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Leicht entflammbare Stoffe im Arbeitsalltag: Brandrisiken erkennen

Umgang mit entflammbaren Stoffen
Brand­ri­si­ken früh­zei­tig erken­nen

Grafik: TÜV Rheinland
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Anläss­lich der euro­päi­schen Woche für Sicher­heit und Gesund­heits­schutz bei der Arbeit macht der TÜV Rhein­land auf die Viel­zahl von leicht entflamm­ba­ren Stof­fen im Arbeits­all­tag aufmerk­sam: Der tägli­che Umgang mit Gefahr­stof­fen senke das Risi­ko­be­wusst­sein, zudem würden Brand­schutz­maß­nah­men aus Bequem­lich­keit nicht einge­hal­ten, warnen die Exper­ten.

Viele Berufs­tä­tige gehen im Arbeits­all­tag ganz selbst­ver­ständ­lich mit gefähr­li­chen Substan­zen um. Zu den leicht entflamm­ba­ren Stof­fen gehö­ren beispiels­weise bestimmte Haar­sprays im Friseur­sa­lon ebenso wie lösungs­mit­tel­hal­tige Nagel­la­cke in der Kosme­tik. Meist sind entflamm­bare Stoffe mit einem Gefahr­zei­chen – der Flamme – gekenn­zeich­net. Doch bei Substan­zen, mit denen Menschen täglich umge­hen, werden diese Hinweise oft nicht mehr bewusst wahr­ge­nom­men. In holz- oder metall­ver­ar­bei­ten­den Beru­fen können sich auch feine Stäube, die Holz, Alumi­nium oder Magne­sium enthal­ten, entzün­den.

Gerin­ges Risi­ko­be­wusst­sein

Ein weite­rer Gefah­ren­be­reich ist die Küche: Kochen mit Gas kann ebenso zur Brand­ge­fahr werden wie zu stark erhitz­tes Öl in einer Frit­teuse. Nach Anga­ben der Deut­schen Gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung (DGUV) ereig­ne­ten sich in Deutsch­land im Jahr 2016 allein durch den Umgang mit entflamm­ba­ren Stof­fen 1.366 Arbeits­un­fälle. Die laufende euro­päi­sche Woche für Sicher­heit und Gesund­heits­schutz bei der Arbeit (21. bis 25 Okto­ber) macht auf die Risi­ken beim Umgang mit Gefahr­stof­fen wie entflamm­ba­ren Substan­zen aufmerk­sam.

Im Sinne des Arbeits- und Gesund­heits­schut­zes müssen tech­ni­sche und orga­ni­sa­to­ri­sche Maßnah­men beim Brand­schutz naht­los inein­an­der­grei­fen. Den recht­li­chen Rahmen bilden verschie­dene euro­päi­sche und natio­nale Rege­lun­gen. Dazu gehö­ren beispiels­weise die Arbeitsstätten- und Gefahr­stoff­ver­ord­nung, die Bauord­nun­gen der Länder, die einschlä­gi­gen Regeln der Tech­nik und die Vorga­ben der Berufs­ge­nos­sen­schaf­ten. „Brand­schutz­maß­nah­men sind nur dann wirk­sam, wenn sie auch einge­hal­ten werden. Doch es kommt häufig vor, dass zum Beispiel Brand­schutz­tü­ren aus Bequem­lich­keit nicht geschlos­sen oder Sicher­heits­vor­ga­ben nicht in vollem Umfang beach­tet werden. Daher sind regel­mä­ßige Unter­wei­sun­gen der Mitar­bei­ten­den wich­tig“, weiß Dr. Daniel Breß­ler, Experte für Gefahr­stoff­ma­nage­ment bei TÜV Rhein­land.

Gefähr­dun­gen (er)kennen

Ob und wie gut ein Stoff brennt, hängt von verschie­de­nen Fakto­ren ab. Während ein Holz­scheit bei Funken­flug aufgrund von Schweiß­ar­bei­ten nur schwelt, fangen Holz­späne oder Holz­wolle deut­lich leich­ter Feuer. Fein in der Luft verteil­ter Holz­staub kann sogar explo­die­ren. Neben dem Brenn­stoff müssen für die Brand­ent­ste­hung ausrei­chend Sauer­stoff und eine Zünd­quelle zur Verfü­gung stehen. „Bei einer Zünd­quelle handelt es sich nicht immer um den sprich­wört­li­chen Funken: Auch heiße Ober­flä­chen, ein heiß gelau­fe­nes Lager an einer Maschine, chemi­sche Reak­tio­nen oder zusam­men mit Stahl­wolle gela­gerte Batte­rien können Brände auslö­sen. Mitar­bei­ter, die mögli­che Brand­ur­sa­chen in ihrem Arbeits­be­reich kennen, können auf solche Gefähr­dun­gen gezielt hinwei­sen und für Abhilfe sorgen. Damit leis­ten sie einen wich­ti­gen Beitrag zum Arbeits- und Gesund­heits­schutz im Unter­neh­men“, so der Experte.

Im Rahmen der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung wird ermit­telt, ob im Unter­neh­men eine Brand­ge­fähr­dung vorliegt und welche Tätig­kei­ten mit brenn­ba­ren Stof­fen durch­ge­führt werden. Dabei müssen alle für die Entste­hung, Ausbrei­tung und Auswir­kun­gen eines Bran­des rele­van­ten Fakto­ren berück­sich­tigt werden. Entspre­chende Vorga­ben finden sich in der Tech­ni­schen Regel für Gefahr­stoffe (TRGS) 800 und den zuge­hö­ri­gen Erläu­te­run­gen.

Maßnah­men ablei­ten

Wird mit entflamm­ba­ren Stof­fen gear­bei­tet, ist die Gefähr­dung so gering wie möglich zu halten. Der Arbeit­ge­ber muss prüfen, ob eine weni­ger gefähr­li­che Substanz einge­setzt oder das Verfah­ren so verän­dert werden kann, dass die Gefähr­dung sinkt. Besteht eine hohe oder sehr hohe Brand­ge­fahr, müssen weitere Schutz­maß­nah­men getrof­fen werden. Dazu gehört zum Beispiel, entflamm­bare Stoffe in gesi­cher­ten Berei­chen aufzu­be­wah­ren, Zünd­quel­len zu sichern oder für bestimmte Arbei­ten Persön­li­che Schutz­aus­rüs­tung vorzu­schrei­ben.

www.tuv.com

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