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Folgekosten im Auge behalten

PSA gegen Absturz
Folgekosten im Auge behalten

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Der Kauf von per­sön­lich­er Schutzaus­rüs­tung gegen Absturz ist für den Unternehmer nicht die einzige finanzielle Investi­tion, die er für diese Gerätschaften auf­brin­gen muss. Regelmäßige Revi­sio­nen und Sachkun­de­prü­fun­gen sowie Ersatzbeschaf­fun­gen von Artikeln, welche eine begren­zte Lebens­dauer haben, schla­gen oft mit erhe­blichen Kosten zu Buche. Eine intel­li­gente Auswahl der Pro­duk­te kann hier zu deut­lichen Erspar­nissen führen.

Schutzausrüstungen gegen Absturz schützen den Anwender vor tödlichen Gefahren.

Bei den Kri­te­rien zur Auswahl dieser Aus­rüs­tung soll­ten die Beschaf­fungskosten deshalb nicht an erster Stelle ste­hen. Funk­tion und Ergonomie sowie ein­fache Anwen­dung müssen hier Pri­or­ität haben, damit eine hohe Com­pli­ance des Anwen­ders erre­icht wird, ein­fach gesagt, damit er die Aus­rüs­tung auch nutzt. Den­noch ist es rat­sam, schon beim Kauf auf die Fol­gekosten zu acht­en, denn diese kön­nen im Laufe der Nutzungs­dauer ein Vielfach­es des Kauf­preis­es betra­gen.
Revi­sion­skosten von automa­tis­chen Sicherungs­geräten
Automa­tis­che Geräte wie zum Beispiel Höhen­sicherungs­geräte oder automa­tis­che Abseil­geräte müssen gewartet wer­den. Die meis­ten Her­steller ver­lan­gen derzeit eine regelmäßige Revi­sion durch eine autorisierte Per­son, die das Gerät öffnet und die innen­liegende Mechanik kon­trol­liert. Diese Arbeit­en wer­den dann jährlich durchge­führt. Es wird hier lei­der nicht unter­schieden, ob das Gerät im Ein­satz war oder nicht. Des Weit­eren wird eine zusät­zliche Revi­sion nach Belas­tung ver­langt. Dies ist beispiel­sweise bei Höhen­sicherungs­geräten mit Ret­tungswinde bei Benutzung der Winden­funk­tion der Fall. Wird mit einem Höhen­sicherungs­gerät ein Sturz aufge­fan­gen, so ist es generell zur Revi­sion zu geben.
All dies führt zu Aus­fal­lzeit­en, da das Gerät zum Her­steller beziehungsweise Fach­be­trieb eingeschickt wer­den muss. Betriebe mit gutem Ser­vice kön­nen die Arbeit­en meist inner­halb weniger Tage erledi­gen. Revi­sion­szeit­en von mehreren Wochen sind in der Prax­is jedoch dur­chaus üblich, der Kunde sollte sie aber nicht akzep­tieren. Beson­ders bei Ret­tungsaus­rüs­tun­gen darf es keine lan­gen Aus­fal­lzeit­en geben, son­st müssen hier Ersatzgeräte beschafft beziehungsweise angemietet wer­den.
Auch die Kosten für Revi­sion­sar­beit­en vari­ieren oft sehr stark. Hier lohnt sich eine kurze Recherche vor der Beschaf­fung der Geräte, da die meis­ten Her­steller diese Kosten lei­der nicht trans­par­ent darstellen.
Erfreulich ist der Weg eines Her­stellers zu sehen, welch­er für eine Vielzahl sein­er automa­tis­chen Sicherungs­geräte eine Revi­sions­frei­heit von bis zu sieben Jahren angibt. Die Geräte wer­den lediglich von einem Sachkundi­gen nach einem vorgegebe­nen Schema ein­er jährlichen Sicht­prü­fung unter­zo­gen. Dies kann ein­fach vor Ort durchge­führt wer­den und führt zu keinen Aus­fal­lzeit­en. Mit diesen Ret­tungs­geräten dür­fen Abseilübun­gen mit ein­er Gesamtleis­tung von bis zu acht­tausend Abseil­me­tern durchge­führt wer­den, bevor die Geräte geöffnet wer­den müssen.
Seal Packs ver­längern Inspek­tion­sin­ter­valle
Ret­tungsaus­rüs­tun­gen wer­den auch in ver­siegel­ten Ver­pack­un­gen ange­boten. Hier­durch sind zum Beispiel automa­tis­che Abseil­geräte samt Zube­hör feuchtigkeits- und vibra­tionsunempfind­lich ver­packt und kön­nen so an ihrem Ein­sat­zort gelagert wer­den. Die jährliche Kon­trolle beschränkt sich auf eine optis­che Sich­tung der Ver­pack­ung nach vorgeschriebe­nen Kri­te­rien. Die Ein­sendung zur Revi­sion wird so auf bis zu zehn Jahre hin­aus­gezögert. Neben den Vorteilen der opti­malen Lagerung der Aus­rüs­tung beson­ders im Off­shore-Bere­ich spart dies Revi­sion­skosten und Aus­fal­lzeit­en.
Ver­siegelt der Nutzer eigen­ständig Aus­rüs­tun­gen, so ent­ge­ht er hier­mit nicht den jährlichen Revi­sio­nen durch einen Fach­be­trieb, da eine Ver­sieglung der Geräte und somit Änderung des Wartungs­plans allein den Her­stellern vor­be­hal­ten ist.
Es sollte zudem bedacht wer­den, dass den Mitar­beit­ern immer eine kom­plette Aus­rüs­tung zu Ein­weisungs- und Übungszweck­en frei zugänglich sein sollte.
Gebrauchs­dauer der PSA
Unter Gebrauchs­dauer ver­ste­ht man die Zeitspanne, in der die Funk­tion­stüchtigkeit der Schutzaus­rüs­tung gewährleis­tet ist. Sie ist stark von den jew­eili­gen Ein­satzbe­din­gun­gen abhängig. Die Beruf­sgenossen­schaften haben hierzu in der BGR 198 Ablege-Fris­ten emp­fohlen. Diese betra­gen sechs bis acht Jahre für Auf­fang­gurte. Seile und Verbindungsmit­tel sollen schon nach vier bis sechs Jahren aus­geson­dert wer­den. Gemeint sind hier tex­tile Aus­rüs­tungs­ge­gen­stände. Es gilt der Zeitraum ab Her­stel­lungs­da­tum. Für Aus­rüs­tun­gen, welche aus met­allis­chen Kom­po­nen­ten beste­hen wie zum Beispiel Kara­bin­er­hak­en, gibt es in der Regel keine Vor­gaben zur Gebrauchs­dauer.
Inten­siv genutzte oder kon­t­a­minierte Schutzaus­rüs­tun­gen erre­ichen diese Ablege-Zeit­en oft­mals nicht und wer­den schon vorzeit­ig durch den Benutzer oder Sachkundi­gen aus­geson­dert.
In vie­len Anwen­dungs­bere­ichen wird die PSA gegen Absturz jedoch nur sehr sel­ten benutzt. Dies gilt beson­ders für Ret­tungsaus­rüs­tun­gen, denn diese wer­den meist nur für Not­fälle vorge­hal­ten.
Diese Gerätschaften erre­ichen bei fachgerechter Lagerung und regelmäßiger Inspek­tion durch eine sachkundi­ge Per­son meist prob­lem­los die vom Her- steller angegebene Benutzungs­dauer.
Viele Her­steller von Schutzaus­rüs­tung gegen Absturz weichen mit­tler­weile von den Empfehlun­gen der Unfal­lver­sicher­er ab und gewähren deut­lich län­gere Ein­satzzeit­en. Diese geben sie in den Gebrauch­san­leitun­gen der Aus­rüs­tun­gen expliz­it an.
Gewähren einige Her­steller für ihre Auf­fang­gurte und Seile noch Benutzungszeit­en von nur sechs Jahren, so geben andere schon eine Gebrauchs­dauer von bis zu zehn Jahren an. Dies ist eine deut­liche Steigerung der Leben­szeit von tex­til­er PSA gegen Absturz, was sich in den Kosten für Ersatzbeschaf­fun­gen nieder­schlägt. Eine vom Her­steller gewährleis­tete Gebrauchs­dauer von bis zu zehn Jahren für tex­tile Aus­rüs­tungs­ge­gen­stände ist heute als Stand der Tech­nik anzuse­hen. Dies sollte bei der Beschaf­fung der Gerätschaften berück­sichtigt wer­den.
Lagerung und Pflege
Die richtige Lagerung und Pflege hat einen großen Anteil an der Lebens­dauer der PSA. Eine opti­male Lagerung geschieht an einem trock­e­nen, dun­klen, lufti­gen Ort bei nor­malen Raumtem­per­a­turen. Starke UV-Strahlung beziehungsweise Sonnene­in­strahlung auf tex­tile Aus­rüs­tungs­ge­gen­stände, wie sie etwa im Fahrzeug vorkom­men kann, sollte gän­zlich ver­mieden wer­den. Nasse oder feuchte PSA lose aufhän­gen und voll­ständig trock­nen lassen, bevor sie in Behäl­tern ver­lastet wird. Nicht in Wäschetrock­n­ern oder in unmit­tel­bar­er Heizungsnähe trock­nen!
Mit Erde oder Schlamm ver­schmutzte Teile trock­nen lassen und anschließend mit ein­er weichen Bürste aus­bürsten. Stark ver­schmutzte oder mit Salzwass­er kon­t­a­minierte Teile wer­den in ein­er Wanne oder einem Kübel mit kaltem Wass­er und Spezial­waschmit­tel gewaschen. Zur Reini­gung von Seilen sind spezielle Seil­bürsten zu empfehlen. Artikel anschließend gut mit Wass­er ausspülen und wie oben beschrieben trock­nen. Eine Reini­gung in der Waschmas­chine ist nicht zu empfehlen.
Kon­trolle durch eine sachkundi­ge Per­son
Eine wichtige Rolle bei der Wartung der PSA und der Beurteilung der Leben­szeit der Aus­rüs­tung spielt die sachkundi­ge Per­son. Aus Sicht des Autors reicht hier eine 16-stündi­ge Aus­bil­dung zum Sachkundi­gen gemäß den Grund­sätzen der BGG 906 nicht aus, um die Aus­rüs­tun­gen opti­mal prüfen zu kön­nen, da sich die gesamte The­matik sehr kom­plex darstellt. Diese Schu­lung ist vielmehr als Grund­lage für die Arbeit zu sehen und sollte durch prak­tis­che Tätigkeit­en mit dem Equip­ment und regelmäßi­gen Fort­bil­dun­gen kon­tinuier­lich aus­ge­baut wer­den.
Faz­it
Eine opti­male Schutzaus­rüs­tung wird vom Anwen­der gerne getra­gen, behin­dert ihn möglichst wenig bei seinen Tätigkeit­en und schützt ihn im Absturz­fall sich­er vor Ver­let­zun­gen. Intel­li­gent aus­gewählt erfüllt sie all diese Kri­te­rien und verur­sacht zudem möglichst geringe Fol­gekosten, sodass Anwen­der und Unternehmer sich gle­icher­maßen mit dieser PSA iden­ti­fizieren kön­nen.
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