Startseite » Sicherheit » Prämierte Praxislösungen »

Keine Entwarnung

Verkehrssicherheit
Keine Entwarnung

Anzeige
Ein Blick in die Sta­tis­tiken der Deutschen Geset­zlichen Unfal­lver­sicherung (DGUV) zeigt deut­lich: Unternehmen, Beschäftigte, Präven­tions­fach­leute und Unfal­lver­sicherungsträger haben gemein­sam in punc­to Verkehrssicher­heit viel erre­icht. Doch die Anstren­gun­gen müssen unverän­dert weitergehen.

Nina Sawod­ny

Thomas W. ver­lässt seinen Arbeit­splatz und geht zu seinem Auto. Dunkel und ungemütlich ist es draußen, schon seit Tagen herrscht eine Eis­eskälte. Jet­zt noch schnell in den Super­markt und dann ab nach Hause ins Warme! Und während er seine Einkauf­s­liste gedanklich durchge­ht, kommt sein Auto auf der spiegel­glat­ten Straße ins Rutschen …
Extremes Wet­ter – viele Wegeunfälle
Thomas W. ist lei­der kein Einzelfall: Ger­ade in Jahren mit sehr schneere­ichen Win­ter­monat­en steigt erfahrungs­gemäß die Zahl der Wege­un­fälle. So verze­ich­neten die Unfal­lver­sicherungsträger zum Beispiel 2013 ins­ge­samt 185.667 meldepflichtige Unfälle – ein Plus von rund 5,3 Prozent gegenüber dem Vor­jahr (vgl. Abbil­dung 1). Auch bei den meldepflichti­gen Schul­we­gun­fällen erfol­gte ein Anstieg um 1,2 Prozent auf 112.225 Unfälle. „Im Jahr 2013 gab es einen sehr harten Win­ter, in eini­gen Teilen Deutsch­lands lag bis in den April hinein noch Schnee“, erk­lärt Dr. Wal­ter Eichen­dorf, stel­lvertre­tender Haupt­geschäfts­führer der DGUV. „Typ­is­cher­weise geht in solchen Jahren die Zahl der all­ge­meinen Straßen­verkehrsun­fälle deut­lich zurück, weil die Men­schen, die nicht zwin­gend mit dem Auto fahren müssen, daheim bleiben. Andere haben diese Möglichkeit­en nicht: Sie müssen zur Arbeit oder zur Schule. Die Entwick­lung bei den Wege- und Schul­we­gun­fällen ver­hält sich daher gegen­läu­fig zu den Straßen­verkehrsun­fällen ins­ge­samt.“ Da die Unfal­lzahlen ver­schiede­nen Ein­flüssen wie dem Wet­ter oder der Kon­junk­tur unter­lä­gen, sei es wichtig, die Entwick­lung über mehrere Jahre zu betrachten.
Langfristige Entwick­lung: Fal­l­ende Tendenz
Und diese ist langfristig fal­l­end: Abbil­dung 2 zeigt die rel­a­tive Häu­figkeit der meldepflichti­gen Wege­un­fälle und der meldepflichti­gen Schul­we­gun­fällen im Zeitraum 1986 bis 2013.
Bei den Wege­un­fällen ist ein deut­lich­er Anstieg für 2010 und eine leichte Zunahme für 2013 zu erken­nen. Die rel­a­tive Unfall­häu­figkeit der meldepflichti­gen Schul­we­gun­fälle je 1.000 Ver­sicherte erre­ichte 1998 ihren bis jet­zt höch­sten Stand und ver­läuft seit­dem nahezu par­al­lel zur Quote der meldepflichti­gen Wege­un­fälle. Für das Jahr 2014 liegen bis­lang nur vor­läu­fige Zahlen für das erste Hal­b­jahr vor.1 Nach Angaben der DGUV sanken die meldepflichti­gen Wege­un­fälle wegen des milden Win­ters gegenüber dem Vor­jahreszeitraum um 10,7 Prozent auf 86.881; auch die Zahl der tödlichen Wege­un­fälle ging zurück.
Beim Ver­hal­ten ansetzen
Eine ganze Rei­he von Unternehmen und Insti­tu­tio­nen baut mit­tler­weile saisonale Verkehrssicher­heit­sak­tio­nen wie Win­terchecks von Fahrrädern in die Verkehrssicher­heit­sar­beit ein. Auch die Unfal­lver­sicherungsträger bieten hierzu eine Fülle von Infor­ma­tion­s­ma­te­r­i­al an. Den­noch reiche es nicht aus, sich zu stark auf wit­terungs­be­d­ingte Schwankun­gen in der Unfall­sta­tis­tik zu konzen­tri­eren, meint Karl­heinz Kalen­berg, Geschäfts­führer des VDSI – Ver­band für Sicher­heit, Gesund­heit und Umweltschutz bei der Arbeit: „Ziel sollte es sein, den Anteil an Mobil­ität­sun­fällen ins­ge­samt über den Jahresver­lauf weit­er zu senken, indem ein Bewusst­sein für die beste­hen­den Risiken geschaf­fen wird. Ist die Gesamtzahl der Mobil­ität­sun­fälle rück­läu­fig, dann kommt es auch in den Jahren, in denen extreme Wet­terbe­din­gun­gen herrschen, nicht mehr zu so hohen Schwankun­gen in der Unfall­sta­tis­tik.“ Die Zahlen deuten häu­fig auf ein nicht der Wit­terung gerecht­es und somit dem Risiko angepassten Ver­hal­ten hin. „Wer die Zahlen nach­haltig ändern will, muss beim Ver­hal­ten ansetzen.“
Einen Ansatz, den beispiel­sweise auch die Beruf­sgenossen­schaft Holz und Met­all (BGHM) ver­fol­gt: Bei ein­er Vielzahl der von der BGHM ange­bote­nen Sem­i­nare wird das The­ma Verkehrssicher­heit als abschließende Unter­richt­sein­heit behan­delt. „Wir wollen damit eine flächen­deck­ende Wirkung erzie­len“, sagt Man­fred Stoll, Leit­er Stab­stelle Ver­net­zung. Durchge­führt wer­den die Unter­richt­sein­heit­en in Koop­er­a­tion mit dem Deutschen Verkehrssicher­heit­srat (DVR), der dazu mit ein­er Rei­he von Fahrlehrerin­nen und Fahrlehrern zusam­me­nar­beit­et. „Bei den Sem­i­narteil­nehmerin­nen und ‑teil­nehmern kommt es gut an, wenn wir zum Abschluss der Ver­anstal­tung einen Ref­er­enten­wech­sel durch­führen und über Verkehrssicher­heit sprechen“, berichtet Stoll.
Junge Fahrerin­nen und Fahrer im Fokus
Vor allem Sem­i­nare, die sich an Auszu­bildende richt­en, seien ohne einen Sem­i­nar­block zur Verkehrssicher­heit nicht mehr denkbar: „Junge Beschäftigte im Alter zwis­chen 18 und 26 Jahren sind eine kri­tis­che Ziel­gruppe, in der wir nach wie vor hohe Zahlen bei Dienst- und Wege­un­fällen im Straßen­verkehr verze­ich­nen.“ Mit „Alles im Griff?“ habe man im Zusam­men­wirken mit dem DVR ein spezielles Ange­bot für Auszu­bildende sowie junge Fahrerin­nen und Fahrer geschaf­fen: In einem Work­shop wer­den dabei Unfal­lur­sachen und Ver­hal­tensstrate­gien anhand der eige­nen Lebenser­fahrung erar­beit­et. Der Work­shop umfasst drei bis vier Stun­den und kann auch in Unternehmen durchge­führt wer­den. Natür­lich wird auch die Teil­nahme an Fahrsicher­heit­strain­ings unter­stützt. „Wir wollen mit den Teil­nehmerin­nen und Teil­nehmern ver­ant­wortlich­es soziales Han­deln im Straßen­verkehr einüben. Die vielfälti­gen Aktions- und Sozial­for­men des Unter­richts sind dabei nicht nur Wege zum Ziel, son­dern ergänzen einan­der auf dem Weg zum Ziel“, hebt Man­fred Stoll hervor.
Unfallschw­er­punkt: Inner­be­trieblich­er Transport
Zu vie­len gefährlichen Sit­u­a­tio­nen und Unfällen kommt es auch beim inner­be­trieblichen Trans­port: Zwar ist die Zahl der tödlichen Unfälle in diesem Bere­ich seit 2004 erfreulicher­weise deut­lich gesunken, doch die Zahl der meldepflichti­gen Unfälle bewegt sich nach wie vor auf hohem Niveau (vgl. Abb. 3). Eine Sen­si­bil­isierung der Beschäftigten für die Gefahren beim inner­be­trieblichen Trans­port und Verkehr ist also nach wie vor wichtig. Kam­pag­nen und Aktio­nen kön­nen hier für Impulse sor­gen, eben­so wie Wet­tbe­werbe, die zum Beispiel Best Prac­tice-Beispiele ausze­ich­nen und diese einem größeren Fach­pub­likum zugänglich machen.
1 Vgl. Pressemel­dung der DGUV vom 31.10.2014
(www.dguv.de; Web­code dp91776).
Anzeige
Gewinnspiel

Newsletter

Jet­zt unseren Newslet­ter abonnieren

Meistgelesen

Jobs
Sicherheitsbeauftragter
Titelbild Sicherheitsbeauftragter 4
Ausgabe
4.2021
ABO
Sicherheitsingenieur
Titelbild Sicherheitsingenieur 4
Ausgabe
4.2021
ABO
Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de