len Bere­ichen sog­ar zu! Ungeachtet dessen sind die psy­chis­chen Belas­tun­gen als The­ma der Präven­tion eine Art „Zeit­en­wende“ für den Arbeits- und Gesundheitsschutz.
Neue Dimen­sio­nen
Die Sit­u­a­tion in unserem Lande find­et sich in der Grund­ten­denz in vie­len hochin­dus­tri­al­isierten Län­dern wieder. Dage­gen dominieren vor allem in den auf­streben­den neuen Indus­trielän­dern und in der soge­nan­nten drit­ten Welt noch die klas­sis­chen The­men des Arbeitss­chutzes. Möglich­weise fand jet­zt auch in diesen Län­dern eine Art „Zeit­en­wende“ für den Arbeitss­chutz statt. Denn: Es gibt eine Zeit vor und nach „Rana Plaza“.
Der Ein­sturz der Tex­til­fab­rik „Rana Plaza“ in Banglade­sch und der Tod von weit mehr als 1.000 Tex­ti­lar­bei­t­erin­nen haben bemerkenswerte Aktiv­itäten weltweit und in unserem Lande aus­gelöst. Der „Aktion­s­plan Bünd­nis für nach­haltige Tex­tilien“ des Bun­de­sen­twick­lung­shil­fem­i­nis­ters und die gemein­same Ini­tia­tive „Gute Arbeit weltweit“ mit der Bun­de­sar­beitsmin­is­terin zie­len auf effek­tive Maß­nah­men für Nach­haltigkeit und faire Arbeits­be­din­gun­gen in der Liefer­kette sowie die aktive Unter­stützung beim Auf­bau von Arbeitss­chutzwis­sen und ‑struk­turen in den Herkun­ft­slän­dern. Auch auf dem G 7‑Gipfel in Schloss Elmau wurde diese Zielset­zung bekräftigt und unter Anderem ein „Vision Zero Fund“ beschlossen.
Es ist in dieser Qual­ität völ­lig neu, dass sich auch die wichti­gen inter­na­tionalen Organ­i­sa­tio­nen und Foren der Ökonomie mit Sicher­heit und Gesund­heit bei der Arbeit und fairen Arbeits­be­din­gun­gen beschäfti­gen. Damit scheint sich eine wirk­samere Poli­tik zur weltweit­en Ein­hal­tung der Kernar­beit­snor­men der ILO und zum Auf­bau von Arbeitss­chutzstruk­turen ein­schließlich der Etablierung geset­zlich­er Unfal­lver­sicherun­gen abzuzeichnen.
Poten­tiale der Prävention
Arbeitss­chutz ist vom Ansatz her zunächst und vor allem ein humanes Anliegen. Diese ethisch-poli­tis­che Basis wird beson­ders deut­lich, wo es unmit­tel­bar um Leben und Gesund­heit geht, wie z.B. in Rana Plaza oder bei den Chemie-Katas­tro­phen von Seveso und Bhopal.
Die volk­swirtschaftlich-gesamt­ge­sellschaftliche Sicht sprach eigentlich schon immer für einen wirk­samen Schutz von Leben und Gesund­heit. Allein die Größenord­nung der Frühin­va­lid­ität und der Arbeit­sun­fähigkeit und die entsprechen-den Poten­tiale der Präven­tion sind beeindruckend:
  • Im Jahre 2013 schieden rund 175.000 Per­so­n­en in Deutsch­land aus medi­zinis­chen Grün­den aus dem Beruf­sleben aus. Die gesellschaftlichen Kosten belaufen sich nach ein­er BAuA-Studie auf über 20 Mil­liar­den Euro, wovon etwa die Hälfte als eine Folge von Belas­tun­gen durch die Arbeit ange­se­hen wer­den kann.
  • Mit ein­er durch­schnit­tlichen Arbeit­sun­fähigkeit von 15 Tagen je Arbeit-nehmer im Jahr 2013 ergeben sich ins­ge­samt 567,7 Mil­lio­nen Arbeits-unfähigkeit­stage. Aus­ge­hend hier­von schätzt die BAuA die volk­swirtschaft-lichen Pro­duk­tion­saus­fälle auf ins­ge-samt 59 Mil­liar­den Euro und den Aus­fall an Brut­tow­ertschöp­fung auf 103 Mil­liar­den Euro.
Auf einzel­wirtschaftlich­er Ebene dage­gen rech­nete sich Arbeitss­chutz meist nicht und in Zeit­en großen Arbeit­skräfteüber­schuss­es noch weniger. Seit Beginn der Indus­tri­al­isierung stand deshalb der Arbeitss­chutz im Gegen­satz zu einem, vor allem kurzfristi­gen ökonomis­chen Erfolgsdenken.
Ver­glichen mit der Sit­u­a­tion vor etwa 30 Jahren find­et Arbeitss­chutz in unserem Land jedoch in ein­er neuen ökonomis­chen Sit­u­a­tion statt. Heute kann die Abhängigkeit eines ökonomisch „gesun­den“ Unternehmens von sicheren, gesun­den und ergonomis­chen Arbeits­be­din­gun­gen gut belegt wer­den. Der Arbeitss­chutz kann sich heute auch mikroökonomisch im Grund­satz auf eine pos­i­tive Argu­men­ta­tion stützen, allerd­ings immer ver­bun­den mit dem Zusatz „nach­haltig“.
Präven­tion heute
Präven­tion ist eine Investi­tion in die Zukun­ft. Gesund­heit und Leis­tungs­fähigkeit der Beschäftigten zu erhal­ten und zu fördern gewin­nt für die Unternehmen selb­st, die Sozialver­sicherung wie auch für die Poli­tik an Bedeu­tung. Eine sichere und gesunde Arbeitswelt trägt entschei-dend zur Inno­va­tions- und Wet­tbe­werb­s­fähigkeit der Unternehmen bei. Vielfältige Unternehmens­beispiele bele­gen, dass Maß­nah­men des Arbeitss­chutzes einen Rück­gang der Mitar­beit­er­fluk­tu­a­tion bewirken, die Prozess- und Pro­duk­tqual­ität steigern und das Unternehmen­sim­age verbessern.
Schutz und Förderung der Gesund­heit sind entschei­dende Voraus­set­zun­gen für die Moti­va­tion und Kreativ­ität der Beschäftigten. Dem „Fak­tor Men­sch“ kommt ger­ade für die hoch entwick­el­ten Volk­swirtschaften eine auss­chlaggebende Bedeu­tung im inter­na­tionalen Wet­tbe-werb der Stan­dorte zu. Durch eine effek­tive und effiziente Präven­tion kön­nen Leben­squal­ität, Mobil­ität und Leis­tungs­fähigkeit der Men­schen nach­haltig verbessert und ein großer Teil der son­st erforder­lichen Krankheits- und Krankheits­fol­gekosten ver­ringert werden.
Arbeits- und Gesund­heitss­chutz kommt also nicht nur den Beschäftigten zugute. Auch die ökonomis­chen Poten­tiale der Präven­tion sind erhe­blich und müssen ins­beson­dere vor dem Hin­ter­grund der „altern­den“ Gesellschaften in Europa deut­lich bess­er aus­geschöpft wer­den. Davon hängt auch die weit­ere pos­i­tive wirtschaftliche Entwick­lung unseres Lan­des entschei­dend ab!
Ger­ade dieser Aspekt wird heute immer stärk­er auch für die Unternehmen selb­st „fühlbar“. So wie früher ein Unternehmen, das die tech­nol­o­gis­che Entwick­lung nicht mit­bekom­men hat­te, aus dem Markt auss­chei­den musste, so hat heute auch das Ignori­eren des demographi-schen Wan­dels der Erwerb­s­bevölkerung gegebe­nen­falls ähn­liche Auswirkun­gen. Längst ist ein Wettstre­it um (die besten) Nach­wuch­skräfte ent­bran­nt, wobei gute Arbeits­be­din­gun­gen im umfassenden Sinne, ein­schließlich der Bedin­gun­gen für eine bessere Vere­in­barkeit von Beruf und Fam­i­lie, eine zen­trale Rolle spielen.
Vor diesem Hin­ter­grund ist auch schon eine pos­i­tive Entwick­lung der Beschäf-tigung älter­er Arbeit­nehmer ins­ge­samt zu verze­ich­nen. 2012 waren von den 60 bis 65 jähri­gen Erwerb­stäti­gen in Deutsch­land 48% beschäftigt, immer­hin 3% mehr als im Vor­jahr. Die Zeit­en der „olympiareifen“ Belegschaften, wo vor allem im Pro­duk­tions­bere­ich prak­tisch nur noch junge Leute zu find­en waren, sind offen­bar vor­bei. Trotz Zuwan­derung jün­ger­er Arbeit­skräfte kommt die Wirtschaft defin­i­tiv nicht darum herum, mit dem vorhan­de­nen Arbeit­skräftekör­p­er zu Recht zu kom­men. Dies ist übri­gens der entschei­dende Grund dafür, weshalb ohne Kon­flik­te (!) der Gestal­tungsrah­men ein­er ganzheitlichen präven­tiv­en Arbeits­gestal-tung um die The­men der Vielfältigkeit (Diver­si­ty) aus­geweit­et wurde.
So strebt heute z.B. eine große Fir­ma wie Con­ti­nen­tal an, alle (!) 20.000 Arbeit­splätze „demogra­phiefest“ zu machen, ein Vorhaben, dass noch vor 30 Jahren schlicht utopisch gewe­sen wäre. Anders als zu Zeit­en seines Beginns wird der Arbeits- und Gesund­heitss­chutz heute ins­ge­samt immer mehr eine dynamis­che, in die Unternehmen­sprozesse inte­gri­erte Disziplin.
Auch die Poli­tik reagiert auf diese ins­ge­samt pos­i­tive Sit­u­a­tion aktiv wie schon lange nicht mehr. Ger­ade wurde ein Präven­tion­s­ge­setz ver­ab­schiedet, dass ein stärk­eres finanzielles Engage­ment der geset­zlichen Krankenkassen auch in der Arbeitswelt wie auch die bessere Koop­er­a­tion der Träger fordert. Zu nen­nen sind weit­er­hin u.a. die nationale Demogra-phies­trate­gie, die Umset­zung der UN Behin­derten­recht­skon­ven­tion, Pro­gram-me zur besseren Vere­in­barkeit von Beruf und Fam­i­lie, Förder­pro­gramme zur huma­nen Gestal­tung des dig­i­tal­en Wan­dels, die Gemein­same Deutsche Arbeitss­chutzs­trate­gie (GDA), die Ini­tia­tive „Gute Arbeit weltweit“ und im weit­eren Sinne auch Vorhaben wie die Ein­führung eines Min­dest­lohns, der Bere­iche bet­rifft, für die die beschriebene pos­i­tive ökonomis­che Argu­men­ta­tion für die Präven­tion nicht gilt.
In dieser ins­ge­samt aus­ge­sprochen gün­sti­gen Gesamt­si­t­u­a­tion befind­et sich der Arbeits- und Gesund­heitss­chutz. Er kann sich heute in Deutsch­land, Europa und zunehmend auch weltweit auf eine hohe Sen­si­bil­ität gegenüber Sicher­heits- und Gesund­heit­srisiken sowie eine pos­i­tive ökonomis­che Argu­men­ta­tion stützen.
Der A+A‑Kongress 2015
Der A+A‑Kongress greift alle zen­tralen The­men des Arbeits- und Gesund­heitss­chutzes auf. Am Beginn ste­ht die neugestal­tete Eröff­nungsver­anstal­tung der A+A mit den Reden von Bun­de­sar­beitsmin­is­terin Andrea Nahles und der Arbeits­di­rek­torin der BASF SE, Dr. Mar­gret Suckale, der Ver­lei­hung des deutschen Arbeitss­chutzpreis­es und ein­er hochran-gigen Diskus­sion der Sozialpartner.
Key-Note Vorträge
Erst­mals wird es auf dem A+A‑Kongress 2015 Key-Note Vorträge am Beginn jedes Halb­tags für alle Kon­gress­be­such­er geben. Es sind fol­gende Vorträge vorgesehen:
    • Men­schen­gerechte Arbeits­gestal­tung, Pro­duk­tiv­ität, Präven­tion Prof. Dr. Ralph Brud­er, TU Darmstadt
    • Gesund­heit bei der Arbeit – für eine gesün­dere Zukun­ft­Dame Car­ol M. Black, Uni­ver­sität Cambridge
    • Beteili­gung und Mitbes­tim­mung im Arbeits- und Gesund­heitss­chutz­Dr. Ursu­la Enge­len-Kefer, ehem. Stel­lvertre­tende Vor­sitzende des DGB
    • Tech­nol­o­gis­che Entwick­lung und Risikobe­wäl­ti­gung­Prof. Dr. Ortwin Renn, Uni­ver­sität Stuttgart
    • Demografie und Vielfalt in der Arbeitswelt­Prof. Dr. Jut­ta Rump, Fach­hochschule Ludwigshafen
Über­greifende Themen
  • Über­greifende Schw­er­punk­te des Kon­gresspro­gramms beziehen sich auf die Gemein­same Deutsche Arbeitss­chutzs­trate­gie (GDA) sowie die The­men Präven­tion­skul­tur, Gesund­heit und Präven­tion­s­ge­setz, Indus­trie 4.0 und Ergonomie sowie Inklu­sion und betriebliche Eingliederung (BEM).
Gemein­same Deutsche Arbeitss­chutz-Strate­gie (GDA)
Die Gemein­same Deutsche Arbeitss­chutzs­trate­gie befind­et sich in ihrer zweit­en Fünf-Jahres­pe­ri­ode. Sie hat fol­gende Ziele und Arbeit­spro­gramme mit eige­nen Kongress-Veranstaltungen:
  • Verbesserung der Organ­i­sa­tion des betrieblichen Arbeitsschutzes,
  • Ver­ringerung von Muskel-Skelett-Belas­tun­gen sowie
  • Stärkung der psy­chis­chen Gesund­heit bei der Arbeit, wo in diesem Jahr die großan­gelegten betrieblichen Aktivi-täten begin­nen sollen.
Weit­ere Ver­anstal­tun­gen in diesem the­ma­tis­chen Rah­men find­en zur Gefährdungs­beurteilung, Arbeitss­chutz­mana-gementsys­te­men wie auch zur DGUV Vorschrift 2 statt.
Präven­tion­skul­tur – ein neues The­ma für den Arbeitsschutz
Einen beson­deren Schw­er­punkt bilden die Ver­anstal­tun­gen zum The­ma Präven­tion­skul­tur. Hier vor allem mit dem Schw­er­punkt der fach­lichen Grundle­gung sowie der Vor­bere­itung der Großkam­pa-gne der DGUV zu diesem The­ma. Die ILO und die IVSS greifen das The­ma Präven­tion­skul­tur im weltweit­en Maßstab auf, u.a. mit Bezug auf die Seoul Dekla­ra­tion. Zu diesem Schw­er­punkt gehören auch die Ver­anstal­tun­gen zur Diver­si­ty, zu einem geschlechtersen­si­blen Arbeitss­chutz und zur Entgrenzung.
Gesund­heit, Präventionsgesetz
Ein beson­der­er Schw­er­punkt wird 2015 auf die Diskus­sion des neuen Präven­tion­s­ge­set­zes gelegt. Die vor allem von diesem Gesetz adressierten geset­zlichen Krankenkassen disku­tieren gemein­sam mit der Unfall- und Renten­ver­sicherung Strate­gien der Umset­zung. In der gemein­samen Sta­tuskon­ferenz „Betriebliche Gesund­heits­förderung“ von Basi und Bun­desvere­ini­gung Präven­tion und Gesund­heits­förderung wer­den dann die ver­schiede­nen Pro­fes­sio­nen die Impulse und Möglichkeit­en des Präven­tion­s­ge­set­zes disku­tieren. Weit­ere Gesund­heits-Ver­anstal­tun­gen find­en zu den The­men Sucht, Muskel-Skelett-Belas­tun­gen, Beruf­skrankheit­en und Reform des Beruf­skrankheit­en­rechts, arbeitsmedi­zinis­che Vor­sorge und betrieblich­es Gesund­heits­man­age­ment statt.
Psy­chis­che Belastungen
Das The­ma psy­chis­che Belas­tun­gen ist auch 2015 stark vertreten. Es geht u.a. um
  • rechtlichen Regelungs­be­darf und Ansätze hierzu in Europa,
  • Gefährdungs­beurteilung, Meth­o­d­en und Instrumente,
  • Prax­is­beispiele aus ver­schiede­nen Branchen,
  • Gewalt­präven­tion sowie
  • Eingliederung bei psy­chis­chen Erkrankungen.
Indus­trie 4.0 und Ergonomie
The­men sind neue ergonomis­che Konzepte von Unternehmen vor allem mit Bezug auf die Alterung der Belegschaften wie auch die Ergonomie-Nor­mung. Die Ver­anstal­tung „Indus­trie 4.0“ geht vor allem auf das für den Arbeitss­chutz beson­ders inter­es­sante The­ma der Arbeit­sas­sis­ten­zsys­teme ein. Weit­er­hin find­en Ver­anstal­tun­gen zur Mon­tagear­beit, zur Büroar­beit 4.0 sowie zur Arbeit­szeit statt.
Inklu­sion und Prävention
Erst­mals greift der Kongress in Koop­er­a­tion mit der Bun­de­sar­beits­ge­mein­schaft für Reha­bil­i­ta­tion (BAR) das The­ma Präven­tion und Inklu­sion auf. Vor allem das große Aktion­spro­gramm der DGUV hat die Umset­zung der UN Behin­derten­recht­skon­ven­tion für die Arbeitswelt vor­ange­bracht. Disku­tiert wer­den z.B. die Ein­beziehung der Inklu­sion in die Gefährdungs­beurteilung und die neuen Konzepte zur Barrierefreiheit.
Gefährdun­gen und Belastungen
Neben den über­greifend­en Fragestel­lun­gen nehmen im Kon­gresspro­gramm der A+A tra­di­tionell die Fachver­anstal­tun­gen zu spez­i­fis­chen Gefährdun­gen und Belas­tun­gen bre­it­en Raum ein:
Arbeit­sumwelt
Schw­er­punk­te sind Arbeitsstät­ten­verord­nung, Lärm, Stäube, REACH, optis­che Strahlung, elek­tro­mag­netis­che Felder und biol­o­gis­che Arbeitsstoffe.
Sicher­heit
Hier geht es um neue Unfall­risiken z.B. in der Zusam­me­nar­beit von Men­sch und Robot­er, Pro­dukt- und Betrieb­ssicher­heit, Maschi­nen­sicher­heit sowie Brand- und Explosionsschutz.
Per­sön­liche Schutzausrüstungen
Inno­v­a­tive PSA und ihre Anwen­dung bilden 2015 wieder einen her­aus­ge­hobe-nen Schw­er­punkt auch bei den inter­na­tionalen Kongress-Ver­anstal­tun­gen. Eine eigene Ver­anstal­tung find­et auch wieder zum „Anseilschutz“ statt.
Son­derver­anstal­tun­gen
Die Son­derver­anstal­tun­gen für die Groß­grup­pen des betrieblichen Arbeits- und Gesund­heitss­chutzes haben sich fest etabliert. 2015 find­et wieder ein
  • „Tag der Sicherheitsbeauftragten“,
  • „Tag der Betriebs- und Personalräte“,
  • „Unternehmertag“ sowie erst­mals ein
  • „Führungskräfte­tr­e­f­fen Öffentlich­er Dienst“
statt.
A+A‑International
Das inter­na­tionale Pro­gramm des A+A‑Kongresses wird vor allem durch die Inter­na­tionale Arbeit­sor­gan­i­sa­tion (ILO), die Inter­na­tionale Vere­ini­gung für Soziale Sicher­heit (ISSA), die europäis­che Agen­tur für Sicher­heit und Gesund­heit bei der Arbeit, die Dublin­er Stiftung, die Repub­lik Korea (Süd­ko­rea) als Part­ner­land der A+A 2015, inter­na­tionale Arbeitss­chutzvere­ini­gun­gen sowie die deutsch-englisch gedol­metscht­en Fachver­anstal-tun­gen geprägt.
ILO-ISSA-Kon­ferenz
Das gemein­same Pro­gramm von ILO und ISSA umfasst vier Sessions:
    • „ Präven­tion­skul­tur“ mit dem Schw­er­punk­ten Seoul Dekla­ra­tion, Mes­sung von Präven­tion­skul­tur, Präven­tion für ein ganzes Arbeit­sleben und Präven­tion in der Lieferkette
    • „Gesund­heits­förderung und Wohlbefind­en bei der Arbeit“ mit den Schw­er­punk­ten Arbeits­be­din­gun­gen und Arbeitsin­spek­tion, Konzepte für Wohlbefind­en am Arbeit­splatz, gesunde Organ­i­sa­tio­nen sowie Inte­gra­tion der Gesund­heits­förderung in die Prävention
    • „ Vision Zero“ mit den Schw­er­punk­ten Unfallschutz in beson­ders risiko­r­e­ichen Sek­toren und in glob­alen Lieferketten
    • „Rein­te­gra­tion und beson­ders gefährdete Arbeit­nehmer­grup­pen“ mit den Schw­er­punk­ten junge Arbeit­nehmer, Wan­der­ar­beit­er, behin­derte Arbeit­nehmer sowie Reintegrationskonzepte
Part­ner­land Repub­lik Korea
  • Die Repub­lik Korea (Süd­ko­rea) ist Part­ner­land der A+A 2015. Es wird u.a. ein Kore­anisch-Deutsch­er Arbeitss­chutz­di­a­log zu neuen Risiken stat­tfind­en. In der Eröff­nung wird Lee, Young Soon, der Präsi­dent der Kore­anis­chen Agen­tur für Sicher­heit und Gesund­heit bei der Arbeit (KOSHA), sprechen.
Weit­ere inter­na­tionale Ver­anstal­tun­gen find­en zu den Themen
  • Green Jobs
  • Arbeitss­chutz-Qual­i­fika­tio­nen in Europa
  • Trans­port und Verkehr
  • Sicher­heit auf Baustellen sowie zum
  • Aktion­s­plan Bünd­nis für nach­haltige Textilien
statt.
Tre­ff­punkt Sicher­heit + Gesundheit
Über 100 Mit­glieder und Part­ner der Bun­de­sar­beits­ge­mein­schaft für Sicher­heit und Gesund­heit bei der Arbeit (Basi), u.a. nationale und inter­na­tionale Ver­bände, Organ­i­sa­tio­nen, Min­is­te­rien, Unfall- und Kranken­ver­sicherun­gen sowie Hochschu-len präsen­tieren sich und ihre Arbeit auf dem „Tre­ff­punkt Sicher­heit + Gesund-heit“ (TPSG) mit dem 2.500 qm großen Gemein­schafts­stand der Deutschen Geset­zlichen Unfal­lver­sicherung (DGUV) im Zentrum.
In unmit­tel­bar­er räum­lich­er Nähe zum TPSG befind­en sich die Ausstel­lungs­bere­iche „Work­place Design“ und „Cor­po­rate Health“. Für die bei­den Ausstel­lungs­bere­iche gibt es ein gemein­sames Büh­nen­pro­gramm, das deutsch-englisch gedol­metscht wird. Hier gibt es auch erst­mals Führun­gen über die A+A‑Fachmesse als Schw­er­punk­tange­bot an Betriebs-und Personalräte.
Der „Inno­va­tion­spark Safe­ty and Secu­ri­ty“ mit Beiträ­gen aus den Bere­ichen Gefahrstoffe und PSA sowie Brand- und Katas­tro­phen­schutz find­et in Halle 7a der Messe statt.
Im Kon­gress­cen­ter wird es einen neuen bzw. erweit­erten Ausstel­lungs­bere­ich geben, den Mark­t­platz. Neben dem Kun­st- und The­ater­fest und der großen Poster­ausstel­lung wer­den dort neue elek­tro­n­is­che Medi­en für den Arbeitss­chutz gezeigt. Zudem wer­den dort auch Kurz-Sem­i­nare zum Beispiel für Betriebs- und Per­son­al­räte ange­boten wie auch ein World Café zur Ini­tia­tive „Arbeit­en 4.0“ der Bundesarbeitsministerin.
A+A 2015: 27.bis 30. Okto­ber 2015
Düs­sel­dorf
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