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Arbeitsbedingte Belastung für Linkshänder ermitteln

Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin
Arbeitsbedingte Belastung für Linkshänder ermitteln

Die für Linkshänder spezielle arbeitsbedingte Belastung des Hand-Arm-Systems bei manuellen Tätigkeiten sollte im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung ermittelt werden. Foto: © Photo_Ma - stock.adobe.com
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Seit 1976 wird jedes Jahr am 13. August der Linkshän­dertag began­gen. Laut der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedi­zin und Umweltmedi­zin (DGAUM) wer­den die Bedürfnisse von Linkshän­dern im Arbeit­sleben noch nicht genug berücksichtigt.

Die Händigkeit ist eine charak­ter­is­tis­che Eigen­schaft ein­er Per­son, die sich auf ihre Entwick­lung zur Per­sön­lichkeit auswirkt, stellt die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedi­zin und Umweltmedi­zin (DGAUM) fest. Sie ist eine biol­o­gisch deter­minierte phänom­e­nol­o­gis­che Eige­nart und äußert sich in einem präferierten Handge­brauch, ins­beson­dere in Verbindung mit größer­er Geschick­lichkeit und Ausdauer.

Zehn bis 15 Prozent Linkshänder in der EU

Ver­schiedene Stu­di­en ermit­tel­ten einen Linkshän­der­an­teil in der europäis­chen Bevölkerung von etwa zehn bis 15 Prozent. Es ist allerd­ings davon auszuge­hen, dass der tat­säch­liche Anteil an Linkshän­dern eher unter­schätzt wird, da ein­er­seits die Gruppe der umgeschul­ten Linkshän­der oft unvoll­ständig erfasst wurde und ander­er­seits unter­schiedliche Tests zur Fest­stel­lung der Händigkeit einge­set­zt werden.

„Die Linkshändigkeit stellt eine Nor­m­vari­ante der biol­o­gis­chen Entwick­lung der Lat­er­al­ität im Gehirn dar, die im Arbeit­sleben zu berück­sichti­gen ist – lei­der aber häu­fig nicht berück­sichtigt wird“, betont Prof. André Kluß­mann von der Ber­gis­chen Uni­ver­sität Wup­per­tal. Die arbeits­be­d­ingte Belas­tung des Hand-Arm-Sys­tems bei manuellen Tätigkeit­en sollte daher im Rah­men ein­er Gefährdungs­beurteilung ermit­telt und zu beurteilt werden.

Leitmerkmalmethode „manuelle Arbeitsprozesse“

Hier emp­fiehlt Kluß­mann die Anwen­dung der Leit­merk­mal­meth­ode „manuelle Arbeit­sprozesse“, die auf www.baua.de (link) abruf­bar ist. Aus ihr lassen sich all­ge­meine Maß­nah­men zur ergonomis­chen Arbeit­splatzgestal­tung ableit­en. Daneben soll­ten spez­i­fis­che Aspek­te in Bezug auf die Händigkeit berück­sichtigt wer­den wie zum Beispiel:

  • Arbeitssysteme/Arbeitsplätze, Maschi­nen und Arbeits­geräte mit asym­metrischen Hand­habungsan­forderun­gen soll­ten auf rechts- und linkshändi­gen Gebrauch adap­tier­bar sein. Anzus­treben ist ein erweit­ertes Ange­bot an für Linkshän­der adap­tierte Arbeitsmit­tel und ‑geräte.
  • Arbeitssysteme/Arbeitsplätze mit ein­seit­iger Fes­tle­gung zur Aus­führung ein­er Tätigkeit mit der Hand soll­ten generell ver­mieden wer­den, da sich Leis­tung­sein­schränkun­gen, erhöhte Unfall­ge­fahren sowie mit­tel­fristige Gesund­heits­beein­träch­ti­gun­gen ergeben können.
  • In Gebrauch­san­weisun­gen für Maschi­nen und Geräte mit asym­metrisch­er Hand­habung soll­ten Empfehlun­gen zur Händigkeit aufgenom­men werden.

Weit­ere Infor­ma­tio­nen zur Händigkeit wie zum Beispiel Hin­weise zur arbeitsmedi­zinis­chen Beratung und konkrete Gestal­tung­sh­in­weise für aus­gewählte Beruf­s­grup­pen bietet die Leitlin­ie „Händigkeit – Bedeu­tung und Unter­suchung“ (link) der Arbeits­ge­mein­schaft der Wis­senschaftlichen Medi­zinis­chen Fachge­sellschaften (AWMF).

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