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Gefährdungen durch körperliche Fehlbelastungen

Einfach ermit­teln

Fehlbelastungen können zu Muskel-Skelett-Erkrankungen führen (Foto: © Seventyfour – stock.adobe.com)
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Bei Muskel-Skelett-Erkrankungen spie­len Fehl­be­las­tun­gen des Körpers eine bedeu­tende Rolle im Erkran­kungs­ge­sche­hen. Umso wich­ti­ger ist es, Gefähr­dun­gen durch körper­li­che Tätig­kei­ten am Arbeits­platz zu beur­tei­len, um die Gesund­heit der Beschäf­tig­ten durch präven­tive Maßnah­men zu schüt­zen. Gemein­sam mit der Deut­schen Gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung (DGUV) führte die Bundes­an­stalt für Arbeits­schutz und Arbeits­me­di­zin (BAuA) das Projekt „MEGAPHYS – Mehr­stu­fige Gefähr­dungs­ana­lyse physi­scher Belas­tun­gen am Arbeits­platz“ durch. Im Rahmen des Projek­tes wurden insge­samt sechs Leit­merk­me­tho­den entwi­ckelt. Sie stehen jetzt der betrieb­li­chen Praxis zur Verfü­gung, um mit ihnen Gefähr­dun­gen durch verschie­dene Formen körper­li­cher Belas­tung zu ermit­teln und zu beur­tei­len.

Die BAuA hat jetzt Band 1 des Projek­tes MEGAPHYS veröf­fent­licht. Auf rund 1.000 Seiten wird die Entwick­lung, Erpro­bung und Evalua­tion der Metho­den erläu­tert, mit denen sich die Gefähr­dung durch verschie­dene Belas­tungs­ar­ten des Körpers beur­tei­len lässt. Der Bericht beschreibt detail­liert und nach­voll­zieh­bar, wie die sechs Leit­merk­mal­me­tho­den erar­bei­tet wurden. Es handelt sich dabei um drei weiter­ent­wi­ckelte Metho­den zu den Belas­tungs­ar­ten „Manu­el­les Heben, Halten und Tragen von Lasten“, „Manu­el­les Ziehen und Schie­ben von Lasten“ sowie „Manu­elle Arbeits­pro­zesse“. Neu entwi­ckelt wurden die Metho­den zu den Belas­tungs­ar­ten „Ganz­kör­per­kräfte“, „Körper­fort­be­we­gung“ und „Körper­zwangs­hal­tung“. Alle haben eine umfang­rei­che Prüfung von Güte­kri­te­rien durch­lau­fen und werden zur Anwen­dung und zum Test in der Praxis empfoh­len. Ergän­zend liegt ein Konzept für eine mögli­che Bewer­tung von Misch­be­las­tun­gen über die gesamte Arbeits­schicht vor.

Die Leit­merk­mal­me­tho­den sollen auf möglichst einfa­che Art und Weise die wesent­li­chen Belas­tungs­merk­male doku­men­tie­ren und eine über­schlä­gige Beur­tei­lung ermög­li­chen. Dazu ist eine gute Kennt­nis der zu beur­tei­len­den Tätig­keit unab­ding­bar. Metho­disch werden im ersten Schritt die Leit­merk­male der Tätig­keit wie beispiels­weise Dauer/Häufigkeit, Last­ge­wicht, Körper­hal­tung und Ausfüh­rungs­be­din­gun­gen erfasst. Anschlie­ßend wird aus den Einschät­zun­gen der Leit­merk­male mathe­ma­tisch ein Risi­kowert berech­net, aus dem sich die weitere Heran­ge­hens­weise nach der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung ergibt. Dabei bedient sich die Methode des Ampel­mo­dells, die von Grün oder „keine Über­be­an­spru­chung“ bis hin zu Rot oder „wahr­schein­li­che Über­be­an­spru­chung“ reicht. Die Form­blät­ter der neuen Leit­merk­mal­me­tho­den gibt es in Deutsch und in Englisch im Inter­net­an­ge­bot der BAuA unter www.baua.de/leitmerkmalmethoden.

MEGAPHYS – Mehr­stu­fige Gefähr­dungs­ana­lyse physi­scher Belas­tun­gen am Arbeits­platz. Band 1″; Dort­mund, Bundes­an­stalt für Arbeits­schutz und Arbeits­me­di­zin 2019; 1. Auflage; 986 Seiten; doi:10.21934/baua:bericht20190821. Den Bericht im PDF-Format gibt es zum Herun­ter­la­den im Inter­net­an­ge­bot der BAuA unter www.baua.de/publikationen.

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