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Die Schattenseiten der Sonne

Hautkrebs
Die Schattenseiten der Sonne

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Wie hoch ist das Risiko für Men­schen, die viel im Freien arbeit­en, an Hautkrebs zu erkranken und wie kön­nen sie sich vor dieser Krankheit schützen? Darüber sprachen wir mit Prof. Dr. Swen Malte John vom Insti­tut für inter­diszi­plinäre der­ma­tol­o­gis­che Präven­tion und Reha­bil­i­ta­tion an der Uni­ver­sität Osnabrück.

Bei soge­nan­nten Out­door­work­ern beste­ht ein höheres Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, als bei der übri­gen Bevölkerung. Um wie viel höher ist das Risiko?

John: Zum hellen Hautkrebs gehören unter anderem Plat­tenep­ithelka­rzi­nome, die auch Stachelzel­lka­rzi­nome genan­nt wer­den. Für Out­door­work­er ist das Risiko, an Stachelzel­lkrebs zu erkranken, etwa verdoppelt.
Men­schen set­zen sich auch in ihrer Freizeit der Sonne aus – manche tun das über­mäßig und ohne aus­re­ichen­den Schutz. Lässt sich genau bes­tim­men, ob eine Hautkreb­serkrankung berufs­be­d­ingt ist?
John: Neuere Unter­suchun­gen zeigen, dass zum Beispiel bei Bauar­beit­ern im Ver­gle­ich zu Innenbeschäftigten die UV-Jahre­sex­po­si­tion um das 4,7‑fache erhöht ist. Zwis­chen elf und 15 Uhr ist der UV-Wert am höch­sten. Und genau das ist die Zeit, in der sich Bauar­beit­er draußen aufhal­ten. Bei dieser Beruf­s­gruppe spielt also die UV-Strahlung, der man sich in der Freizeit aus­set­zt, für die Entste­hung von Hautkrebs eine unter­ge­ord­nete Rolle.
Wie lässt sich das Risiko, das von der tage­sak­tuellen UV-Strahlung aus­ge­ht, messen?
John: Das Risiko lässt sich über den UV-Index (UVI) messen. Dieser wird in ganzen Zahlen von eins bis zehn angegeben. Noch höhere Werte wer­den mit 11+ beze­ich­net. In Deutsch­land wer­den im Som­mer UVI-Werte bis acht erre­icht, in den Hochla­gen sind die Werte noch höher. Je höher der UVI an einem Tag ist, desto schneller kann bei ungeschützter Haut ein Son­nen­brand auftreten.
Welche tech­nis­chen und organ­isatorischen Maß­nah­men kön­nen Arbeit­ge­ber ver­an­lassen, um das Hautkreb­srisiko der Beschäftigten im Freien zu reduzieren?
John: Am besten ist natür­lich, man mei­det die Sonne – vor allem während der Mit­tagszeit. Ist dies aus arbeit­sor­gan­isatorischen Grün­den nicht möglich, soll­ten tech­nis­che Maß­nah­men wie Son­nensegel aus­re­ichend Schat­ten spenden. Effek­tiv sind eben­falls Son­nen­hüte mit Nack­en­schutz und bre­it­er Krempe, die das Gesicht vor UV-Strahlung schützen.
Welche Klei­dung schützt noch vor der Sonne?
John: Für Out­door­work­er emp­fiehlt sich Klei­dung mit einem hohen UV-Schutz­fak­tor (USF). Tra­gen sie beispiel­sweise ein Shirt mit USF 40 – das ist der europäis­che Stan­dard –, kön­nen sie vierzig­mal länger in der Sonne bleiben als ohne Schutz. Abge­se­hen von der Schutzwirkung sollte die Klei­dung auch atmungsak­tiv sein.
Was ist bei Son­nen­schutzcreme zu beachten?
John: Beschäftigte im Freien soll­ten 30 Minuten vor Arbeits­be­ginn eine aus­re­ichende Menge an Son­nen­schutzmit­tel mit hohem Lichtschutz­fak­tor (LSF) von min­destens 50 auf­tra­gen. Beson­deren Schutz benöti­gen die soge­nan­nten Son­nen­terassen wie Kopf, Stirn, Ohren, Nase oder Nack­en. Arbeit­er, die sich lange in der Sonne aufhal­ten, soll­ten das Ein­cre­men wieder­holen. Denn durch Schwitzen reduziert sich die Schutzwirkung. Die durch den Lichtschutz­fak­tor angegebene Schutz­dauer des Son­nen­schutzmit­tels ver­längert sich durch das wieder­holte Auf­tra­gen der Son­nen­creme allerd­ings nicht.
Soll­ten Arbeit­ge­ber Out­door­work­ern Hautkreb­svor­sorge­un­ter­suchun­gen anbieten?
John: Vor allem soll­ten Freiluftar­beit­er ihre Haut selb­st aufmerk­sam beobacht­en. Erste Symp­tome ein­er aktinis­chen Ker­atose beispiel­sweise sind kleine rötliche oder haut­far­bene raue Fleck­en. Wird dieser Hautkrebs rechtzeit­ig ent­deckt, beste­hen gute Heilungschan­cen. Regelmäßige Hautkreb­svor­sorge­un­ter­suchun­gen im Betrieb sind natür­lich wünschenswert.
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