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Fluch oder Segen?!

BAuA-Bericht zur ständigen Erreichbarkeit
Fluch oder Segen?!

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Anrufe oder Mails vom Chef nach Feier­abend oder im Urlaub sind längst kein Prob­lem von Führungskräften mehr. Etwa jed­er zweite Beschäftigte erledigt manch­mal Beru­flich­es auch außer­halb der reg­ulären Arbeit­szeit. Mit dem Bericht „Die Auswirkun­gen arbeits­be­zo­gen­er erweit­ert­er Erre­ich­barkeit auf Life-Domain-Bal­ance und Gesund­heit“ fasst die Bun­de­sanstalt für Arbeitss­chutz und Arbeitsmedi­zin (BAuA) den aktuellen arbeitswis­senschaftlichen Ken­nt­nis­stand zum The­ma „ständi­ge Erre­ich­barkeit“ zusam­men. Er macht deut­lich, dass mod­erne Kom­mu­nika­tion­s­mit­tel Fluch und Segen zugle­ich sein kön­nen.

Für den Bericht wur­den 23 nationale und inter­na­tionale Stu­di­en unter die Lupe genom­men. Die analysierten Stu­di­en zeigen, dass mehr Arbeit ins Pri­vatleben Einzug hält. Je stärk­er, desto mehr nehmen die Beschäftigten die Beein­träch­ti­gun­gen des Pri­vatlebens durch die Arbeit wahr. Der emp­fun­dene Stress oder das Nicht-Abschal­ten vom Job ver­schlechtert ihre Befind­lichkeit. Ander­er­seits stärkt das Gefühl, gebraucht zu wer­den, die Arbeit­szufrieden­heit und Leis­tungs­fähigkeit. Darüber hin­aus eröffnet mod­erne Infor­ma­tion­stech­nolo­gie neue Möglichkeit­en, Pri­vates und Beruf bess­er zu vere­in­baren.
Unternehmen, Führungskräfte und Beschäftigte ste­hen vor der Frage, wie ein sin­nvoller gesund­heits­förder­lich­er Umgang mit den neuen Tech­nolo­gien ausse­hen kann. Das Abstellen von eige­nen Servern der Unternehmen nach 22 Uhr oder am Woch­enende ist tech­nisch mach­bar, kann aber nicht die alleinige Lösung sein. Vielmehr kommt es auf eine Kul­tur im Unternehmen mit einem wertschätzen­den Umgang – auch mit der Zeit der Mitar­beit­er – an. So lassen sich unnötige Anrufe ver­mei­den, wenn Kom­pe­ten­zen und Über­gaben klar geregelt sind. Zudem muss deut­lich gemacht wer­den, ob und wann der Chef Erre­ich­barkeit vom Beschäftigten erwartet. In Fällen wo dauernd von ein­er „ständi­gen Erre­ich­barkeit“ die Rede ist, kann es dur­chaus sin­nvoll sein, eine geregelte Bere­itschaft oder eine Ruf­bere­itschaft einzuführen.
Der BAuA-Bericht geht auch genauer auf den Begriff der ständi­gen Erre­ich­barkeit ein und stellt ver­wandte wis­senschaftliche Konzepte dar. Außer­dem beschreibt er, wie ständi­ge Erre­ich­barkeit von Beschäftigten und Experten bew­ertet wird. Zukün­ftig sei es wichtig, stark betrof­fene Beschäftigten­grup­pen zu iden­ti­fizieren und Risiken der ständi­gen Erre­ich­barkeit zu ver­ringern, um gezielt präven­tiv schützen zu kön­nen.
Das 48-seit­ige PDF-Doku­ment gibt es unter www.baua.de/publikationen
Direk­ter Link: www.baua.de/dok/4580542
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