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Auswirkung von Nachtarbeit

Aufmerk­sam­keit und Reak­ti­ons­zeit verschlech­tert

Beschäftigte in Nachtarbeit leiden häufig unter Schläfrigkeit. (Foto: © Lars Zahner – stock.adobe.com)
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Nacht­ar­beit verrin­gert deut­lich die Reak­ti­ons­zei­ten bei den betrof­fe­nen Beschäf­tig­ten. Zu diesem Ergeb­nis kommt eine Studie über die gesund­heit­li­chen Auswir­kun­gen von Schicht­ar­beit bei Beschäf­tig­ten im Pfle­ge­dienst. Durch­ge­führt hat die Studie das Insti­tut für Präven­tion und Arbeits­me­di­zin der DGUV, Insti­tut der Ruhr-Universität Bochum (IPA).

Beschäf­tigte in Nacht­ar­beit, die ihren Schlaf­zy­klus an die Arbeits­zei­ten anpas­sen müssen, leiden während der Arbeit häufig unter Schläf­rig­keit. Sie sind deshalb einem erhöh­ten Risiko für Arbeits- und Wege­un­fälle auf dem Weg nach Hause ausge­setzt. Auch die Versor­gung von Pati­en­ten könnte unter der vermin­der­ten Aufmerk­sam­keit leiden.

Über mehrere aufein­an­der­fol­gende Tag- bzw. Nacht­schich­ten wurde die psycho­mo­to­ri­sche Vigi­lanz (Dauer­auf­merk­sam­keit) bei 74 weib­li­chen Beschäf­tig­ten im Pfle­ge­dienst eines Klini­kums vergli­chen. Über die Ergeb­nisse zur Verän­de­rung der Aufmerk­sam­keit in Tag- und Nacht­schich­ten berich­tet die Arbeits­gruppe von Prof. Dr. Thomas Behrens aus dem IPA in der aktu­el­len Ausgabe des Online-Journals PlosOne.

Wir konn­ten nach einer Nacht­schicht eine deut­lich verlän­gerte mitt­lere Reak­ti­ons­zeit, aber auch eine höhere Zahl von Auslas­sungs­feh­lern beob­ach­ten“, erklärt Prof. Behrens. „Die Studie ist dabei eine der weni­gen epide­mio­lo­gi­schen Feld­un­ter­su­chun­gen, die die psycho­mo­to­ri­sche Vigi­lanz in Tag- und Nacht­schich­ten an densel­ben Perso­nen und zu verschie­de­nen Zeit­punk­ten unter­sucht hat.“

Eine schlech­tere Test­leis­tung wurde vor allem bei älte­ren Proban­din­nen, Frauen mit einer spät getak­te­ten inne­ren Uhr (soge­nann­ten „Eulen“) und Frauen mit häufi­gen Atem­aus­set­zern während des Schlafs (Schlaf-Apnoe-Syndrom) beob­ach­tet“, erläu­tert die Studi­en­lei­te­rin Dr. Sylvia Rabstein. „Für uns über­ra­schend war, dass sich die Fehler­werte und Reak­ti­ons­zei­ten schon ab der zwei­ten Nacht­schicht verbes­ser­ten und sich der Test­leis­tung nach einer Tagschicht annä­her­ten“. „Obwohl wir einen Trai­nings­ef­fekt nicht ausschlie­ßen können, scheint es so zu sein, dass unre­gel­mä­ßige oder schnell wech­selnde Schicht­pläne vermie­den werden soll­ten“, führt Thomas Behrens dazu weiter aus.

Für uns sind diese Ergeb­nisse insbe­son­dere wich­tig im Hinblick auf die Planung zukünf­ti­ger Studien“, so Prof. Thomas Brüning, Direk­tor des IPA. „Mögli­cher­weise kann eine indi­vi­du­ell verbes­serte Beleuch­tung am Arbeits­platz die Aufmerk­sam­keit stei­gern.“ In der Feld­stu­die wurde auch eine Reihe weite­rer biolo­gi­scher Para­me­ter unter­sucht. Dazu gehör­ten verschie­dene Hormone, deren Verän­de­rung im Tages­ver­lauf jetzt in Abhän­gig­keit von den Licht­ver­hält­nis­sen am Arbeits­platz unter­sucht werden soll.

Einfa­che Präven­ti­ons­maß­nah­men zur Verbes­se­rung der Aufmerk­sam­keit während einer Nacht­schicht könn­ten erlaubte Kurz­schlaf­pe­ri­oden, eine ausrei­chende Erho­lungs­zeit zwischen einzel­nen Nacht­schich­ten, kürzere Nacht­schich­ten oder ein Wech­sel der Beleuch­tung am Arbeits­platz umfas­sen“, sagt Prof. Behrens. Die Wirk­sam­keit solcher Maßnah­men muss jedoch noch wissen­schaft­lich unter­sucht werden.

Origi­nal­pu­bli­ka­tion

Behrens T, Burek K, Palla­pies D, Kösters L, Lehnert M, Wichert K, Kanter­mann T, Vetter C, Brüning T, Rabstein S. Decrea­sed psycho­mo­tor vigi­lance of female shift workers after working night shifts. Plos One 2019;14(7):e0219087. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0219087

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