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Wie negative Auswirkungen von Schichtarbeit abgemildert werden können.

Schichtarbeit
Gemein­sam besser machen

Schichtarbeit sollte möglichst gesund gestaltet werden (Foto: © Jan - stock.adobe.com)
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Schicht­ar­beit ist in vielen Beru­fen unver­zicht­bar – doch sie muss gut gestal­tet werden. Die Berufs­ge­nos­sen­schaft für Gesund­heits­dienst und Wohl­fahrts­pflege (BGW) gibt Tipps, wie Unter­neh­men und Beschäf­tigte nega­tive Auswir­kun­gen abmil­dern können.

Das Arbei­ten in Schicht­ar­beit hat körper­li­che, psychi­sche und soziale Auswir­kun­gen auf die Betrof­fe­nen. Arbeits­wis­sen­schaft­li­che Unter­su­chun­gen zeigen aber, dass es Möglich­kei­ten gibt, das Arbei­ten im Schicht­be­trieb gesün­der zu gestal­ten. Am besten klappt das, wenn Unter­neh­mens­lei­tung und Beschäf­tigte an einem Strang ziehen. Wich­tigs­tes Instru­ment ist ein verläss­li­cher Schicht­plan, der mit Betei­li­gung der Beschäf­tig­ten erstellt wird.

Gleich mehrere Gründe spre­chen dafür, den Schicht­plan im Dialog aufzu­stel­len: „Mitar­bei­te­rin­nen und Mitar­bei­ter, die die Möglich­keit zur Mitge­stal­tung erhal­ten, sind moti­vier­ter und zufrie­de­ner“, erläu­tert Dr. Heike Scham­bort­ski, Präven­ti­ons­ex­per­tin der BGW. „Zudem kann man nur so heraus­fin­den, welche unter­schied­li­chen Wünsche es hinsicht­lich des Dienst­plans gibt, und ob sich diese womög­lich ergän­zen.“

Arbeits­wis­sen­schaft­li­che Empfeh­lun­gen einhal­ten

Einen Wunsch an den Schicht­plan haben alle Beschäf­tig­ten gemein­sam: Er sollte lang­fris­tig geplant und verläss­lich sein. Viele Einrich­tun­gen machen gute Erfah­run­gen mit Sprin­ger­pools für den Ersatz kurz­fris­ti­ger Perso­nal­aus­fälle. Dann kann auf das Zurück­ho­len aus dem „Frei“ verzich­tet werden und Pausen müssen nicht aufgrund von Perso­nal­eng­päs­sen ausfal­len. Das sichert zugleich den reibungs­lo­sen Ablauf im Betrieb und mini­miert die gesund­heit­li­chen Risi­ken für die Ange­stell­ten.

Ein verläss­li­cher Dienst­plan gehört auch zu den arbeits­wis­sen­schaft­li­chen Empfeh­lun­gen, an die sich Unter­neh­men laut Arbeits­zeit­ge­setz halten müssen. Darüber hinaus wird unter ande­rem empfoh­len, vorwärts rotie­rende Schicht­sys­teme zu wählen und möglichst wenige Nacht­schich­ten hinter­ein­an­der zu planen.

Gegen die innere Uhr

Nacht­ar­beit gefähr­det die Gesund­heit und Sicher­heit der Beschäf­tig­ten, denn der Mensch ist von Natur aus tagak­tiv. „Wer arbei­ten muss, wenn der Körper eigent­lich ruhen möchte, kämpft gegen seine innere Uhr“, sagt Scham­bort­ski. „Deshalb ist auch das Unfall­ri­siko nachts beson­ders hoch.“ Wie gut jeder einzelne Mensch mit bestimm­ten Schicht­ar­beits­zei­ten zurecht­kommt, ist gene­tisch bedingt. Einige sind schon morgens fit, werden abends aber früh müde. Ande­ren fällt das frühe Aufste­hen schwer, doch abends sind sie noch hell­wach. Auch das sollte beim Schicht­plan berück­sich­tigt werden.

Damit die innere Uhr trotz Schicht­ar­beit nicht aus dem Takt kommt, rät die Exper­tin dazu, durch Bewe­gung an der frischen Luft möglichst viel Tages­licht zu tanken. Eben­falls wich­tig ist gesunde Ernäh­rung, wobei die Haupt­mahl­zeit tags­über einge­nom­men werden sollte. Damit sich Alltag und Schicht­ar­beit besser mitein­an­der verein­ba­ren lassen, soll­ten Beschäf­tigte Betei­li­gungs­mög­lich­kei­ten bei der Dienst­plan­ge­stal­tung wahr­neh­men. Dazu gehört, die eige­nen Wünsche klar zu äußern und auch mal „Nein“ zu sagen.

Unter­neh­mens­kul­tur ist entschei­dend

Um ihre Bedürf­nisse einfor­dern zu können, brau­chen Beschäf­tigte die Sicher­heit, dass ihre Inter­es­sen von Vorge­setz­ten ernst genom­men werden. „Ob dies der Fall ist, hängt von der vorherr­schen­den Unter­neh­mens­kul­tur ab“, erläu­tert Scham­bort­ski. „Neben der Arbeits­or­ga­ni­sa­tion sind unter ande­rem der Führungs­stil und die Zusam­men­ar­beit im Team entschei­dend.“

Wenn die Gesund­heit der Beschäf­tig­ten im Mittel­punkt steht und eine Präven­ti­ons­kul­tur gelebt wird, sind auch Nacht- und Wech­sel­schich­ten weni­ger belas­tend. „Und schließ­lich profi­tiert davon auch das Unter­neh­men“, sagt Scham­bort­ski. „Weni­ger Krank­heits­tage, eine höhere Quali­tät der Arbeit und eine verbes­serte Mitar­bei­ter­bin­dung sind in Zeiten von Perso­nal­man­gel von großem Vorteil.“

Mehr erfah­ren

Auf einer Themen­seite zur Schicht­ar­beit gibt die BGW ausführ­li­che Tipps für Unter­neh­men und Beschäf­tigte: www.bgw-online.de/schichtarbeit. Mit dem Thema Präven­ti­ons­kul­tur befasst sich die gemein­same Kampa­gne der Unfall­kas­sen und Berufs­ge­nos­sen­schaf­ten „komm­mit­mensch“: www.bgw-online.de/kommmitmensch.

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