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Herzversagen auf der Dienstreise

Stress als Unfallereignis?
Herzversagen auf der Dienstreise

Arbeitsunfall oder nicht? Ein Gericht musste entscheiden, ob ein Herzinfarkt auf der Dienstreise als Arbeitsunfall anerkannt werden muss. Foto: ©Osterland - stock.adobe.com

Mit der Frage, ob der Tod durch Herzver­sagen auf ein­er Dien­streise als Arbeit­sun­fall zu werten ist, hat­te sich das Bay­erische Lan­dessozial­gericht zu beschäfti­gen. Der Ver­sicherte war als Bauleit­er tätig und ver­starb auf ein­er Dien­streise im Hotelzimmer.

Weil die Witwe der Mei­n­ung war, dass der durch die Dien­streise bed­ingte erhe­bliche Stress den Tod ihres Mannes verur­sacht habe, machte sie bei der Beruf­sgenossen­schaft Hin­terbliebe­nen­leis­tun­gen gel­tend, was jedoch abgelehnt wurde. Die dage­gen gerichtete Klage war erfol­g­los. Das Gericht lehnte es ab, die beson­ders stress­re­iche Tätigkeit des Ver­sicherten während der Dien­streise als Unfall­ereig­nis im Sinne der geset­zlichen Unfal­lver­sicherung anzuerkennen.

Stress als solch­er sei keine Krankheit, son­dern könne nur eine Vielzahl von völ­lig unter­schiedlichen Symp­tomen und Beschw­er­den aus­lösen, die von Men­sch zu Men­sch in ver­schieden­ster Art und Inten­sität aufträten. Zwar sei all­ge­mein anerkan­nt, dass auch Ein­flüsse auf die Psy­che durch die ver­sicherte Tätigkeit Ein­wirkun­gen von außen darstellen kön­nten. Jedoch erfüll­ten länger anhal­tende Ein­wirkun­gen über mehr als eine Arbeitss­chicht grund­sät­zlich nicht den Unfall­be­griff im Sinne der geset­zlichen Unfallversicherung.

Ein her­aus­ra­gen­des Ereig­nis, welch­es eine beson­dere Stress­si­t­u­a­tion beim Ver­sicherten in der Arbeitss­chicht des Todestages verur­sacht haben kön­nte, war für die Richter nicht erkennbar.

(Urteil des Bay­erischen Lan­dessozial­gerichts vom 06.11.2017, Az. L 3 U 52/15)

 

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