Der Unterschied zwischen Allergie und Lebensmittelunverträglichkeit
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Allergie oder Lebensmittelunverträglichkeit

Was ist der Unter­schied?

Bei einer Allergie besteht eine Überreaktion des Körpers gegen bestimmte Lebensmittel. (Foto: © airborne77 – stock.adobe.com)
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Jeder fünfte US‐Amerikaner glaubt, auf bestimmte Lebens­mit­tel aller­gisch zu reagie­ren. Aller­dings ist dieser Verdacht nur bei zehn Prozent medi­zi­nisch bestä­tigt. Vermut­lich leiden viele Betrof­fene nicht an einer Aller­gie, sondern an einer Lebens­mit­te­lun­ver­träg­lich­keit. Darauf weist das Bundes­zen­trum für Ernäh­rung (BZfE)  hin. Es bezieht sich auf das Resul­tat einer aktu­el­len Studie, für die Daten von über 40.000 Erwach­se­nen mitt­le­ren Alters in den USA ausge­wer­tet wurden.

Bei einer Aller­gie besteht eine Über­re­ak­tion des Körpers gegen bestimmte Lebens­mit­tel wie Erdnuss oder Fisch. Es ist eine immu­no­lo­gisch vermit­telte Abwehr­re­ak­tion auf kleine Eiweiß­bau­steine, soge­nannte Aller­gene. Es erfolgt eine Sensi­bi­li­sie­rung, und der Körper bildet spezi­fi­sche Anti­kör­per. Bei erneu­tem Kontakt können Haut­re­ak­tio­nen wie Nessel­aus­schlag bis hin zum anaphy­lak­ti­schen Schock auftre­ten.

Wer regel­mä­ßig mit Magen‐Darm‐Beschwerden zu kämp­fen hat, könnte unter einer Unver­träg­lich­keit gegen Milch­zu­cker (Lacto­se­into­le­ranz) oder Frucht­zu­cker (Fruc­to­se­mal­ab­sorp­tion) leiden. Bei einer Lebens­mit­te­lun­ver­träg­lich­keit ist das Immun­sys­tem nicht betei­ligt. Meist ist der Stoff­wech­sel­pro­zess gestört. Bei einer Lakto­se­into­le­ranz fehlt beispiels­weise das Enzym Laktase, sodass der Milch­zu­cker nicht oder nicht ausrei­chend abge­baut werden kann.

In Deutsch­land wird von ähnli­chen Zahlen wie in den USA ausge­gan­gen. Vor diesem Hinter­grund ist es keines­wegs sinn­voll, nur auf Verdacht bestimmte Lebens­mit­tel zu meiden. Das verrin­gert die Lebens­qua­li­tät und erhöht das Risiko für einen Nähr­stoff­man­gel. „Wer eine Lebens­mit­tel­all­er­gie vermu­tet, sollte zum Fach­arzt gehen“, rät Harald Seitz, Ernäh­rungs­wis­sen­schaft­ler am Bundes­zen­trum für Ernäh­rung (BZfE). Für eine korrekte Diagnose wird zunächst die Krank­heits­ge­schichte aufge­nom­men. Erst nach Haut‐ und Blut­un­ter­su­chun­gen und diäte­ti­schen Verfah­ren folgt eine Ernäh­rungs­emp­feh­lung. „Bei einer Aller­gie muss das Lebens­mit­tel strikt gemie­den werden, da schon Spuren gefähr­li­che Reak­tio­nen hervor­ru­fen können. Im Gegen­satz dazu sind bei einer Unver­träg­lich­keit geringe Mengen meist kein Problem“, erklärt Seitz. Gluten­freie und lakto­se­freie Produkte haben nur dann einen gesund­heit­li­chen Nutzen, wenn ein ärzt­li­cher Befund für Zölia­kie oder eine Lakto­se­into­le­ranz vorliegt. „Frei‐von‐Produkte sind deut­lich teurer und nicht per se gesün­der“, so Seitz.

Hier geht’s zu den Ergeb­nis­sen der Studie.

Eine Meldung des BZfE zum Umgang mit Lebens­mit­tel­all­er­gien in der Schule steht hier.

Ein Arti­kel des BZfE zu Lebens­mit­te­lun­ver­träg­lich­kei­ten steht hier.

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