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Früherkennung mittels CT - Kritk an aktuellen Angeboten

Aktuelle Untersuchungsangebote rechtlich unzulässig
Früherkennung mittels Computer-Tomographie

Beim Einsatz der Computer-Tomgraphie zu Früherkennung von Krankheiten sollten Nutzen und Risiken sorgfältig abgewogen werden. Foto: Werner -stock.adobe.com
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Die derzeit ange­bote­nen Unter­suchun­gen zur Früherken­nung schw­er­er Krankheit­en mit­tels Com­put­er-Tomo­gra­phie (CT) sind rechtlich nicht zuläs­sig. Darauf weist das Bun­de­samt für Strahlen­schutz (BfS) hin. Erschw­erend komme hinzu, dass die im Inter­net bere­it­gestell­ten Infor­ma­tio­nen der Anbi­eter mehrheitlich auf Qual­itätsmän­gel schließen lassen. Zu diesem Ergeb­nis kommt das BfS nach ein­er exem­plar­ischen Auswer­tung von 150 Web­sites radi­ol­o­gis­ch­er Prax­en und Kliniken, die CT-Früherken­nung­sun­ter­suchun­gen anbi­eten.

„Radi­ol­o­gis­che Ver­fahren kön­nen bei der Früherken­nung von Krebs oder Herz­erkrankun­gen eine wichtige Rolle spie­len”, betont BfS-Präsi­dentin Inge Pauli­ni. „Allerd­ings muss sorgsam bew­ertet wer­den, ob der Nutzen ein­er solchen Unter­suchung die damit ver­bun­de­nen Risiken recht­fer­tigt und ob die erforder­lichen Qual­itäts­stan­dards einge­hal­ten wer­den.”

Bislang nur ein legales Angebot

Bish­er ist das Mam­mo­gra­phie-Screen­ing zur Brustkrebs-Früherken­nung das einzige legale Ange­bot, das Rönt­gen­strahlung zur Früherken­nung ein­set­zt. Hier­bei han­delt es sich um ein Früherken­nung­spro­gramm mit bun­de­sein­heitlichen Qual­itätsvor­gaben und ein­er klar abge­gren­zten Ziel­gruppe. Das Ende 2018 in Kraft getretene Strahlen­schutzge­setz ermöglicht dem Bun­desmin­is­teri­um für Umwelt, Naturschutz und nuk­leare Sicher­heit (BMU), weit­ere Rönt­ge­nun­ter­suchun­gen für die Früherken­nung von Krankheit­en wie Lun­gen- oder Darmkrebs, Veren­gung der Herzkranzge­fäße oder Osteo­porose zuzu­lassen.

Nutzen und Risiken sorgfältig abwägen

Als Grund­lage hier­für erstellt das BfS für jedes in Frage kom­mende Unter­suchungsver­fahren einen wis­senschaftlichen Bericht, in dem Nutzen und Risiken gegeneinan­der abge­wogen sowie Min­dest­stan­dards für die Durch­führung der Unter­suchun­gen fest­gelegt wer­den. Aktuell läuft die Bew­er­tung der Niedrig­do­sis-CT zur Früherken­nung von Lun­genkrebs bei Rauch­ern.

Unzureichende Darstellung im Netz

Par­al­lel dazu hat das BfS beste­hende CT-Früherken­nungsange­bote aus­gew­ertet. Dabei zeigte sich, dass die Anbi­eter auf ihren Web­sites nur sel­ten detail­lierte, fach­lich valide und aus­ge­wo­gene Infor­ma­tio­nen zur Ver­fü­gung stellen. Die Angaben über die Strahlen­risiken waren ins­ge­samt unzure­ichend. Infor­ma­tio­nen über das Alter der jew­eili­gen Ziel­gruppe, Risiko­fak­toren, Anzahl und zeitlichen Abstand der Tests, Durch­führung der jew­eili­gen Unter­suchung sowie zur Abklärungs­di­ag­nos­tik vari­ierten erhe­blich und ent­behrten oft der wis­senschaftlichen Grund­lage.

Einheitliche Standards gefordert

„Die aktuellen Ange­bote im Inter­net sind nicht nur rechtswidrig, son­dern auch irreführend“, betont Pauli­ni. „Die Inter­net-Auswer­tung des BfS belegt nach­drück­lich die Notwendigkeit, bun­de­sein­heitliche und rechtlich verbindliche Regelun­gen für radi­ol­o­gis­che Früherken­nung­sun­ter­suchun­gen zu tre­f­fen. Nur so lassen sich sowohl deren Nutzen und Qual­ität als auch die informierte Entschei­dungs­bil­dung möglich­er Teil­nehmer sich­er­stellen.“

www.bfs.de

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